Owensboro Bluegrass Music Hall of Fame & Museum
Die am Fluss Ohio gelegene Stadt Owensboro hat etwa 60.000 Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt im Bundesstaat Kentucky. Sie gilt auch als Hochburg des Barbecue...


Veröffentlicht: 18.10.2023











































Nashville ist wohl für viele Musiker ein magischer Anziehungspunkt. Und wie so oft in den USA scheiden sich hier die Geister…
Die erst vor knapp zweihundertfünfzig Jahren gegründete, recht junge Großstadt, mit knapp 700.000 Einwohnern, ist Hauptstadt des Bundesstaates Tennessee. Gelegen am Cumberland River ist besonders der Innenstadtbereich von unzähligen Wolkenkratzern besetzt und von drei Highways durchzogen. Neben vielen großen und bekannten Firmen und Universitäten ist eben auch die Musikindustrie mit vielen Bereichen vertreten. Daher wird die Stadt auch “Music City” genannt. Der Südwesten der Stadt (in dem sich meine Airbnb-Unterkunft befindet) ist auffallend schön. Es sind viele Einfamilienhäuser mit großzügigen Gärten, alten Bäumen; alles sehr gepflegt, sauber und wenig großstädtisch.
Besonders als “home of country music” ist Nashville bekannt. Das Ryman Auditorium ist ein historischer Veranstaltungssaal in dem auch heute noch etliche Konzerte stattfinden (im Oktober waren hier z.B. Pat Metheny, Nick Cave). Die wohl weltweit am längsten andauernde Radiosendung “Grand Ole Opry” war hier ebenfalls von 1943 bis 1974 beheimatet. Und natürlich war Bill Monroe hier ebenfalls häufig zu Gast.
Das recht junge “National Museum of African American Music” zeigt die verschiedenen Musikstile, die sich durch Afrikanische Sklaven in Nordamerika entwickelt haben (hier nur eine Auswahl: Gospel, Ragtime, Soul, Blues, Funk, R’n’B, Jazz, Hip Hop, Rap). Dass sich die verschiedensten Entwicklungen von Musikstilen auch unabhängig von der Hautfarbe gegenseitig beeinflusst haben, wird an einigen (wenigen) Stellen dargestellt. Zum Glück gibt es neben vielen zu lesenden Texten auch sehr viel Musik zu hören. Dies auch interaktiv (wenn man sich die Zeit nimmt).
Vom Johnny Cash Museum gucke ich mir nur den Souvenirladen an - es ist erstaunlich, auf was sich die Marke “Cash” alles bringen lässt. Es gibt sogar noch Schallplatten, Bücher und CDs mit Autogrammen (für viel Geld). Ich gebe hier kein Geld aus - Johnny Cashs Musik kann man ja am besten hören, vielleicht sogar den Film “I walk the line” sehen oder, was ich beeindruckend fand, die Autobiografie “Cash” lesen.
Ganz besonders herausragend ist für mich der Besuch von “Carter Vintage Guitars”. Ich kenne dieses Geschäft schon seit langem durch die Seite “Mandolincafe”. Oft werden Mandolinen über die Seite zum Verkauf angeboten. Und so komme ich in den Genuss, einige tolle Instrumente anspielen zu können. Klasse ist, dass fast alle Instrumente spiel bereit und sogar gestimmt sind. Etliche alte Martin Gitarren stehen nebeneinander. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sie klingen, obwohl es die gleichen Instrumente sind. Am beeindruckendsten ist die Monteleone Arch Top Gitarre “Radio Flyer” von 1993. Welch ein tollen Klang. Ein langes Sustain, sehr ausgewogen, super Bespielbarkeit. Nur leider mit 135.000 Dollar auch ein stolzer Preis. Als ich nachfrage, was das teuerste Instrument sei, zeigt mir der junge, gut informierte Mitarbeiter eine 1959iger Gibson Les Paul für 450.000 Dollar… Ich spiele auch einige Gibson L-5 Gitarren aus den 1930iger Jahren an. Auch hier deutliche Klangunterschiede und stolze Preise. Natürlich muss ich auch einige Mandolinen anspielen. Zuerst eine Monteleone Grand Artist 10-String von 1980 für 25.000 Dollar. Aber, die tiefe C-Saite klingt nicht besonders - da klingen einige 10-saitige brasilianische Bandolims besser. Die vom Design her sehr auffälligen italienischen Giacometti J5 Mandolinen sind hier gleich mehrfach vertreten und klingen super. Und dann gibt es noch zwei von Lloyd Loar gezeichnete F-5 Mandolinen. Tolle Instrumente, beide haben 29 (!) Bünde für die hohen Saiten und lassen sich hervorragend spielen und klingen ausgezeichnet. Nur sind 130.000 Dollar ja auch kein Pappenstiel.
In “Downtown” Nashville lässt sich bereits tagsüber und vor allem abends an unzähligen Orten live-Musik hören. Teils auf vier Stockwerken wird jeweils eine Band angeboten - Eintritt frei. Für viele Gäste ist es dabei obligatorisch beim Besuch in Nashville einen Cowboyhut und/oder Cowboystiefel zu tragen. Und so bieten etliche Läden entsprechende Outfits an (auch viele andere, zu meist sehr bunte Kleidungsstücke oder Souvenirs). Die meiste Musik lässt sich wohl als Pop-, Rock oder Countrymusik bezeichnen. Und - nicht unwichtig - immer wieder ziehen Junggesellen-Partys auf großen Wagen oder Bussen durch die Straßen. Dies ist offensichtlich ebenfalls ein Wirtschaftszweig für die Stadt. Sowohl im Trubel der Geselligkeit als auch abseits davon, fallen die vielen Armen und besonders die obdachlosen Menschen auf. Soviel Elend und Verwahrlosung ist mir bisher in keiner Großstadt derart aufgefallen.
Neben den bereits erwähnten Highways mitten durch die Stadt, gibt es auch eine Eisenbahnlinie. Allerdings ist diese nur für Güterzüge vorgesehen. Der frühere Bahnhof, die “Union Station” ist heute ein Luxushotel. In vielen Bereichen der (Innen-) Stadt sind Fahrradwege vorhanden, teils durch Markierungen auf den Fahrbahnen, teils auch extra baulich abgegrenzt. Auch gibt es an vielen Stellen Fahrräder und E-Scooter zu leihen. Auffällig ist allerdings, dass trotz guten Wetters kaum Radfahrer unterwegs sind. Ich fahre von meiner Unterkunft aus mehrfach mit dem Bus (WeGo, Linie 17) in die Innenstadt und wieder nach Hause. Das funktioniert durchweg reibungslos, etwas rustikal ausgestattet sind die Busse jedoch. Zudem fahren auch etliche eher sehr Arme Menschen und viele Schwarze mit dem Bus. An einem Nachmittag fahre ich jedoch nach Schulschluss mit einer ganzen Horde von Schulkindern gemeinsam im Bus. Auch spannend. Viele von den Kindern haben ihre Musikinstrumente (Flöten, Saxofone, aber auch Geigen) dabei.
