BLOG 22: Granada / Nicaragua
Granada wurde 1524 vom spanischen Eroberer Francisco Hernández de Córdoba gegründet. Während der Kolonialzeit war Granada einer der bed


Veröffentlicht: 18.03.2026


































Heute stehen zwei Ziele westlich von Granada auf dem Programm: zunächst geht es zum Kratersee „Laguna de Apoyo“. Vom Aussichtspunkt „Mirador de Catarina“ hat man einen schönen Überblick über den See und Richtung Granada sowie auf den Volcán Mombacho. Hier treffen wir auch auf eine Musikgruppe, die die in Mittelamerika sehr verbreiteten Xylophon- artigen Marimbas virtuos spielen. Die Klangkörper sind aus Holz, daher klingen Marimbas dunkler und voller als ein europäisches Standard-Xylophon mit Metallklangstäben. Auffallend ist auch, dass beide Spieler mit jeweils drei Schlägeln zu Werke sind.
Jetzt geht es auf steiler Straße hinunter zum „Laguna Beach Club“ direkt am Kratersee.
Der See liegt in einer Caldera, die vor etwa 23.000 Jahren durch eine Vulkanexplosion entstand. Er hat einen Durchmesser von etwa 4 km und eine Fläche von 20,92 km². Das Wasser ist leicht salzhaltig und wird durch unterirdische geothermische Aktivität das ganze Jahr über angenehm warm gehalten (ca. 27–29 °C).
Mit einer Tiefe von bis zu 200 Metern gilt er als der tiefste Kratersee in Zentralamerika und hat weder Zu- noch Abfluss an der Oberfläche.
Die Laguna de Apoyo wurde 1991 zum staatlichen Naturreservat erklärt.
Wir sind einige Stunden in unsere gemieteten „Privat Cabaña“ – man hat einen schönen Blick auf den See und es werden auch Getränke und Speisen serviert. Natürlich gehen wir auch ganz hinunter und testen das wirklich angenehm warme Wasser schwimmenderweise.
Das zweite Ziel ist der Volcán Masaya – hier ist das lokale Know-how unseres Guide Huascar gefragt, da es beim Zugang ein paar Besonderheiten zu beachten gilt. Der Nationalpark wird gegen Abend erst um 17.00 Uhr für Besucher geöffnet, wir sind jedoch schon einiges früher dort und reihen uns in die – noch relative kurze – Schlange der wartenden Autos ein, später erstreckt die Schlange sehr viel länger bis auf die Hauptstraße hinaus. Dann dürfen wir mal losfahren, allerdings nur ein Stück bis zum Comalito Trail, wo die Autos nochmal gestoppt werden. Wir haben aber jedenfalls schon die Zuordnung zur ersten Gruppe, die dann später zum eigentlichen Krater hinauffahren kann.
Dieser Nebenvulkan Comalito ist anscheinend inaktiv, allerdings gibt es auf dem Rundgang, den wir zur Überbrückung der Wartezeit machen, einige Fumarolen, aus denen zwar nicht gut sichtbare, aber dafür umso stärker riechbare – da stinkende – heiße Gase entweichen.
Zurück am Parkplatz macht sich dann allgemein Hektik breit und bald dürfen wir in der ersten Gruppe ganz hinauffahren. Diese erste Gruppe hat als einzige den Vorteil, dass wir den Krater noch bei Tageslicht sehen und dann den recht spektakulären Sonnenuntergang hinter den ausströmenden Dämpfen und Gasen sehen können. Die Dämmerung ist hier sehr kurz und bei Dunkelheit sieht man das spektakuläre rote Leuchten am Kratergrund. Seit einigen Erdbeben und Felsstürzen in den letzten Jahren – der Kraterzugang war auch bis letztes Jahr für längere Zeit überhaupt gesperrt – kann man nicht mehr direkt die flüssige Lava sehen, aber der Anblick ist trotzdem sehr beeindruckend. Der Aufenthalt am Aussichtspunkt ist für die späteren Gruppen auf jeweils 10 Minuten limitiert, wir konnten deutlich länger oben bleiben. Dieser Besuch war sicher einer der Höhepunkte unserer Reise!
Am Rückweg in die Stadt kommen wir wieder einmal an einem der vielen „Lebensbäume“ („Chayopalos“), jetzt beleuchtet, vorbei.
Die Chayopalos wurden 2013 unter der Regierung Ortega von Vizepräsidentin Rosario Murillo (der Frau von Daniel Ortega) im Rahmen eines landesweiten Verschönerungsprogramms aufgestellt.
Obwohl der Baum ein universelles Symbol ist, ist das spezifische Design dieser Metallstrukturen von Gustav Klimts Werk „Der Lebensbaum“ inspiriert. Charakteristisch sind die organisch gewundenen Äste, die Wachstum und spirituelle Verbundenheit symbolisieren.
Für die Regierung stehen sie für „Siege des Volkes“, Frieden, Leben, Hoffnung und Glück, laut unserem Guide auch für die Freundschaft mit Venezuela und zur Ehre von Hugo Chavez.
Für Kritiker und Gegner wurden sie zum Symbol für die Macht der Präsidentenfamilie und die Staatsausgaben. Während der Proteste 2018 wurden viele dieser Bäume von Demonstranten als symbolischer Akt der Ablehnung der Regierung gefällt, aber von dieser später wieder aufgebaut.
