Unsere
heutige Etappe nach Kutna Hora hat nicht so viele Kilometer, deswegen
konnten wir etwas länger schlafen. Auf dem Weg haben wir an der
UNESCO Welterbestätte – der Wallfahrtskirche des heiligen Johannes
von Nepomuk auf Zelena Hora, angehalten. 1719 bis 1722 wurde die
Anlage zu Ehren des hl. Johannes von Nepomuk, dem böhmischen
Priester und Märtyrer und dem Patron des Beichtgeheimnisses gebaut.
Im Zentrum der Anlage steht die Kirche, die aus der Grundform eines
Kreises entstand. Ringsum gibt es einen ebenfalls fast kreisrunden
Ring mit Kreuzgang. Im Moment wird hier viel gebaut und die Kirche
war geschlossen, wir konnten also nur von außen einen Blick darauf
werfen. Wir fuhren die paar Kilometer weiter bis nach Kutna Hora und
kamen bereits 13 Uhr an. Wir wohnten in einem sehr geräumigen Zimmer
mit eigenem Bad in einer Villa, die nur 10 Gehminuten vom
Stadtzentrum entfernt liegt. Das Beste ist der Blick vom Balkon auf
den Dom der Heiligen Barbara. Am Nachmittag liefen wir den kurzen
Weg in die Innenstadt. Die Stadt Kutna Hora, zu deutsch Kuttenberg,
gilt als die silberne Schatztruhe des Landes und war maßgeblich für
den Aufschwung des böhmischen Königreiches verantwortlich. Der
historische Stadtkern mit dem St.-Barbara-Dom und der Kirche Mariä
Himmelfahrt stehen unter UNESCO Weltkulturerbe. Wir begonnen unseren
Stadtrundgang beim Dom mit einer ausführlichen Innen- und
Außenbesichtigung. Dieser außergewöhnliche gotische Kirchenbau
symbolisiert die Macht und Bedeutung der Bergbaustadt, in der einst
Silbererz gefunden wurde. Der Dom ist daher auch der Patronin der
Bergarbeiter, der heiligen Barbara, gewidmet. Der Bau dauerte 500
Jahre und selbst hier kann der einstige Bezug der Stadt zum Bergbau
und zur Münzprägung nicht geleugnet werden, denn wir betrachteten
passende Fresken, Figuren und Münzen. Wir spazierten weiter durch
die leeren Straßen der Stadt, entdeckten interessante Häuserfronten,
gepflasterte Straßen und den steinernen Brunnen. Wir beendeten
unsere Entdeckungstour für heute mit einem nächtlichen Blick auf
den Dom. Am nächsten Morgen besuchten wir zwei weitere Kirchen im
Ortsteil Sedlec. Die erste ist wohl eine der bizarrsten Kirchen der
Welt – die Knochenkirche von Sedlec. Von außen sieht sie recht
gewöhnlich aus. Die Innenausstattung des Ossariums, des Beinhaus,
besteht jedoch aus tausenden von Knochen. Gebleicht, gehauen und
kunstvoll angeordnet. Fünf Gehminuten entfernt liegt die barocke und
gotische Kirche Mariä Himmelfahrt. Die ursprüngliche Kirche aus dem
15. Jahrhundert wurde zu dieser lichtdurchfluteten Kathedrale am
Standort eines alten Zisterzienserkloster umgebaut. In Kutna Hora ist
es wohl die Kirche die am gewöhnlichsten erscheint.
anne & ben um die weltFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)
Ute
Schöne Bilder. Nur die Knochenkirche finde ich nicht so toll😏wobei sie sicherlich etwas ganz besonderes ist.