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Anne allein auf Reisen
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Heut' war so ein schöner Tag lalalala-la-la!

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Tag 3:

Guten Abend oder wie man auf Papiamento sagt: bon nochi 💯 Ich hoffe euch geht's genauso gut wie mir! Heute war so ein hervorragender Tag - ich konnte ihn wirklich genießen und das, obwohl ich das nicht gedacht hätte. Meine Motivation, aufs Bike zu steigen tangierte heute morgen gegen minus 6467283, deswegen hatte ich anfänglich schlechte Laune und hab hin- und her überlegt, was ich heute mache, was a) nichts mit Fahrradfahren zu tun hat und b) keine 20km entfernt liegt. Die Auswahl hierbei ist leider aber in meinen Augen nicht so groß gewesen. Nachdem ich nun bis fast mittags auf der Terrasse saß und überlegt hab, was ich machen kann, entschloss ich mich dann letztendlich dazu, in die Hufen zu kommen, die Beine in die Hand zu nehmen und los zu wandern. Ziel? Mambo Beach! Entfernung? 11 km 😥 Da ich mir aber glaube lieber während eines Handstands auf heißer Lava ein Bein stückchenweise abgehackt hätte, als heute nochmal aufs Fahrrad zu steigen, entschloss ich mich, einfach zu laufen. Vielleicht hätte ich eine Bushaltestelle gefunden, vielleicht hätte mich ein Einheimischer mitgenommen - ich hab mir alle Optionen offen gehalten, Hauptsache erst einmal losgehen! So stolzierte ich bei knackigen 30 Grad los und die Suppe lief mir schon wieder nach Meter 5 - das hätte ja was werden können. Als hätte mich der bärtige Mann im Himmel gehört, hupte ein Auto und Muni (meine Gastgeberin) strahlte mich aus dem Auto mit Michel zusammen an und beide fragten mich wohin des Weges. Ich sagte, dass ich zum Mambo Beach wolle und wie der Zufall es so wollte, mussten beide auch in die Richtung und haben mich mitgenommen. Es war ein Geschenk des Himmels!!! (Übrigens bin ich nicht gläubig - meine ganzen Bezüge auf Gott & Co. sind nur so dahingesagt - ich will aber niemandem auf den Schlips treten damit) 

So erreichte ich dann nach weniger als 20 Minuten Mambo Beach. Dort hieß es aber erstmal zurechtkommen, denn Mambo Beach ist die Flaniermeile mit dem größten Strand auf Curacao - sprich: viele Geschäfte, Restaurants, Massagebuden und Co. Eigentlich nicht so meine Welt, aber der Strand ist wirklich seeeehr schön und die Anlage weder dreckig noch überfüllt. Nachdem ich ein wenig herumgeguckt hatte, wollte ich dann ans Meer und mir ein Plätzchen suchen. Auch am  Mambo Beach wird eine Gebühr für die Strandnutzung erhoben. Diese betrug 6 NAF (3€), jedoch ohne Liege. Ich fragte den netten Mitarbeiter, der das Geld kassierte, wer denn die Liegen abkassiere. Daraufhin meinte er, wenn ich Glück habe kommt keiner, aber sonst wird irgendwann ein Beach Boy vorbeikommen und auch nochmal 6 NAF verlangen (was auch total in Ordnung ist!). Also nahm ich mir eine Liege, die eigentlich fast direkt im Wasser stand - herrlicher Platz sag ich euch. So lag ich da einige Stunden, hüpfte einige Male ins türkise Wasser und genoss die Sonne 😍 ... natürlich kam der Beach Boy und ich musste zahlen, aber das war nicht schlimm.

Dann überkam er mich: der Gedanke, wie ich wieder zurückkomme 😵 Denn Muni und Michel waren woanders und nicht am Mambo Beach, sodass sie mich eventuell hätten wieder mitnehmen können. Und dadurch, dass es hier gegen 19.30 Uhr schon wieder stockdunkel ist, musste ich gegen Nachmittag auch schon wieder losmachen, denn wenn ich hätte laufen müssen, wäre ich vermutlich auf der Straße umgekarrt worden, weil es keine Fußgängerwege gibt. Also packte ich zusammen und fragte einen Einheimischen, ob er mir einen Bus Richtung Muizenberg empfehlen könne - dieser sagte mir aber nur, wo ich die Bushalte finden könne. Dort ging ich dann hin und wartete ... 5 Minuten vergingen und drei Busse sind schon an der Station vorbeigefahren und ich machte mir so meine Gedanken ... Zum Glück kam ein älteres deutsches Ehepaar, die auch auf den Bus warteten und den Anschein machten, als seien sie schon öfters Bus hier gefahren. Wir kamen ins Gespräch - beide kommen aus Duisburg und sind auch das erste Mal auf Curacao und ich stieg letztendlich nach ca. 10 Minuten warten mit beiden zusammen in einen Mini-Bus für 9 Personen. Wir drei Deutschen neben 6 Einheimischen schwarzen Frauen. Ich hatte natürlich keine Ahnung, wo der Bus hinfuhr, aber die richtige Richtung war es schon mal, immerhin 😅 Ein bisschen Überraschung muss ja auch drinnen sein! Als die beiden dann ausstiegen, blieb ich einfach im Bus und fuhr bis zur Endstation - die Punda war, also der Ort, wo ich vor zwei Tagen schon einmal war. Also war mir die Ecke zum Glück nicht allzu unbekannt. 

Komme ich nun zum besten Part des Tages: ich habe einen Busfahrplan gefunden!!!!  Jaaaa, ihr lest richtig! Was für viele fragwürdig zu Zeiten von Google und Öffi-Apps klingt, ist mein voller Ernst. Ich habe NICHTS gefunden online, was einem Busplan gleicht! Und da hing er nun! Eine Übersicht mit den verschiedenen Buslinien Curacaos und Abfahrtszeiten. Ein Träumchen! Ich hätte fast eine Träne vor Glück vergossen, als ich gesehen habe, dass direkt von dort auch ein Bus bis vor meine Tür des Appartements fährt! Schweiß, Blut und Tränen der letzten zwei Tage waren vergessen und ich bin auferstanden wie Phönix aus der Asche! Jetzt weiß ich, wie ich die Insel per Bus erkunden kann! Auch wenn die Busfahrt sehr abenteuerlich war (nur Einheimische und der Busfahrer brettert mit gefühlt 300 km/h bei offenen Fenstern über die Hauptstraße und hupt ununterbrochen und man muss, wenn man aussteigen möchte eine Strippe an der Decke ziehen), aber ich bin lebendig angekommen und musste nicht mehr weit laufen. 

Auf dem Weg zur Unterkunft hab ich mir auch mal ein Bierchen gekauft und bin glücklich und zufrieden wieder eingetrudelt. Was für ein Tag sag ich euch: Abenteuer pur 😂 Aber auch besser so, weil sonst hätte ich ja Nichts zum erzählen für euch! Bis morgen und Grüße in die Heimat!

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  • Kommentare

    Peggy
    Weißt du, worauf ich mich die ganze Nacht freue und was ich frühmorgens beim Wachwerden als Allererstes tue? Ich lese deinen Blog! Du schreibst so erfrischend, dass man gut gelaunt in den Tag startet. Ich weiß, dass es dir blendend geht, ich mir keine Sorgen machen muss und du deine Zeit in der Karibik geniesst. Wenn wir hier anfangen die Schäfchen zu zählen, ist dein Tag noch nicht zu Ende. In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute Nacht und Schlaf selig ;) Ich fahre jetzt zur Arbeit... Deine Mama, die dich lieb hat 😘
    Delphine
    Meine liebe Annemarie, heute früh um 7Uhr habe ich Deinen Reisebericht gelesen und mich gefreut, dass es Dir gefällt und gut geht. Du schreibst so interessant, dass ich mich auch auf Deinen nächsten Bericht freue. Schön, das es Dir gefällt! Wir freuen uns schon auf den nächsten Bericht morgen früh! Sei lieb gegrüßt von Oma und  Opa! 

    Dinge, die du vor Ort erleben kannst: