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Wir sind heute, da das Wetter zu schlecht zum Bleiben war, von Svinklov nach Hamburg zum Camping Wildpark Schwarze Berge gefahren, auf diesem Platz haben wir am 19.Mai die erste...


Veröffentlicht: 27.09.2026
Fazit unserer Islandreise
Da wir viele Eindrücke und Gedanken auf unserer Reise nicht in den einzelnen Beiträgen wiedergegeben haben, auch weil sie sich nicht auf einzelne Ereignisse beziehen, fassen wir diese in folgendem Fazit zusammen.
Wir sind am 27.05.2026 in Island in Seydisfjördur angekommen und ebendort am 20.08.2026 wieder mit der Norröna abgereist, also genau 7 Tage weniger als 3 Monate.
Hat es sich gelohnt, ist Island eine ausführliche, lange Reise Wert ?
Ja auf jeden Fall, denn es gibt dort Landschaften, Eindrücke und Erlebnisse wie man sie sonst kaum irgendwo auch nur in ähnlicher Weise erleben kann. Manche davon sind wirklich im Sinne des Wortes atemberaubend. Zeit braucht man um die schönen Dinge auch bei gutem Wetter sehen kann, zumindest bei Wetter bei dem man etwas sehen kann.
Wir hatten in der Vergangenheit immer wieder Leute getroffen, die schon in Island waren und auf die Frage wie es war in der Regel ein uneingeschränktes „Ja Super“ gaben.
Ganz so eindeutig können wir das leider nicht sagen, denn es gibt schon eine ganze Reihe an Punkten, die wirklich nicht sehr schön sind. Wir haben es ein wenig „zweigeteilt“ erlebt, zum einen wie schon erwähnt die einzigartigen Landschaften und auch einige nette und interessante Begegnungen, anderseits jedoch andauerndes, recht nerviges abkassieren, sehr überschaubare Freundlichkeit, und zum Teil, auch für isländische Verhältnisse, maßlos überzogene Preise und natürlich häufig schlechtes, teilweise sehr schlechtes Wetter an dem man nicht wirklich sinnvoll was machen kann – aber auch diese Tage sind durchaus teuer. Man kann, und das haben wir zum Teil auch gemacht, über einige Dinge hinwegsehen, aber eine idealisierte romantische Betrachtung des Ganzen ist uns nicht gelungen haben wir auch nicht angestrebt.
Bei objektiver Betrachtung ist unserer Ansicht nach Island kein gastfreundliches Land, zumindest nicht gegenüber Campingtouristen, also man muss für die „Schönheiten“ durchaus einiges in Kauf nehmen.
Wir hatten unsere Reise ja lange, mehrere Jahre verschoben um mehr als 3 – 4 Wochen Zeit zu haben (An und Abreise mit der Fähre sind schon ca. 10 Tage). Dies war einerseits richtig, da uns die lange Zeit viele Vorteile verschafft hat, andererseits wird Island von Jahr zu Jahr teurer und zeigt immer mehr Massentourismus mit entsprechenden Nachteilen. Dies gilt insbesondere um Reykjavik herum und an Zielen, die von dort und von der Ringstraße leicht zu erreichen sind, hier geht dann auch das „Naturerlebnis“ verloren.
Reisedauer
Braucht man so lange wie wir in Island waren?
Nein, knapp 3 Monate sind nicht erforderlich, wir sind Ende Mai losgefahren, da zu diesem Zeitpunkt die Fährüberfahrt noch äußerst günstig war und erst nach der Sonnenfinsternis am12.08. (von der wir nichts gesehen haben, außer Dunkelheit, da an diesem Tag ganz Island unter einer dicken Wolkendecke lag) zurückgefahren. Andernfalls hätten wir ein- zwei Wochen später gestartet und auch 1 -2 Wochen früher zurückgefahren.
Wir haben auch in den fast 3 Monaten natürlich nicht „alles“ gesehen, aber wir waren in allen Landesteilen zum Teil auch mehrfach, und haben sehr viel gesehen, erlebt, auch mit den Menschen und können sagen, dass wir ganz Island gesehen haben, und nicht nur einige Touristenspots oder Teile.
Unserer Einschätzung sind aber schon ca. 6 – 8 Wochen erforderlich um ganz Island zu entdecken, zumal man damit rechnen muss, dass man eine Reihe Tage, insgesamt ein bis zwei Wochen durch schlechtes Wetter verliert.
Wir sind an einigen Tagen an einer Reihe Sehenswürdigkeiten und Landesteilen vorbei gefahren weil das Wetter so schlecht war und wir aufgrund der langen Zeit die Möglichkeit hatten später nochmal dorthin zu kommen, bei besserem Wetter.
Hier hilft auch der Spruch „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung“ nicht. Erstens ist es auch mit guter Kleidung bei 4 – 5 Grad und starkem Wind mit Regen kein Genuss etwas in Ruhe anzuschauen und zweitens das ko Kriterium – man sieht halt nur sehr wenig, oder fast nichts. Wir sind am Anfang die Ost- und Südostküste bei schlechtem Wetter abgefahren um im Süden mildere Temperaturen zu finden. 6 Wochen später sind wir dieselbe Strecke nochmal gefahren und haben gestaunt wie es hier aussieht, da wir bei der ersten Fahrt fast nichts gesehen hatten, außer Nebel und tiefliegende Wolken, und das über mehrere hundert Kilometer.
Wir haben mehrfach die „Ringstraßen“-Touristen, die 1 -2, maximal 3 Wochen da waren, und bei Ihrem „dichtem Programm“ bei jedem Sauwetter ihre Spots abgehakt haben, bedauert.
Camping
Die Campingplätze in Island sind sehr unterschiedlich, einige sind eigentlich nicht als solche zu bezeichnen, und haben außer WC und kaltem Wasser nichts, andere hingegen haben ganz gute Sanitäreinrichtungen (WC und Dusche) und Aufenthaltsräume mit Küchen zum Teil voll eingerichtet.
Dies hat auch nichts mit dem Preis zu tun, der teuerste Campingplatz hatte nur WC mit Kaltwasser (auch ohne Licht im WC) und wollte für eine unansehnliche Dusche 1.000 Kr ( ca. 7 Euro ) extra.
Was für alle Campingplätzen gilt, dass die sanitären Einrichtungen viel zu wenig sind, tlw. sind intelligenter Weise die einzigen Waschmöglichkeiten in den wenigen WC, die dann ja recht lang belegt sind. Am besten geht es auf Campingplätzen die höchstens zur Hälfte belegt sind.
Auf sehr vielen Campingplätzen ist oft nur das Notwendigste und auch in der minimalistischen Ausführung. Ein Bemühen, dass sich der Gast wohlfühlt sucht man sehr häufig vergebens, das geht schon bei Kleinigkeiten los, dass es im Sanitärbereich keine Kleiderhaken gibt (nicht jeder geht bei 5 Grad und kaltem Wind im T-Shirt oder Hemd zum Duschen und Rasieren) und hört bei Waschbecken mit ausschließlich Kaltwasser noch nicht auf. Diese Dinge haben wir letztlich auch als „gastunfreundlich“ wahrgenommen.
Eine wirklich positive Ausnahme bei all dem ist die CampingCard mit der man, wenn man sie voll ausnutzt für knapp 10 Euro (2 Personen mit Auto/Wohnmobil/Zelt inkl. Tax) übernachten kann. Auf manchen dieser Plätze ist sogar die Dusche inkludiert und es gibt einen Aufenthaltsraum mit Küche – das ist dann wirklich unschlagbar günstig, das sind aber nur sehr wenig Campingplätze.
Fast schon eine Frechheit sind die Kosten für Strom am Campingplatz, hier wird abkassiert; der Strom kostet für einen Tag zwischen 7 und 10 Euro – und dies obwohl Strom in Island generell nur etwa die Hälfte kostet wie in Deutschland. Wir haben in unserm Fahrzeug eine 2.Batterie für die Kühlbox, so dass wir nie Strom brauchten, wir hätten sonst auf unserer Reise ca. 700,-- nur für Strom bezahlt.
Wetter
Dass in Island gutes Wetter eher selten ist, wussten wir natürlich.
Wir hatten es dennoch unterschätzt denn der Wind spielt hier letztlich die größere Rolle als die Temperaturen.
Der Wind „verbläst“ natürlich diese ganz erheblich, es sind dann 12 Grad gefühlt nur noch 5 -6 Grad, 6-8 Grad liegen dann schon gefühlt im Minusbereich; und das hatten wir oft.
Also auch im Isländischen Sommer ist zumindest gefühlt gerne mal Winter, da wir das unterschätzt hatten, haben wir uns dann noch einige warme Sachen gekauft.
Angelkarte
Vorweg muss ich sagen, dass ich keine Angelerfahrung habe, dennoch habe ich mir eine Angelausrüstung zugelegt und mir auch die im Internet beworbene Angelkarte für Island gekauft. Island wird ja als „Angelparadies“ angepriesen, und mit der Angelkarte, darf man an vielen Seen angeln, im Meer ist es ohnehin frei.
Die Realität sieht dann doch etwas anders aus.
Die Angelkarte gilt an weit über 90% aller Seen, an denen man vorbei fährt nicht.
An den meisten der ca. 38 Seen darf man auch nicht am ganzen See angeln, sondern nur an bestimmten Uferabschnitten manchmal muss sich auch noch irgendwo vorher anmelden. Obwohl ich keine Angelerfahrung habe, ist mir aufgefallen, dass an den meisten Seeufern an denen ich war, das Wasser eher sehr flach und zum Teil krautig war und ich musste sehr häufig gegen den Wind auswerfen. Um es vorwegzunehmen, ich habe keinen Fisch gefangen. Aber es drängte sich mir schon der Eindruck auf, dass die Gewässerbesitzer die eher „schwierigen“ Seen und Ufer für die Touristenangelkarte melden.
Ein Bekannter, erfahrener Angler, hat in drei Monaten auch nur 2 Fische gefangen,
Noch eine Besonderheit, die ich mir nicht erklären kann:
Wir haben in der ganzen Zeit in Island weder in einem See, Fluss oder am Meer einen einzigen Fisch gesehen; auch nicht kleine oder sonst irgend ein Getier.
Es gibt natürlich Fische und Angelplätze an denen man was fängt, aber die Kosten, zum Teil sehr viel – das geht bis 1.000 Euro / Tag für bestimmte Lachsflüsse.
Preise
Island ist ein teures Reiseland, das Preisniveau liegt deutlich über dem deutschen. Man kann dennoch, wenn man sich aus Supermärkten verpflegt einigermaßen gut durchkommen.
Das Preisniveau hat nichts mit dem unsinnigen Argument „es muss ja alles importiert werden“ zu tun. Wir haben festgestellt, dass die Importwaren in der Regel die günstigsten Produkte sind. Das hohe Preisniveau ist im wesentlichem hausgemacht, es gibt dort dauerhaft eine jährliche Inflation von 4 – 6 % welche dann durch Gehaltserhöhungen wieder ausgeglichen wird – d.h. in Island läuft die Lohn- Preisspirale recht ungehemmt. Der Wechselkurs bleibt aufgrund einiger für Island günstigen Umstände (haben wir recherchiert) relativ konstant. D.h. für die Isländer sind die Preise bezogen auf das Lohnniveau nicht höher wie bei uns, aber für den Touristen ist es sehr teuer, und wird auch weiterhin immer teurer.
Dazu kommt noch eine teilweise völlig ungehemmte Touristenabzocke. Als Beispiel möchte ich Landmannalagur anführen, ein Bett im Guesthouse kostet hier für eine Nacht und eine Person ca. 110,-- Euro (wohlgemerkt in einem viel-Betten Raum). „Begründet wird dies mit der abgelegenen Lage im Hochland.
Hier muss man das mal richtig stellen, hoch ist da gar nichts, es spielt sich alles im Bereich von 400 – 600 Höhenmeter am. Und abgelegen, ja es ist weiter von der nächsten Stadt entfernt, aber das ganze ist mit allen Fahrzeugen inklusive Omnibussen (es kommen täglich ein Dutzend) und LKW erreichbar. Im Gegensatz zu den Berghütten in den Alpen, die eigene Seilbahnen unterhalten und mit Hubschrauber versorgt werden ist da wirklich nichts hoch und schwer erreichbar und ein Bett in den Alpen kostet ca. 25 Euro die Nacht.
Diese zum Teil wirklich maßlos überzogenen Preise die überhaupt nichts mehr mit der Gegenleistung zu tun haben, auch wenn wir das nicht gebraucht haben, haben wir dennoch als ziemlich gastunfreundlich wahrgenommen.
Was hat besonders genervt
Pay Zone
Wirklich nervig und sehr teuer und auch ärgerlich sind die Pay Zones für das Parken, insbesondere im Süden ist an fast jedem halbwegs interessanten Ort eine Pay Zone für das Parken. Die Parkgebühr für einen PKW beträgt in der Regel 1.000,-- Kronen, das sind gut 7 Euro. Zynischerweise ist dann das Parken für den ganzen Tag erlaubt, selbstverständlich im Wissen, dass die entsprechende Besichtigung im Schnitt ungefähr 1 – 2 Stunden dauert. Würden nur die Hälfte der Fahrzeuge auch nur einen halben Tag parken, wären die Parkplätze viel zu klein. Für manche der Attraktionen braucht man nicht mal 30 Minuten um sie ausführlichst zu erkunden. Die meisten Touristen besuchen am Tag ca. 3 – 5 dieser Sehenswürdigkeiten, das sind dann mal bis zu 35 Euro am Tag Parkgebühren. Island wirbt damit, dass die Naturattraktion kostenlos sind, aber man zahlt halt dann fürs Parken. Die Parkgebühren kann man zwar theoretisch, aber wenig praktikabel umgehen; man muss dann mehrere Kilometer zu Fuß gehen, für die meisten Besucher nicht möglich, da ja ihre Aufenthaltsdauer sehr begrenzt ist.
Bis jetzt sind an den Parkplätzen Toiletten kostenlos. Wir haben aber schon einen Parkplatz gehabt, der 10 Euro und die Toilettenbenutzung nochmal 2 Euro kostet, die Befürchtung, dass das Schule macht ist nicht unberechtigt.
Die Pay Zones sind allesamt mit Kameras und Kennzeichenerfassung, manche sind noch auf der öffentlichen Straße, die dann nur noch zum Parkplatz führt, aber man bezahlt schon bevor man noch genau sieht wo man hinkommt und vielleicht gar nicht bleiben möchte. Manche Veranstalter von Touren haben ihren Laden auch auf solchen Parkplätzen, d.h. man muss erstmal 7 Euro bezahlen und sich nach einer, in der Regel total überteuerten, Tour zu erkundigen.
Die Parkgebühr ist natürlich auch dann fällig, wenn man in den sehr großen Visitor Centern (Restaurants, Souvenier und Bekleidungsläden) konsumiert und/oder einkauft.
Wir haben natürlich die Hauptattraktionen trotzdem besucht, man sieht das ja viele Jahre in Fernsehdokus und in Reiseführern, und wenn man dann einmal da ist, lässt man das halt nicht aus. Aber wir haben es gesehen und sind froh, dort nicht mehr hin zu müssen; diese Attraktionen sind durchaus Sehenswert und zum Teil auch beeindruckend, aber im Vergleich zu den aus unserer Sicht wirklichen Highlights von Island doch nur eher ganz nett.
Dies auch deshalb weil dort auch das „Naturerlebnis“ nicht mehr vorhanden ist. Bei Geysir und Gullfoss ist Parkplatz und Visitor Center viel größer als die Attraktion und es werden sehr viele Busladungen zwischen Absperrleinen dort durchgeführt. Es ist dann nur noch irgendeine Attraktion.
Ab einem bestimmten Zeitpunkt haben wir auch aus den oben genannten Gründen diese Pay Zones konsequent ignoriert und haben dabei sicher nichts besonders oder Wesentliches verpasst.
Ebenso haben wir festgestellt, dass manche „Attraktionen“ in erster Linie deshalb welche sind, weil sie nahe der Ringstraße und Rundreisedistanz von Reykjavik aus sind, sie sind im Vergleich zu anderen schönen Landschaften/Attraktionen zumindest teileweise eher unscheinbar.
Wir haben uns immer wieder gewundert, wo die Leute mit Bussen hingekarrt wurden, um irgendwas anzuschauen, nur weil man es gut erreichen kann.
Die Pay Zones sind vor allem in Süden, in den Westfjorden, im Norden, Nordosten, und Osten ist das (noch) nicht so.
Umweltschutz
An jeder Attraktion stehen viele Schilder, dass man auf die Natur achten soll, genau auf dem Weg bleiben soll (Flora Protektion) ebenso wird in allen Nationalparks jeder Besucher auf sein Verhalten im Bezug auf Naturschutz hingewiesen.
Also als Tourist wird einem schon vermittelt, man sei ein potentieller Umweltzerstörer den man von seinem schädlichen Verhalten abhalten muss.
Das nervt wirklich.
Die Realität ist dann doch anders.
Es gibt sicher einzelne Touristen, die sich nicht sehr umweltfreundlich verhalten, aber die große Mehrheit verhält sich doch sehr rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst und nicht zerstörerisch.
Hier noch ein paar Fakten und Beobachtungen:
Es sind nur ca. 2% der Fläche Islands inklusive Verkehrsinfrastruktur erschlossen, auf vermutlich über 90% der Fläche Island war und wird niemand sein außer Schafe, da das Land über weite Strecken sehr unzugänglich ist und es auch keine sinnvollen Ziele gibt.
Also die Natur Islands ist nun wirklich nicht in Gefahr.
Man kann sich ja mal den Umgang der Isländer mit der Natur anschauen, das ist dann schon etwas ernüchternd. Wir haben mehrere Schrottplätze gesehen ca. 3 Fußballfelder groß wo alles einfach in den Boden sickert. Auch auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben steht altes Gerät in der Wiese und rostet ungehindert vor sich hin. Bei uns wurde man schon vor 50 Jahren für ein abgestelltes altes Auto wegen Umweltverschmutzung angezeigt. Ebenso ist uns aufgefallen, dass überall in der Landschaft vereinzelt Ferienhäuser stehen. Daraufhin haben wir uns mal angeschaut wie Island das mit den Abwässern macht, auch in großen Städten – sensible Gemüter sollten das vielleicht nicht tun.
Dass in der Isländischen Kultur der Naturschutz nicht stark verankert ist, ist auch nicht verwunderlich, mußte das Volk ja jahrhundertelang in dieser sehr rauen Natur ums Überleben kämpfen und nicht die „bedrohliche“ Natur schützen. Um noch klarzustellen, natürlich gibt es auch in Island Personen und Gruppen die sich ernsthaft für Naturschutz
einsetzen und vermutlich auch mit dem Verhalten ihrer Landsleute nicht einverstanden sind, aber in der isländischen Kultur insgesamt ist das halt sehr überschaubar.
Und wie wir mehrfach von Personen, die Island und die Isländer seit Jahrzehnten kennen bestätigt bekamen:
Die Isländer interessieren sich nicht so sehr für die Natur, sondern viel mehr für das Geld, dass man damit verdienen kann.
Wenn man glaubt mehr abcashen zu können, ist die Flora Protektion ganz schnell komplett egal und es wird halt was, und sei es nur größerer Parkplatz oder ein neues Visitorcenter, hingebaut.
Ich will hier nicht das Verhalten der Isländer kritisieren, aber den Naturschutz und die Gefährdung der Natur in erste Linie den Touristen, welche dem Land einen großen Wohlstand bescheren, „umzuhängen“ und selbst das Ganze, nett gesagt, sehr entspannt zu handhaben ist einfach nicht in Ordnung.
Was ist gut/günstig:
Wasser
Überall in Island auf jedem Campingplatz, teilweise in Supermärkten, und eigentlich aus jeder Wasserleitung kommt sehr gutes Trinkwasser. Wir haben während unserer ganzen Reise keine einzige Flasche Wasser gekauft, dies hat uns auf anderen Reisen (Südeuropa) oft einige hundert Euro gekostet.
Olis
Wenn man die CampingCard kauft ist ein Rabattchip für Olis Tankstellen dabei. Mit diesem bekommt man beim Tanken einen Rabatt auf den Treibstoff, man bekommt auch 2 Becher Kaffee in der Olis Station für 1 Euro. Ebenso kostet eine große Gaskartusche mit dem Rabatt in etwa das gleiche als wenn man bei uns eine Einzelne kauft. Ebenso sind Imbisse auch vergünstigt. Abgesehen davon sind die Olis Stationen wie typische Diner eingerichtet und das Personal war immer sehr freundlich. Wir sind immer sehr gern in die Olis Tankstellen gegangen, leider gibt es davon nur wenige.
Campingcard
Wie oben schon beschrieben
Schlussfazit im Fazit
Island ist wie Eingangs beschrieben absolut sehenswert, aber man muss dafür einige wirklich nicht nette Dinge in Kauf nehmen.
Würden wir wieder hinfahren?
Darüber haben wir viel diskutiert, und sind nicht ganz einer Meinung.
Ich würde schon gerne nochmal für 4 -5 Wochen hinfahren, aber primär in den Norden, Nordosten, evtl. Westfjorde und natürlich das Landesinnere. Den touristischen Süden würden wir nicht mehr besuchen – hier ist einfach das Verhältnis von Aufwand und Erlebniswert nicht mehr interessant.
Sollte sich aber die Abcashpraxis (Payzones etc.) des Südens auch dorthin ausbreiten und alles nochmal deutlich teurer werden, dann wahrscheinlich eher nicht. Es gibt halt eine Grenze für die auch sehr schöne Dinge einfach so teuer werden, dass sie keinen Spaß und keine Freude mehr machen.
Sollte es so kommen, würde ich das sehr bedauern. Und es wäre wirklich schade, wenn diese zum Teil wirklich phantastische Natur nur eher gut betuchten vorbehalten sein sollte.
Auch mit etwas Abstand – ich denke oft an die schönen Erlebnisse in Island und wünsche mich immer wieder auch dorthin zurück.
