DoHaRad‘nRoll
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Pays de la Loire

Veröffentlicht: 10.06.2024

EV-Radtag 31 (7. Juni): La Rochelle - Sable d'Olonne -Bretignolles-sur-Mer 125 km

Die letzten Etappen stehen an, und in den nächsten beiden Tagen wollen wir bis zur Mündung der Loire kommen. Das heißt Kurbeln, Kurbeln, Kurbeln - auch wenn große Teile flaches Land sind. Über kleine Landstraßen kommen wir zur Baie de l'Aiguillon, bekannt für die großen Austernfarmen. Am Wegesrand wird dann auch häufig zur Degustation eingeladen, doch erstens ist uns (noch) nicht nach Essen und zweitens haben wir noch einige Kilometer vor uns. Wir radeln zumeist auf guten Schotterwegen durch Feuchtgebiete, vorbei an Kanälen und Flüssen. Es ist angenehmes und schönes Radeln bei idealen Temperaturen. Fast wie aus dem Nichts taucht am Horizont auf einer Klippe das Seebad Sables d'Olonne mit dichter Bebauung, u.a. Hochhäusern, auf. Die letzten zehn Kilometer bis zur  Stadtmitte kämpfen wir gegen den Wind an. Bei der Ausfahrt aus der Stadt gibt es fast einen Zusammenstoß mit einem schnellen E-Biker, und ich lege mich mit dem schweren Rad leicht auf die Seite. Wenn wir es genau überlegen, war dies die einzige leicht brenzlige Situation auf der gesamten Tour. Rund um Sable d'Olonne sind auf schmalen Radwegen viele Radler unterwegs und Dominique mahnt zur Vorsicht. Ohne Probleme kommen wir zum Campingplatz nahe des Atlantiks. Nach der Rückkehr vom Essen gibt es noch Aufregung, da Dominiques Mobilteile, die im Sanitärgebäude zum Aufladen lagen, weg sind. Wir erinnern uns an den Verlust des Navis in Flossenbürg vor zwei Jahren. Am Morgen stellt sich heraus, dass jemand das Säcklein sicher gestellt hat und es später bei der Rezeption abgibt. Alles wieder in Ordnung!

EV-Radtag 32 (8. Juni): Bretignolles - Brevin 120 km 

Die letzte Langetappe! Nach 20 km erreichen wir St-Jean-des-Monts, ein Badeort mit langem Sandstrand und hohen Betonburgen für die Sommergäste. Die nächsten 30 km geht es durch Pinienwälder auf Schotterpiste rauf und runter. Es ist etwas mühsam, da es außer anderen Cyclistes kaum Abwechslung gibt. Dann treffen wir auf eine Hauptstraße, auf der wir über eine steile Brücke die Ile de Noirmoutier erreichen. Um von der Insel wieder zum Festland zu gelangen, gibt es einen besonderen Weg, die Passage du Gois, bis zum Bau der Brücke 1970 der einzige Zugang zur Insel. Sie ist Teil der ehemaligen Nationalstraße 148 und 4,5 km lang. Das Besondere ist, dass sie nur gezeitenabhängig befahrbar ist. Bei Hochwasser ist die Fahrbahn von etwa zwei bis vier Meter Wasser vollständig überflutet. Bei Tiefstand fahren die „ Einheimischen“ zum Muscheln und  Austern sammeln ins Watt. Für Radsportfreunde noch zwei Anekdoten: bei der Tour de France 1999 gab es auf der zweiten Etappe von Challans nach Saint-Nazaire auf der nassen und rutschigen Passage du Gois einen Massensturz, der das Fahrerfeld in zwei Gruppen teilte. Die erste Etappe der Tour de France 2011 wurde auf der Passage gestartet. Wir kommen dank der wertvollen Informationen der Radler von touren-wegweiser.de pünktlich bei Tiefstand an und passieren Le Gois trocken und sturzfrei. Wir fahren weiter durch typische Polderlandschaft nahe am Deich und treffen in Ponic erst wieder auf ein stark belebtes Städtchen am Atlantik. In Saint-Brévin, unserem Tagesziel, sind wir fast an der Mündung der Loire. 

EV-Radtag 33 (9. Juni): Brevin - Nantes 60 km 

Nur noch wenige Kilometer bis zur Loire-Mündung, wo wir auf der anderen Seite Saint-Nazaire sehen. Dort verlassen wir den EuroVelo 1 und fahren nun auf dem EV 6 nach Nantes (auf diesem Fernweg könnten wir durchradeln bis Basel 😊). Obwohl es der Loire-Radweg ist, sieht man in diesem Abschnitt den Fluss nur selten. Kurz vor Nantes erwartet uns noch eine Fährfahrt bevor wir zügig die Stadt erreichen. Wir fahren gleich zum Bahnhof, um die Fahrkarten für die Rückreise zu buchen. Voller Tatendrang und Zuversicht gehe ich zum Informationsbüro und erhalte gleich einen kräftigen Dämpfer - seit 8. Juni benötigt man für die Fahrradmitnahme im TER eine Reservierung, die es nur online gibt.  Ich kann im Büro eine Seite herunterladen, die gewünschte Strecke eingeben und dann reservieren. Für die Strecke nach Dijon benötigen wir demnach drei verschiedene Reservierungen, da wir drei verschiedene Züge nehmen müssen. Als erstes also die Strecke bis Tours und alle Daten eingegeben und mit Kreditkarte 2 € bezahlen. Beim Bezahlvorgang ist Schluss, Zahlung abgelehnt. Entnervt gehen wir ins Hotel, wo ich die Daten von Philippes Kreditkarte bekomme - und siehe da, die Zahlung funktioniert. Ich arbeite mich etwas mehr in die Materie ein und stelle fest, dass in den Zügen in der Region Bourgogne/ Franche-Comté, in der die beiden anderen TER verkehren, keine Reservierung erforderlich ist. Deutlich besser gelaunt buche ich die drei Züge. Nun noch etwas zum Genießen - Les Machines d'Iles. In ehemaligen Werftgebäuden haben kreative Köpfe Maschinen entworfen, die sich nach Vorbildern aus der Tierwelt bewegen. Begonnen hat alles mit dem riesigen Elefanten, der brüllend und Wasser spritzend durch die Halle marschiert. Sehenswert auch der Albatross, in dem Dominique mitfliegt, die Spinne, der Kolibri und das Chamäleon. Ein großartiges Erlebnis! Auch beeindruckend die Kathedrale, die aber durch einen Brand 2020 schwere Schäden im Inneren genommen hat.

Bei einem guten Nachtessen stossen wir auf den erfolgreichen Abschluss unserer Tour mit einem Rotwein aus dem Loiretal an. 

Weinempfehlung: Saumur -Champigny/ Les Longes 


Antworten (2)

Dirk Van De Walle
🎉🎉🎉 super und congrats mit Tour bis jetzt . Wann sie bleiben Radfahren kunnen wir einander treffen an die ‘baai von die Somme’ 😂😂 Super gemacht durch sie beide . Bin froh dass ich sie folgen konnte .

Harald
Danke Dirk. Deine Kommentare waren immer sehr aufbauend. Wir wünschen uns sehr dich wiederzusehen.