Siena 2025 - Tag 5
Samstag, 13. September 2025 – Tag 5 Gut geschlafen bis 8:30 Uhr, allerdings ohne Polster und daher voll verspannt den ganzen Tag. Lisa ist schon wach und hungrig, also ab zum Fr

Veröffentlicht: 01.11.2025
Sonntag, 14. September 2025 – Tag 6
8 Uhr. Mit weichem, niedrigem Polster und mit angepasstem Schlaf-Mindset gemäß diesjährigem Buchtipp „Organisch“ von Giulia Enders, geschlafen wie ein Baby.
„Un capuccino e uova strappazzato, per favore.”
Leicht bewölkt und angenehme Temperatur und somit wird ein Lazy Sunday daraus. Buch lesen am Pool, Lisa rettet akrobatisch Insekten aus dem Pool und dann taucht und zieht ein Frosch seine Längen im Pool.
14:00 Uhr: Slicks and sunglasses - MotoGP-Rennen. TV8 / Sky Sport überträgt mit tollem Bildmaterial und italienischem Moderator-Stakkato. Und Hut ab: Alex und auch Marc Marquez geben lange Interviews in lupenreinem Italienisch.
Wir begeben uns auf einen kleinen Ausflug über schöne, verwinkelte Landstraßen, rund um den Aeroporto di Siena-Ampugnano und rauf entlang von Zypressenalleen bis nach San Galgano. Andere hätten bei dieser Autofahrt schon gereihert, aber Lisa befindet: „So geile Kurven.“
An der Kasse gehen wir als Italiener durch und werden vollgequasselt, wenigstens bin ich jetzt meinen kurzen 50er los. Sehr beeindruckend das Kloster ohne Dach (weil die Mönche im 15. Jahrhundert alles verscherbelt haben), extrem ruhig und friedlich hier. Lisa prüft in der Zwischenzeit die Feuerlöscher: alle 2014 abgelaufen, mio dio!
Einmal rundherum ums Kloster und langsam rauf zur Cappella di San Galgano a Montesiepi mit dem Schwert im Stein. Das Schwert aus dem Stein zu ziehen, sollte man unterlassen (wegen der Plexiglasabdeckung eh nicht möglich), denn im Nebenzimmer werden die Hände eines Mannes präsentiert, der sich daran versuchte. Laut einer Sage schickte Gott einen Wolf, der dem Frevler die Hände abbeißen sollte. Es ist extrem stickig hier und hunderte Touristen sind da, aber ein paar Souvenirs für die Daheimgebliebenen müssen es auch hier sein.
Am Weg zum Abendessen liegt Torri. Wir fahren zwar bis vors Tor, aber es ist wie erwartet zu, der schöne Kreuzgang ist nur an ausgewählten Tagen und Uhrzeiten zu besichtigen. Mehr als eine handvoll Katzen warten auch, aber offensichtlich auf das Abendfutter.
Also weiter nach Orgia zum Ristorante dal Cateni. Das liegt auf einem Hügel, erreichbar über eine einspurige Brücke und durch den tiefen dunklen Wald und verwinkelt einspurig bis zum letzten Haus und dann noch ein paar Meter zu Fuß. Es ist zwar ein sehr netter Gastgarten, aber kein verschlafener Insidertipp. Porca miseria!
Eine italienische Kleinfamilie mit Baby ist schon da, ein altes deutsches Ehepaar (die „Hexe“) und ein nicht miteinander sprechendes Date (?) kommen noch und dann fluten ca. 20-30 Amis das Lokal.
Der Aperitiv und das Essen sind schon gut und das Panoptikum der Leute auch, aber der Lärmpegel ist extrem hoch. Mein Aperitiv war natürlich ein Negroni und dazu Bruschette con aglio pomodorini e olive taggiasche. Dann Caprese di Pici e bacca di vaniglia, gut aber ohne Vanilleduft. Als Secondo dann Buttera di Cinta Senese con patate al forno. Gaudino sendet in der Zwischenzeit Fotos aus der guten analogen Zeit und so quatschen wir ganz viel über meine Jugend.
„Un caffè, per favore!“
Trinkgeld gibt es heute eher nur im kleinen einstelligen Bereich. Aber es gibt kein Tip-Glas, der alte Padrone kassiert, was soll ich tun? Kurzerhand den Betrag für ihn in die Cash-Maschine eingetippt und Buona sera, ciao! Über die Staubstraße mit der Heimat telefonierend geht es ab ins Bett um 23 Uhr.
