Von Lett*innen lernen
In Riga stoßen wir immer wieder auf das Thema Freiheit und Besatzung. Lettland war von 1940-41 von der Sowjetunion, dann bis 1944 von Deutschland und danach wieder von der...


Veröffentlicht: 11.08.2026
Als Geschichtslehrer habe ich häufig mit Schüler*innen die Spuren der Judenverfolgung in Bielefeld aufgesucht. Von den ehemals jüdischen Geschäfte in der Obernstraße über diverse Stolpersteine zum Ort der abgebrannten Synagoge in der Turnerstraße. Nach der Sammlung im "Judenhaus Kyffhäuser" am Kesselbrink führte der Weg vieler ostwestfälischer Juden zum Hauptbahnhof. Dort sind ihre Namen auch verewigt. Am 13. 12. 1941 wurden etwa 200 von ihnen mit dem Zug ins Ghetto nach Riga deportiert.
An der Stelle dieses Ghettos waren wir heute. Auch hier wird namentlich an sie erinnert, sofern sie die quälende Zugfahrt überlebt hatten. Die meisten von ihnen wurden anschließend in Auschwitz ermordet.
Eine private Initiative hat sich dieser Erinnerungsarbeit angenommen mit guten lettisch-englischen Erklärungen. Worte unserer Muttersprache, die hier auftauchen, lauten: Wehrmachtsbefehlshaber, Generalplan, Ortskommandantur Riga, judenfrei.
Das ist unsere Sprache!
Etwas außerhalb Rigas besuchten wir noch das ehemalige Lager Saraspils, in dem besonders viele Kinder ermordet wurden.
Nun war es Zeit, diese Orte des Grauens tu verlassen. So fuhren wir weiter in den Gauja Nationalpark.