Siena 2025 - Tag 9
Mittwoch, 17. September 2025 – Tag 9 Heimreise. Nochmal das ausgiebige Frühstück genießen und beim Superlokal wegen dem Öl vorbeifahren. Naja, das war klar, dass um 9 noch niema

Veröffentlicht: 12.07.2026
Prolog
Mai 2026:
Der Agriturismo-Besitzer Giulio ist äußerst zuvorkommend und hat mir unbedingt in einem Call vor der Reservierung folgende Punkte erklären müssen und auch noch ein Video von der Zufahrt geschickt:
Na gottseidank, da kommen wir doch sehr gerne!
Juni 2026:
Das Navi hab ich gar nicht versucht upzudaten, denn die Zeit wollte ich nicht wie im Jahr davor vergeuden. Was solls! Der alte 69er-Rechner wird sich an alten Landmarken und den ausgetrampelten Wegen orientieren und wie ein Pfadfinder sicher das Ziel finden.
„Es wird immer wahrscheinlicher, dass ich tatsächlich jene Reise unternehme, die meine Fantasie bereits seit einigen Tagen mit einer gewissen Ausschließlichkeit beschäftigt.“
Es ist dies ein Zitat aus dem Buch „Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro, welches mir in Vorfreude auf den nahenden Urlaub einfach sehr gut gefallen hat, obwohl es eigentlich um eine ganz andere Reise geht.
Sonntag / Domenica, 28. Juni 2026 – Tag 1
4 Uhr Tagwache: Österreich gegen Algerien bei der Fußball-WM mit glücklichem und doch auch historischem 3:3. Historisch auf jeden Fall der Live-TV-Kommentar von Daniel Warmuth – Bist du deppert!
Um 7:30 Uhr noch gemeinsame Fahrt zum Wahllokal und unsere Stimmen für die Grazer Gemeinderatswahl abgeben und auch noch beim Auer Frühstück nachfassen. Aber dann um 08:15 Uhr endlich Abfahrt gen Süden (149.740 km). Lisa fährt wieder bis Villach zur BP-Tankstelle, aber die 2 Kärntner am Tresen lassen uns gleich weiterfahren und erst in Fratta Nord den Caffè und Croissant genießen. Witzig ist nur, dass auch hier schon am Bediendisplay zu bestellen ist. Eigentlich nicht witzig, sondern traurig, denn wir Menschen reden bald gar nicht mehr miteinander.
Es ist generell wenig Verkehr (weil Sonntag) und draußen ist es sonnig und heiß und das drückt auch innen auf die Gähnmuskeln. Ein Red Bull aus der Kühltasche hilft erst nach 20 min, da sind wir bereits in Bologna: 39,5 °C.
Über den Apennin ist es trotz neuer Tunnelstrecke (Variante) wie immer mit den Tifosi: schneller, schneller, gemma. In Firenze Nord fahren wir zu früh ab, aber auch egal, wir kürzen ein wenig ab und fahren wieder Richtung Pistoia/Lucca auf, in Prato haben wir den High score erreicht: 40 °C.
Bis zur Ankunft im Agriturismo La Grotta in San Giuliano Terme liest Lisa ihr Buch komplett fertig, und es wird nicht das Letzte sein. Der Weg hier herauf ist echt schmal und mit vielen engen Kurven und den 4 Serpentinen zum Schluss doch überraschend, und wenn keiner entgegenkommt, auch herrlich zu fahren.
Giulio erklärt uns alles, auch dass er kein Olivenöl zum Verkauf hat wegen der schlechten Ernte, aber es ist das beste Olivenöl überhaupt. Rotwein hat er, aber auch nur wenig und das müssen wir erst verkosten. Jetzt gönne ich mir mal ein Bier am Pool und dann rein in den warmen Seewasserpool. Lisa hat einen Zeck (la zecca) von zuhause mitgebracht und entsorgt ihn sogleich fachfrauisch.
Wir machen uns frisch, was nur wenig hilft bei der Hitze, aber doch und fahren in ein kleines Kaff zum Abendessen: Il Circolino in Avane. Nebenan spielt sich das Dorfleben am Fußballplatz ab bzw. eine Straße weiter bei einer großen Familienfeier.
Am Nebentisch sitzen 2 Frauen (Arbeitskolleginnen aus Hartberg bzw. eine Schwäbin) und so plaudern wir über die Toskana und im Speziellen über Lucca, wo sie unbedingt morgen hinwollen. Wenn ich so nachrechne, bin ich jetzt zum 10. Mal in der Toskana.
„Un caffè e un grappa, per favore! Grazie!”
Um 10 am Abend noch Richtung Pisa schauen und von wilden Insekten stechen lassen und ab ins Bett um ca. 11.
