Irre in Istanbul
Tag #47 Dienstag, der 16.06. Pausentag II Istanbul Land: Türkei Nach dem Frühstück ist Waschen Teil II angesagt, um mal alles wieder sauber zu bekommen. Jedenfal


Veröffentlicht: 18.06.2026
















Tag #48
Mittwoch, der 17.06.
Von Istanbul bis Yeniciftlik
Land: Türkei
Das übliche Spiel beginnt wieder von vorne, aufstehen und packen. Und auch wenn inzwischen alles seinen festen Platz hat, so dauert es doch immer recht lange, bis alles erledigt ist.
Muss halt alles auf Packmaß gebracht werden, um so kompakt wie möglich zu sein.
Den restlichen Platz benötige ich schließlich für Essen.
Zwischendurch wird immer wieder von meinem Müsli gegessen, wenn ich schon von essen rede.
Und dann die entscheidende Frage, wie komme ich jetzt hier raus?
Mein Navi zeigt mir zwar eine Route an, doch der Radweg befindet sich 3 Meter über mir und ein Zugang fehlt.
Bis ich auf meinen Irrwegen zwei Locals vor ihrer Wohnungstür sehe, die ein Rennrad neben sich stehen haben.
Perfekt, die sollten das wissen.
Und so hilft er mir, beauftragt durch seine englisch sprechende Schwester, den Weg durch die Gassen auf den Radweg zu finden.
Die nächste Hürde ist, dass ich über die Autobahn muss.
Hoch geht noch, der Aufzug auf der anderen Seite wird allerdings repariert, also Rad schultern und runter tragen.
Dann endlich kann ich schön an der Promenade entlang radeln und habe einen herrlichen Blick auf das Wasser, die unzähligen vor Anker liegenden Frachter und sehe hinter mir die Stadt kleiner werden.
Zumindest die Hochhäuser, weil ich quasi den gesamten Tag über in bebauten Gebieten bleibe.
Ist halt eine Weltstadt und am Meer sowieso alles zugebaut.
Spannend wird es, als ich zur E5 komme.
Definitiv zum abgewöhnen.
Am ehesten kann man es noch mit einer Autobahn vergleichen. Ohne Seitenstreifen.
Da das nun mal meine Strecke ist, muss ich mich irgendwie dadurch kämpfen.
Dabei wird jede Auffahrt und jede Abfahrt, auch die mehrspurigen, überquert.
Das ist zwar abenteuerlich und immer noch besser, als zwischen den Spuren zu fahren.
Autos ausbremsen klappt noch, doch dann kommen die Mopeds dazu, die sich schnell überall durchquetschen.
Ein heilloses Chaos und ich mitten drin.
Als ich durch Büyükcekmece komme nutze ich die Gelegenheit für einen Einkauf.
An der Kasse verstehe ich noch ... Alman ... und es ist offensichtlich, dass es um mich geht.
Der andere Kunde ist Deutschtürke aus der Rattenfängerstadt und hat hier Eigentum gekauft, um seinen Lebensabend am Meer verbringen zu können.
Gut nachvollziehbar.
Er erzählt von kulturellen Schwierigkeiten und anderen Herausforderungen, während ich meinen Kram verstaue.
Auf der weiteren Strecke kann ich manchmal sogar durch die Häuser das Meer sehen und irgendwann finde ich eine Möglichkeit, um am Strand Pause zu machen, bevor es weiter geht.
Gespannt bin ich darauf, wie und wo ich heute einen Platz für mein Nachtlager finden werde.
Gegen Abend löst sich das denkbar einfach, indem ich ein paar Locals frage, und so finde ich eine schöne Stelle am Strand.
Zwar bin ich unsicher, was sie mir teilweise sagen wollen, da nur einer gebrochen englisch spricht, doch das Wort zelten ist schnell herausgefunden und Tamam eindeutig zu verstehen.
Irgendwie funktioniert die Verständigung eben immer.
Doch erstmal setz ich mich in den Sand für das Abendessen, und um ein Gefühl für den Platz zu entwickeln, der toll aussieht.
Als nächstes baue ich mein Zelt auf, bevor ich noch kurz ins Marmarameer schwimmen gehe.
Perfekt passend zum Sonnenuntergang, der Muezzinruf ist da eindeutig.
Danach gönne ich mir noch den Luxus mich großzügig mit meinem Trinkwasser abzuduschen.
Morgen kann ich mir problemlos neues besorgen.
Es gibt noch einen kleinen Catfight und nachdem die beiden ihre Streitigkeit beigelegt haben, kehrt Ruhe ein.
Und ich verschwinde im Schlafsack.
Nur kurz hinlegen, bevor ich Jenni eine gute Nacht wü...
Eingeschlafen.
Song des Tages:
AYS - Ambitions
