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Tag 4: Fès – Ifrane – Midelt

Veröffentlicht: 28.06.2026

Fahrt
Fès → … → Midelt
283 km
Attraktion
Cèdre Gouraud
Ifrane, Marokko
Attraktion
Ifrane Nationalpark
Ifrane, Marokko
Attraktion
Michlifen Ski Resort
Ifrane, Marokko
Unterkunft
Villa Pomme d'Or
B&B · Midelt
Essen
Restaurant Merzouga
$ · Abendessen
Attraktion
Atlasgebirge
Midelt, Marokko

30.3.26

Highlights des Tages:

· Ifrane Ort

· Ifrane Nationalpark, Cèdre Gouraud & Berberaffen

· Azrou

· Michlifen Skiresort

Nach dem Frühstück im Riad Inaya machen wir uns auf den Weg Richtung Atlasgebirge. Schon kurz hinter Fès wird die Landschaft grüner und die Straße schraubt sich langsam in die Berge.

Fès - Riad Inaya Fèz

Unser erster Stopp ist der Daït Aoua. Zumindest theoretisch. Vom See ist nämlich nicht viel übrig. Statt Wasser blicken wir auf eine große, trockene Fläche. Irgendwie schade, aber gleichzeitig auch beeindruckend zu sehen, wie stark die Trockenheit hier zuschlägt, obwohl es in den letzten Wochen nur geregnet hat (und Marokko so grün wie nie ist!).

Fahrt nach Ifrane und ausgetockneter Lac Daït Aoua

Weiter geht es nach Ifrane. Wir parken am Ifrane Lac (da gibt’s auch ein kleines sauberes WC Häuschen) und laufen ein paar Minuten durch den Park La Prairie. Der See ist nett, aber viel spannender finden wir den Ort selbst. Nicht umsonst wird Ifrane als die „Schweiz Marokkos“ bezeichnet. Die Häuser sehen aus wie irgendwo in den Alpen, mit schrägen Dächern im Chaletstil. Auf fast jedem Dach sitzen Störche in ihren Nestern. Besonders lachen müssen wir über ein Hotel namens „Chamonix“ – sehr witzig.

Natürlich schauen wir auch beim berühmten Löwen von Ifrane vorbei. Ein schnelles Foto, dann geht es weiter.

Ifrane

Kurz hinter der Stadt erreichen wir den Singes Parc. Bereits am Straßenrand sitzen die ersten Berberaffen. Als wir am Straßenrand parken, kommt ein Affe direkt zum Auto und macht es sich auf unsere Motorhaube bequem, lehnt sich an unserer Windschutzscheibe an, laust sich und macht so gar eine Anstalten, wieder vom Auto gehen zu wollen. Und nun!? Ich bin skeptisch, was das Aussteige angeht, schließlich sitzt der Kerl direkt vor mir auf der Motorhaube. Zwei Einheimische auf Pferden sagen uns aber, dass die Affen normalerweise harmlos sind und wir ruhig aussteigen können. Bei der Gelegenheit machen wir direkt Fotos mit den Affen und den Pferden. Als weitere Affen kommen und uns anbetteln (scheinbar werden sie regelmäßig gefüttert), winkt uns einer der Reiter zum Haus nebenan, wo der Gatte eine kleine Tüte Erdnüsse kauft. Jetzt haben wir gleich eine ganze Horde Affen um uns herum, die um Erdnüsse betteln. Mir ist das nicht geheuer, ich mache lieber Fotos. Als alle eine Nuss abbekommen haben, machen es sich die nächsten Affen auf unserer Motorhaube bequem. Na super…. Willkommen in Marokko 😊

Singes Parc

Als weitere Touris mit Motorrädern hinter uns stoppen, eilend ie Affen sofort zu ihnen, in der Hoffnung, Nüsse oder etwas anderes Essbares zu bekommen. Wir nutzen die Gelegenheit der freien Motorhaueb zur Weiterfahrt in den Ifrane Nationalpark. Dort im Zedernwald rund um die Cèdre Gouraud wird es noch verrückter. Überall Berberaffen. Wirklich überall. Sie sitzen auf Leitplanken, Parkplätzen und Autodächern. Manche springen direkt auf die Fahrzeuge und hoffen auf Futter. Die Affen wirken dabei deutlich entspannter als die Touristen – ich nehme mich da nicht aus. Die sind mir nicht geheuer….

Gerade, als wir parken, kommt ein Einheimischer zu uns und drückt dem Gatten ungefragt eine Banane in die Hand – was natürlich sofort die Affen anlockt und schon der ersten bettelnde Affen an seinem Bein hängt. Eilig wird die Banane verfüttert, dann will der gute Mann aber dafür 10 € haben!? Im Leben nicht!! Hier sollte man aufpassen – die Händler sind teilweise sehr unverschämt. Wir bieten ihm 1 € oder gar nichts. Er ist sauer und motzt, statt den Euro zu nehmen, zieht er davon. Auch gut… zum Glück die einzige Erfahrung dieser Art heute.

Ifrane Nationalpark

Touristenattraktion ist übrigens der Cèdre Gouraud, eine tote riesige Zeder. Ok, speziell, aber es lockt trotzdem unzählige Touristen an.

Cèdre Gouraud & Berberaffen
Berberaffe mit Nachwuchs

Nachdem wir einen kleinen Spaziergang durch den Wald gemacht haben und noch eine Affenmama mit ganz kleinem Jungtier gesehen haben, fahren wir weiter - allerdings müssen wir den frechen Affen noch verscheuchen, der auf unserem Auto sitzt und so gar nicht weg möchte.

Berberaffe auf unserem Auto im Ifrane NP

In Azrou legen wir eine kleine Pause ein. Erst kurz zum Carrefour (Getränke und Snacks kaufen), dann trinken wir einen klassischen Minz-Tee im kleinen Ortskern der Altstadt. 

Azrou

Anschließend fahren wir weiter zum Michlifen Ski Resort. Ja, Ski Resort. In Marokko. Ich hatte vorab im Internet ein paar Fotos dazu gesehen, allerdings ist unklar, ob es das Skigebiet überhaupt noch gibt, da das Hotel laut Google angeblich dauerhaft geschlossen ist. Es soll hier zwei Lifte geben. Schauen wir mal.

Es geht jedenfalls weiter bergauf. Als wir zu der Straße kommen, die rechts zum Skigebiet abbiegt, treffen wir auf mehrere Polizeiposten. Die Straße ist gesperrt. Wir fragen die Polizisten nach dem Skigebiet, sie behaupten aber, dass es hier kein Skigebiet gibt. Hm…

Wir fahren die Straße zurück auf die Hauptstraße und ich befrage GoogleMaps. Angeblich gibt es eine zweite Zufahrt ein paar Meter weiter, also testen wir das mal. Und tatsächlich: kurze Zeit später stehen wir an einem Krater, auf der einen Seite wo wir stehen, das geschlossene Skihotel, gegenüber des Kraters am Hang zwei Tellerlifte! Der linke Lift hat eine erkennbare Piste, dem rechten Lift können wir keine Piste zuordnen. Aktuell ist der Krater von einer großen Schaf- und Ziegenherde besetzt. Wir wollen uns den linken Lift etwas genauer anschauen und laufen zur Liftstation über die Wiese. Es handelt sich um einen nagelneu aussehenden Tellerlift. Wir wollen wissen, wie die Aussicht von oben ist. Also laufen wir los. Die ersten Meter gehen noch ganz locker, wenig später schnaufen wir wie zwei Dampfloks den Hang hinauf. Oben angekommen sind wir komplett außer Atem. Kein Wunder. Wir befinden uns auf knapp 2.000 Metern Höhe. Gestern standen wir noch am Meer.

Michlifen Skigbiet
Michlifen Skiresort 1.980m

Der Hang ist voll mit Steinen teilweise richtig große Brocken. Wir fragen uns, wie viel Schnee hier wohl fallen muss, damit man nicht über diese riesigen Steinbrocken fährt? Auf der „Piste“ finden wir noch Skiutensilien, einen kompletten Skischuh, Skihandschuhe und einen abgebrochenen Ski.

Fun Fact: als wir der Straße vom Skigebiet weg zurück zur Hauptstraße folgen, kommen wir genau dort wieder raus, wo uns die Polizisten die Einfahrt verwehrt hatten…

Ein paar Meter weiter entdecke ich im Schatten einen Schneerest. Da müssen wir hin!!! Schnee anfassen – in Marokko! Jemand war schon vor uns hier und hat einen kleinen Schneemann hinterlassen. Der Gatte lässt es sich nicht nehmen und rutscht auf einer Tüte durch den Schnee. Ach ja, Schnee ist schon was Tolles 😉

Schneefeld

Die Weiterfahrt durch das Gebirge gehört zu den landschaftlichen Highlights des Tages. Bei Zaida eröffnen sich immer wieder fantastische Ausblicke auf die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges. Damit hätten wir in Marokko ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Fahrt nach Midelt
Schneeberge
Schneebedecktes Atlasgebirge
Zaida

Die Polizei ist übrigens ab jetzt allgegenwärtig. Sie stehen, parken und verstecken sich überall, um Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, Autos & Insassen zu kontrollieren (z.B. Gurtpflicht) und angeblich auch Reisende zu schikanieren, aber das wissen wir nicht. Tatsache ist: die Geschwindigkeitsbegrenzungen sollten UNBEDINGT eingehalten werden, egal wie dämlich und sinnlos sie erscheinen. Es passiert uns heute auch, dass wir auf der Landstraße fahren und plötzlich mitten auf der Straße fünf Schilder auftauchen. Von 100 geht es innerhalb von wenigen Metern auf 80-60-40-20 km/h. Scheinbar ohne sichtlichen Grund. Wir halten uns brav daran, fahren mit 20 km/h teilweise sogar noch langsamer an den Schildern vorbei. Ein paar Meter weiter sehen wir Polizisten hinter einer Mauer sitzen – die Radarpistole auf die Straße gerichtet. Vor uns und hinter uns werden Autos raus gewunken und abkassiert. Heute haben wir Glück! Wir dürfen weiterfahren (gut auch: man erkennt uns nicht sofort als Touristen, da gefühlt jeder 2. Einheimische einen Dacia Duster fährt). Wir werden uns jedenfalls auch weiterhin penibel an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten – die Polizei steht tatsächlich permanent mit „irgendwelchen“ Kontrollen am Straßenrand. Allgegenwärtig eben…

Am späten Nachmittag erreichen wir Midelt und unsere Unterkunft, die Villa Pomme d'Or. Alles wirkt etwas rustikal, aber sehr gemütlich. Unser Gastgeber ist super nett und erinnert uns sofort an den Almöhi aus der alten Milka-Werbung. Das komplette Haus ist im traditionellen marokkanischen Stil eingerichtet. Zur Begrüßung dürfen wir im Wohnzimmer Platznehmen, bekommen Tee, Nüsse, Süßigkeiten und Snacks, danach den Zimmerschlüssel zu unserem rustikalen Zweibettimmer hinter einer massiven marokkanischen Holztür. Draußen gibt es einen tollen großen Pool im Außenbereich, aber bei nächtlichen -4 Grad kommt hier wohl niemand auf die Idee, schwimmen zu gehen.

Midelt - Villa Pomme d`Or

Zum Abendessen gehen wir ins Restaurant Merzouga. Hier essen wir unsere erste Tajine der Reise. Und wahrscheinlich nicht die letzte. Das langsam geschmorte Gericht schmeckt hervorragend, unser Gastgeber ist sehr lustig und nach dem Bezahlen dürfen wir erste gehen, nachdem wir noch die hausgemachten Kekse probiert haben. Auf jeden Fall empfehlenswert!

Restaurant Merzouga in Midelt

Für die Statistik:

Gefahren: 283 km Gelaufen: 11.701 Schritte Wetter: 15 Grad, trocken & sonnig (nachts -4 Grad) Unterkunft: Villa Pomme d`Or (Deluxe Zweitbettzimmer, Ü/Fr)

Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Wetter
Frühling · -4–15°C
Begleitung
Zu zweit (2)
AbenteuerlichKulturell
  • Berberaffen am Straßenrand und im Ifrane-Nationalpark
  • Cèdre Gouraud
  • Michlifen Ski Resort mit Schneefeld
  • Fahrt durch das Atlasgebirge
  • Abendessen mit Tajine in Midelt
NaturTierweltRoadtripTransitEssen
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