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2025-06-19 auf dem Icefieds Parkway von Jasper nach Lake Louise, CA

Veröffentlicht: 20.06.2025

19.6.25 Snaring River->Jasper->Mt. Kerkeling Camp, 55km, 530hm. Diese Nacht habe ich deutlich schlechter geschlafen, weil ich von der Anstrengung zum Mt. Hawk immer noch geglüht habe und mir die ganze Beinmuskulatur wehtat. Als ich um kurz vor 9h den Zeltplatz verlasse, liegt der Mt Hawk in Wolken. Ich fahre wieder auf der Nebenstrecke bis sie auf den Highway 16 mündet und schaue mir den Friedhof an, der vom Feuer verschont geblieben ist. Vermutlich ist der geschützt worden, denn selbst das Hinweisschild vor dem Tor ist noch verbrannt. Auf dem Friedhof liegen Menschen, die vermutlich aus verschiedenen Ländern eingewandert sind. Interessant finde ich Luigo Caputo. Die Grabsteine sind zum Teil von vorne und hinten beschriftet. In Jasper nutze ich wieder die Steckdose der Touristinfo. Ich schreibe über WarmShowers Leute in Calgary und New York an. Und tatsächlich bekomme ich innerhalb einer Stunde von beiden Orten eine Zusage! Im Downtown Hostel kann ich tatsächlich mein ausgelesenes Buch gegen ein neues deutsches tauschen mit dem Titel: Morgen ist ein neuer Himmel. In der Apotheke kaufe ich neue Blasenpflaster, und in weiteren Läden Lebensmittel für vier Tage und zwei Dosen Bier. Als ich nach zwei Stunden endlich losfahren will, fängt es an zu tröpfeln. Ich lese ein paar Seiten in dem neuen Buch. Erst um 15 Uhr verlasse ich Jasper auf der 93a. Hier ist rechts und links alles verbrannt. Die Nebenstrecke hat ein paar mehr Steigungen, ist aber ganz ruhig zu fahren und mündet erst am Athabasca Wasserfall auf den Highway 93. Der Fluss fällt gut 20 Meter in einen engen Canyon und hat mehrere Mühlenbecken gegraben. In der Sprühwolke steht ein Regenbogen. Bei der Weiterfahrt stehen zweimal Hirsche direkt an der Straße. Sie lassen sich nicht vom Verkehr stören. Kurz nach 19 erreiche ich den Campingplatz Kerkeslin. Er soll wieder 31,25 $ kosten, weil das Feuerholz inklusive ist. Da man sich selbst registrieren muss, warte ich erst einmal ab, ob kontrolliert wird. Nachdem das Zelt steht wasche ich mich am Fluss, koche, esse und werde von den Nachbarn aus Dresden eingeladen. Sie meinen es sehr gut mit mir und ich vertilge noch zwei Würste, Brot und ein Bier. Viele Tiere schauen vorbei, ein großer Rabe landet direkt neben dem Tisch, ein Fuchs kommt bis auf fünf Meter ans Zelt und drei Hirsche ziehen am Flussufer entlang. Heute ist es richtig spät. Um 23:20h kuschelige ich mich in den Schlafsack und spüre immer noch meine Beinmuskulatur von der Wanderung.




20.6.25 Kerkeslin Camp-> Jonas Camp, 46km, 530hm. Als ich und kurz vor sechs wach werde, ist es leicht am nieseln. Doch ich kann nicht wieder einschlafen, also packe ich und kann das Zelt in einer Regenpause abbauen. Direkt am Campingplatz Ausgang steht ein großer Hirsch. Ob er mich vorbeilässt? Nachdem ich ein Foto gemacht habe, trete ich in die Pedale und als das Fahrrad einmal klappert springt er kurz zur Seite. Noch ist wenig los auf dem HW 93. Am Athabasca River Viewpoint stehen drei rote Stühle zum Ausruhen mit schöner Aussicht auf den Fluss. Aber sie sind nass und die Temperatur von 8 Grad lädt nicht zum Verweilen ein. Es fängt wieder an zu nieseln. Ich probiere eine neue Ausrüstung. Regenjacke statt Poncho, Brottüten über die Sandalen und einen Rock Müllsack über die Oberschenkel. Es knistert zwar etwas, aber ich kann mich gut bewegen und bleibe auch erstmal trocken. Wieder kreuzen drei Hirsche die Straße und gehen kurz am Fluss entlang, um dann wieder die Straße zu kreuzen. Als ich den Honeymoon Lake Campground erreiche, fängt es fest an zu regnen. Ich frühstücke im Shelter, mache ein Nickerchen und entscheide mich dann, im Ofen ein Feuer zu machen. Leider ist das Feuerzeug gut verpackt im Rucksack. Die Mühe lohnt sich. Das Feuer ist schnell an und wärmt wunderbar. Auf dem Ofen koche ich einen Kaffee und nutze die Wartezeit um meine rissige Hornhaut an der Hacke zu behandeln und Tagebuch zu schreiben. Ich bleibe bis es um 13h aufhört zu regnen. Als ich ein Stück gefahren bin, vermisse ich plötzlich mein Taschenmesser. Habe ich das in den Kessel gelegt? Ich packe wieder alles aus, aber das Messer ist nicht da. Schließlich finde ich es im zweiten Fach des Tagesrucksackes. Ordnung ist das halbe Leben, suchen die andere Hälfte ;) den nächsten Stopp mache ich an den Sunwapta Waterfalles. An der straße ist ein großes Hotel, aber man kann noch eine Stichstraße bis zu dem Wasserfällen fahren. Der Parkplatz ist voll. Eine Fußgängerbrücke führt über den Canyon, in den der Wasserfall fällt. Erstaunlich wie das viele Wasser durch die schmale Lücke passt. Ich laufe 1,5km hinunter bis zu den unteren Wasserfällen. Wenn ich mich ans Geländer lehne, habe ich das Gefühl, das Tosen des Wasserfalls zu spüren. Als ich wieder zurückkomme, sehe ich, dass die Raben an einem anderen Fahrrad an der Ausrüstung herum zupfen. Auch an meinem Tagesrucksack waren sie aktiv. Sie haben drei Reißverschlüsse geöffnet, mein Müsli, eine Schokolade und eine Tüte Bonbons gestohlen. Alles liegt vor dem Fahrrad nur die Bombe und Tüte finde ich nicht mehr. Ich bin wütend. Mit der Clevernis dieser Tiere habe ich nicht gerechnet. Ich hatte mich schon auf das Müsli gefreut, nun esse ich Brote. Am Hotel gibt es freies WLAN. Erst nutze ich es vor der Tür, doch als mir kalt wird setze ich mich rein. Auf der weiteren Fahrt bin ich den Wolken so nah, dass ich keine Berge sehen kann. Die letzte halbe Stunde vor dem Zeltplatz fängt es wieder an zu regnen und ich lege meine neue Ausrüstung erneut an. Das Zelt kann ich dann aber auf den Walk- in- Plätzen im Wald trocken aufbauen. Im Shelter sind schon drei Radfahrer, die Frau vom Wasserfall und ein Pärchen. Das Feuer im Ofen brennt schon konnte ich kann darauf kochen. Obwohl der Ofen sehr heiß ist, dauert es lange bis der Reis kocht. Die Radfahrerin will im Shelter schlafen, die anderen beiden haben das Zelt auf dem Radfahrer Platz aufgebaut. Hier kostet die Übernachtung nur 5,50$. Ich habe aber keine Lust jetzt noch mal umzuziehen und hoffe, dass nicht kontrolliert wird. Um 21h habe ich aufgegessen und hole meine Powerbank ab. Der Parkwächter fährt auf den Platz, leert aber nur die Kasse. 

21.06.26 Jonas-> WilcoxPass, 32km, 630hm. Als ich wach werde regnet es. Also kann ich mir Zeit lassen. Um 9 Uhr werden die Tropfen etwas weniger, ich baue schnell das Zelt ab und bringe alles in den Shelter. Die Leute von gestern sind schon weg, aber der Ofen ist warm und zwei andere sind dort, davon ein Radfahrer, der Richtung Jasper unterwegs ist. Ich frühstücke und bekomme von der Frau ein Tee ab. Die Wärme tut gut. Ich starte um 10:30h mit meinen Überschuhen und Regenjacke, weil es immer noch etwas tröpfelt. Die Berge sind Wolken verhangen, nur vereinzelt kann man mal Spitzen sehen und die Schönheit der Gegend erahnen. Alle Berge sind jetzt Schnee bedeckt. Der Sunwapta River meandert durchs Tal und staut sich manchmal zu einem See. Nun nimmt die Steigung zu und ich bin froh, dass ich am Tangle Creek Wasserfall eine Pause machen kann. Es wird noch steiler und ich fahre wenn möglich wieder Zickzack. Oben ist der Skywalk. Auf Stahl und Glas kann man übers Tal wandeln. Dafür braucht man aber eine Eintrittskarte und muss vom Touristenzentrum 6 km mit dem Bus hier hinfahren, weil dort die Parkplätze sind. Ich schaue mir das ganze nur von außen an. Es geht wieder runter an den Fluss und ich muss die Jacke überziehen weil es nur 2°C hat. Schon vom weiten kann man anhand der vielen Camper das Columbia Icefield Center erkennen. Ich verstaue mein Gepäck von hinten in einem Mülleimer, den ich mit dem Taschenmesser öffnen kann und fahre zum Athabasca Gletscher. Vom Parkplatz muss man über die Geröllfelder laufen. Alle paar hundert Meter stehen Schilder, die anzeigen, wie groß der Gletscher mal war. Leider kommt die Sonne nicht raus und alles ist etwas grau, windig und kalt. Mit dem Bus werden Leute zum Gletscher gefahren und mit Spezialfahrzeugen auf den Gletscher. Eine Gruppe ist dort auch zu fuß unterwegs. Ich fahre zurück und wärme mich im Touristenzentrum auf. Hier gibt es auch WLAN und ich versuche mit Ulla unseren gemeinsamen Urlaub zu planen. Ich gucke nach einem mit Leihwagen auf Flores, buche ihn aber nicht, weil er mir mit 120 Euro pro Tag zu teuer ist. Wieder auf der Straße ist des nicht mehr weit. Es gibt zwei Campingplätze, ich entscheide mich für Wilcox. Direkt gegenüber dem Shelter ist ein Platz frei. Ich baue erstmal nur das Innenzelt auf und trockne das Überzelt, während ich mit dem Fahrrad Brennholz hole. Es ist recht feucht, aber mit etwas Glück bekomme ich den Ofen an. Während der langsam warm wird richte ich das Zelt ein und beginne mit dem Schnippeln der Zutaten fürs Abendessen. Jetzt ist der Ofen richtig heiß und ich kann darauf kochen. Danach sitze ich bei einem Österreicher und seiner englischen Frau mit Bier am Lagerfeuer. Sie arbeiten für die Filmbranche und sind vor zehn Jahren nach Kanada gekommen und geblieben. Ich habe mir eine Wärmeflasche in den Schlafsack gelegt und kann gut einschlafen. Aber um Mitternacht ist die Wärme raus und ich ziehe mich wärmer an. Trotzdem habe ich die ganze Nacht kalte Füße und werde davon immer wieder wach.


22.6 25 Wilcox->Rampart Creek, 36km, +300hm, - 940hm. Weil meine Füße immer wieder eisig kalt sind, stehe ich auf, sobald ich Tageslicht sehe. Die Nacht hatte es gefroren. Ich kratze das Eis vom Sattel und fahre um 5:15h zum Startpunkt des Wanderweges zum Wilcox Pass. Noch sind die Berge noch im Frühnebel, doch je höher ich steige, desto besser wird die Aussicht. Ich selbst laufe im Schatten, aber das Morgenlicht ist auf den Gipfeln zu sehen. Nach einer halben Stunde erreiche ich die roten Stühle. Weiter aufwärts geht es, oberhalb der Baumgrenze, über manche feuchte Stelle, die jetzt gefroren ist zum Wilcox Pass. Hier zweigt der Weg ab zum Aufsichtspunkt auf den Athabasca Gletscher. Hier esse ich im Sonnenschein mein Müsli und genieße die Aussicht. Was ein toller Morgen! Erst auf dem Rückweg kommen mir die ersten Leute entgegen. Es sind zwei Jogger. Wieder am Zelt lege ich mich mit voller Kleidung für einen Nickerchen hin. Dann baue ich das Zelt ab. Leider haben die Wolken wieder zugenommen und des fallen sogar ein paar Schneeflocken. Ich fahre nur sieben Kilometer zum Parker Ridge. Hier ist dein beliebter Trail zum Aussichtspunkt auf den Saskatchewan Glacier. Beim Aufstieg mache ich eine längere Pause und schreibe Tagebuch. Kurz vor dem Aussichtspunkt auf den Gletscher spreche ich auf deutsch eine junge Frau an, die mich zuvor nett gegrüßt hatte. Es ist Nele aus Lüneburg. Wir gehen gemeinsam weiter zum Gipfel. Die Sonne kommt immer mal wieder heraus und wir genießen die tolle Aussicht und unterhalten uns gut. Sie ist Physiotherapeutin und gönnt sich eine Auszeit. Nach dem Abstieg habe ich eine tolle Abfahrt. Die Straße ist steil und hat unten eine lange Schleife, ich kann laufen lassen und muss nicht bremsen. Am Flussufer des Saskatchewan mache ich auf weichem Boden im Sonnenschein ein Nickerchen und den Sonnengruß. Jetzt sind es nur noch 15 Kilometer zum Zeltplatz Rampart Creek mit leichtem auf und ab. Hier gibt es keine freie wählbaren Plätze. Alles muss reserviert werden. Ich spreche zwei deutsche mit einem schwarzen Dukato. Sie sind mit drei Kindern unterwegs und bereit den Platz zu teilen. Ich werde zum Burger Essen und Bier eingeladen. Während ich mit Jacke und Mütze leicht fröstelnd im Sonnenuntergang am Fluss stehe, spielen die Kinder, teils barfuß, am Flussufer und bauen einen Damm. Wir sitzen noch eine Weile am Lagerfeuer. Kurz nach 22h gehe ich schlafen. Chris leiht mir noch zwei dünne Decken, die ich über den Schlafsack legen kann. Diese Nacht friere ich nicht, obwohl es wieder kalt ist.

23.6.25 Rampart-> Waterfowl Lakes Campground, 33km, 420hm. Da ich nicht schnell genug gepackt habe, werde ich auch noch zum Geburtstagsfrühstück von Natalie eingeladen. Die Kinder haben gestern ganz viel gebastelt und nach dem Frühstück singen die beiden jüngeren und der ältere trappiert alle Geschenke um die Steinfigur. Sie waren echt richtig kreativ. Ich habe auch schnell ein paar Blümchen für den Frühstückstisch gepflückt. Um 10h bin ich wieder auf dem Parkway und mir wird schnell warm. Beim Ausziehen fällt die Kamera mal wieder herunter und der Auslöser klemmt. Bei der Tankstelle am Saskatchewan River Crossing tanken ich Benzin nach und bearbeite den Auslöser mit dem Taschenmesser. Es dauert eine ganze Weile aber dann funktioniert die Kamera wieder. Viel einzukaufen gibt es hier nicht, kein Obst, kein Gemüse. Und die Preise sind horrend. So kaufe ich nur ein Brot und Eier für 21$. Dann nutze ich 1½ Stunde das WLAN. Um 13:30h fahre ich ein Stück weiter und halte bei der ersten schönen Aussicht, um mein Müsli zu essen. Etwas weiter steht eine Gruppe Gemsen direkt am Straßenrand. Es sieht aus, als wenn sie etwas vom Boden fressen, ich kann aber nicht erkennen was. 300 Meter neben der Straße führt eine Brücke über den Mistaya Canyon. Er ist so eng und tief und verwinkelt, dass man den Fluss kaum sieht. 15 Kilometer weiter komme ich an den Waterfowl Lake. Der See leuchtet wunderschön türkis. Der Campingplatz liegt im Wald. Nachdem das Zelt steht koche ich an einem Picknicktisch am Fluss mit Blick auf den See. Es gibt Toiletten mit Wasserspülung, Waschbecken mit warmem Wasser und Steckdosen. Ich wasche mir die Haare und starte anschließend dem Rad Richtung Chephren Lake. Aber gleich hinter der Brücke ist Radfahren verboten. Dann bleibe ich lieber hier am See. Ich setze mich ans Ufer und lese, bis die Sonne hinterm Berg verschwindet. Das letzte Foto mache ich um 21:20h und gehe ins Zelt.


24.6.25 Waterfowl Lakes Campground Mount Noyes, 12km Rad, 8km, +-1200hm Fuß. Ich habe bis 6:30h geschlafen. Die Nacht war mir warm aber jetzt ist mir kühl. So mache ich mich direkt auf und fahre mit dem Rad 6km bis vor den Eingang vom Silverhorn Campground. Hier sind keine Wanderwege ausgeschildert und ich muss mich auf meinen Navi verlassen. Die ersten Meter am Bach entlang sind gut zu erkennen, aber von dem Abzweig meines Wanderweges sehe ich gar nichts. Die steige mitten durch den Wald auf und es wird schnell steiler. Mal glaube ich einen Pfad gefunden zu haben, oder ist es doch nur ein Wildwechsel? Zweimal lande ich vor Felswänden und muss den Eingang in die Schneise etwas suchen. Die erste Pause mache ich auf einem kleinen Sattel mit Blick auf den Mistaya Lake, der nicht ganz so schön türkis leuchtet, weil er im Schatten liegt. Weiter geht es durch den Wald, erst durch eine kleine Senke, dann einen trockenen Bachlauf hinauf. Am Ende des Waldes wird es geröllig. Ich erklimme einen weiteren Sattel und schaue über eine weitere Senke mit Geröll und Schneefeldern auf eine Feldwand mit Wasserfall. Tatsächlich gibt es einen kleinen Sims auf dem der Weg seitlich hinaufführt. Nun nehmen die Schneefelder zu und ich kann sie nicht mehr umgehen. Immer wieder rutscht Schnee in die Schuhe, aber es ist nicht zu steil. Auf dem Grad ist eine große Schneewehe und oberhalb wird es mir dann zu steil und so rutschig. Es sind zwar nur noch 100 Höhenmeter bis zum Gipfel, aber das Risiko abzurutschen ist mit zu groß. So endet meine Wanderung an einem sonnigen Fleckchen mit schöner Aussicht auf 2960 m. Um 13h mache ich mich auf den Rückweg. Gar nicht so einfach die gleiche Spur wieder zu gehen. Immer wieder muss ich suchen und später im Wald auch das Navi befragen. Ich mache noch zwei Pausen und auch ein Nickerchen in der Sonne. Um 17:15 bin ich wieder am Fahrrad und um 18 auf dem Camp. Mit meinen Kochsachen gehe ich wieder an den Campingtisch in die Sonne. Die verschwindet dann aber schnell und ein Gewitter zieht auf. Die letzten Bissen meines sparsamen Essens (in Ei gebratene Nudeln mit Ketchup, alle Vorräte sind jetzt aufgebraucht) muss sich im Zelt essen weil es regnet. Das Gewitter verzieht sich aber schnell und ich kann mich zum Tagebuch Schreiben und Lesen wieder an den See setzen. Leider bin ich so müde, dass ich es nicht richtig genießen kann.


25.6.25 Waterflow->Lake Louise, 63km,+550,-700hm. Heute morgen regnet es wieder und ich frühstücke im Zelt. In einer Regenpause baue ich das Zelt ab und mache mich an den Aufstieg zum Bow Pass, 2069m. Es fängt wieder an zu regnen und ich komme unter der Regenkleidung ans schwitzen. Zum Glück hört es wieder auf. Kurz vor dem Pass biegen alle rechts ab zum Peyto See. Der Parkplatz ist schon halb voll und ich folge dem Touristenstrom. Auf einem schmalen asphaltierten Weg geht es weiter bergauf. Es ist sehr steil und ich muss ein Stück schieben. Spontan hilft mir jemand an der steilen Stelle. Am Ausguck ist es sehr voll und ungemütlich. Ich mache nur schnell ein Foto mit Blick auf den türkisen See und suche dann ein Plätzchen zum Essen. Nach einer Schleife über den Busparkplatz finde ich einen Weg und einen ruhigen Platz mit schöner Aussicht auf den See. Zum Lunch gibt es heute Brot mit Thunfisch aus der Dose. Ein streifenhörnchen kommt nah herran und möchte etwas abhaben. Auf dem weiteren Weg nach Lake Louise geht es nun in der Tendenz bergab und ich komme noch an vielen Seen vorbei. Ich mache einen Stopp am Bow Lake, Mosquito Camp im Shelter und dem grünen Herberts Lake. Der Icefield Parkway endet auf dem Highway 1 in einer Art Autobahnkreuz. Ich nutze die erste Abfahrt und auf dem Weg zum Lebensmittelladen komme ich an der Touristinfo vorbei. Ich lasse mich über verschiedene Trails informieren. Viele Sachen sind schon ausgebucht oder hören sich ganz schön anstrengend an. Ich will etwas fürs Paradiesvalley buchen, das geht aber erst morgen. Ich muss meine Vorräte auffüllen und dafür tief ins Portemonnaie greifen, der einzige Laden hier ist natürlich teuer. Dafür finde ich nebenan ein günstiges Bier. So beladen fahre ich zum Camping. Der ist ausgebucht. Ich drehe eine Runde und findet 2 junge Deutsche Frauen, die im Auto schlafen und bereit sind den Platz mit mir teilen. So kann ich mein Zelt neben dem Picknicktisch aufbauen. Es ist schon 19:30h als ich mit dem Kochen beginne. Die beiden gehen ins Auto und ich habe den Tisch für mich alleine. Es ist etwas ungemütlich, weil es immer wieder tröpfelt und kühl ist und die Mücken nerven.

26.6.26 Lake Louise Lake Agnes, Rad: 10km,300hm, Fuß: 10km,570hm. Um 7 Uhr bin ich wach, baue das Zelt ab und packe alles in den Stahlschrank. Das Info-Center macht aber es um 9 Uhr auf. Ich suche mir einen geschützten Platz zum Frühstücken zwischen den Häusern. Ich buche zwei Nächte im Paradies Valley. Es kostet je 10 $. Dann suche ich den Anfang der alten Straßenbahnlinie zum Lake Luis. Als ich ihn finde ist der Weg gesperrt. Also fahre ich ein Stück über die Straße. Sie ist sehr eng und steil. Weiter oben kann ich auf die ruhige und nicht so steile Tram Line abbiegen. Ich stelle das Rad am Parkplatz ab. Soo viele Busse und Leute. Vom Parkplatz gehe ich direkt Richtung Ausguck oberhalb der südlichen Seeseite. Viele Menschen kommen mir eiligen Schrittes entgegen. Der Weg führt durch den Wald und man hat wirklich erst am Ausguck einen Blick auf den See und das imposante Hotel. Ich nutze den Weg, der dahinter noch weiter führt. Eigentlich ist er gesperrt. Hier bin ich jetzt alleine und gehe bis zur Kehre am Geröllfeld. Hin und wieder kommt die Sonne heraus. Der See hat wirklich eine tolle türkise Farbe. Die Boote darauf scheinen zu schweben. Leider dröhnt eine Maschine von der Baustelle vor dem Hotel über den See. Das stört sehr die Idylle. Über den kleinen Pfad am Seeufer gehe ich zurück zur Promenade. Hier gibt es eine lange Schlange vor dem Kanuverleih und es werden wieder reichlich Bilder geschossen. Nach einer Pause und einer Regenschauer steige ich zum Mirror Lake hoch. Hier kommen mir wieder viele Leute entgegen. Aber am grünen See ist es ruhig. Ich steige noch weiter hinauf bis zum Agnes Lake. Hier gibt es eine bewirtschaftete Hütte und oberhalb einen Ausguck auf die beiden unteren Seen. Um 17 Uhr beginne ich den Rückweg. Dann brause ich mit dem Fahrrad die steile Straße hinunter. In der letzten Kurve fängt das Fahrrad an zu schwimmen. Ich habe im Hinterrad einem Platten. Der Grund dafür ist ein durchgefahrener Reifen. So ein Mist! Da muss ich für die letzten 300 Kilometer noch mal investieren. Als Notlösung lege ich die Bonbon-tüte in dem Mantel und fahre damit zu den Läden. Im Outdoorladen gibt es eine Fahrradwerkstatt, der Monteur hat aber schon Feierabend. An der Decke hängen Reifen, ich kann aber keinen 28"er entdecken. Ich gebe eine Bestellung auf und lasse meine E-Mail und Telefonnummer da. Dann kaufe ich fürs Abendessen und den 2-tägigen Hike ein. Auf dem Campingplatz ist mein alter Platz noch frei. Ich beginne dort zu kochen, doch dann kommen die Leute, die ihn gebucht haben. Zum Essen wechsle ich an den nächsten Tisch. Der Platz ist immer noch frei, aber ich frage doch lieber Leute, ob Sie einen Platz mit mir teilen. Schon die ersten, die ich anspreche sind bereit dazu. Nachdem das Zelt steht, gehe ich duschen und sortiere ich noch bis 22:15h die Bilder.


27.6.25 Lake Louise, Hike -> Paradies Valley, 14km, 800hm. Für den Vormittag, bis 13h, ist Regen angesagt. Ich lese im Zelt, packe dann den Rucksack für den Hike und frühstücke um 10h im shelter. Nun ist es trocken, aber die Wolken hängen tief. Ich mache mich zu fuß auf den Weg zur Haltestelle. Dabei komme ich am outdoorladen vorbei. Der Monteur hat doch zwei Reifen vorrätig. Der eine kostet 86 und der von Schwalbe 125$! Ich verschiebe den Kauf. Über den Parkplatz fährt ein Bus mit der Aufschrift Lake Moraine, aber ich muss zur Haltestelle laufen. Überrascht stelle ich fest, dass sie 3, 5 Kilometer entfernt ist. Ich mache mich auf den Weg und versuche dabei zu trampen, leider ohne Erfolg. Immer wieder kommt mir ein Bus mit der Aufschrift Lake Moraine entgegen. Ich gebe Ihnen ein Zeichen, dass ich mitfahren möchte, aber sie halten nicht. Genervt und durchgeschwitzt komme ich an der Skistation an. Sind zwei Stände. Bei dem touristischen kostet die Busfahrt 70 Dollar. Bei Parks Canada 8 Dollar. Ich steige in den großen Reisebus und der fährt auch um 13:05h direkt los. Die straße zum Lake Moraine ist mit wachposten und Schranke gesichert. Über dem See hängen die Wolken tief. Ich mache nur kurz ein Foto und mich dann auf den Aufstieg. Auf dem Weg komme mir viele Leute entgegen. Die meisten sind wohl Chinesen. Hin und wieder kann man durch die Bäume auf den leuchtenden Lake Moraine hinunterschauen. Nach 2,3km ist deine gablung und eine Bank. Ich esse den frischkornbrei und versuche das Zelt etwas zu trocknen. Kurz danach fängt es das erste Mal an zu regnen. Ich ziehe den Poncho über, damit auch der Rucksack geschützt ist. An dem größeren von den Minnestima Lakes kommt kurz die Sonne wieder heraus und ich mache eine Pause. Auch kann ich trocken im Zickzack den Pass erklimmen. Das Paradies Valley sieht erstmal ziemlich dunkel aus. Der Abstieg gestaltet sich schwierig, weil der Weg von geröll verschüttet ist. Zu dem drückt der große Rucksack und macht mich unsicher. Ein ganzes Stück Rutsche ich auf losem geröll hinunter und gehe dann übers schneefeld. Am Ende bemühe ich mich den Schnee schnell aus den Schuhen zu holen. Die ganze Prozedur muss ich beim nächsten schneefeld wiederholen, weil ich einmal sogar hilft tief eingesackt bin. Dann ist der Weg endlich wieder gut zu erkennen und ich komme zügig voran. Der Regen nimmt nun zu und hört nicht mehr auf. Ich gehe durch einen lärchenwald, die neuen Nadeln leuchten frisch grün. Nachdem ich den Bach die Brücke gequert habe, steigt der Weg zum Campingplatz wieder an. Ein Zelt steht schon aber niemand ist da. Ich muss das Zelt im Regen aufbauen und versuche anschließend die Feuchtigkeit aufzuwischen. Es ist schon 20h als ich mit dem Kochen im zelteingang beginne. Während ich esse höre ich die anderen Leute. Sie kochen tatsächlich im Regen bei den Picknick Tischen. Wir sprechen uns kurz, als ich meie Lebensmittel in die Foodbox stelle.


28.6.25 Paradies Valley.

Ich bin in der Nacht sehr oft wach geworden. Sie war kalt, aber ich habe nicht gefroren. In den Morgenstunden springt ein Tier auf meinen Kopf. Ich schrecke auf und sehe erneut den Schatten unter das Vorzelt kriechen. Ich verscheuche es mit Klopfen und Rufen. Leider regnet es immer wieder und ich verbringe den Morgen im Zelt mit frühstücken und lesen. Nach 11h starte ich mit Proviant im Rucksack auf den Horseshoe Lake Trail. Es geht am Fluss entlang und durch den Wald. Die Spur ist sehr schmal und ich verliere sie als umgekippte Bäume im Weg liegen. Ein Problem sind die großen Pfützen überall. Das Wetter ist schlechter als vorher gesagt, sehr wechselhaft, meistens bewölkt. Und nach dem Mittag fängt es auch wieder an zu regnen. Doch vorher, um 14h, erreiche ich den Horseshoe Lake. Ich mache Pause auf einem großen Stein mit Blick auf den See. Der See hat zwei Abflüsse. Einer führt in einem weiteren kleinen See. Von dort geht es das Bachbett hinunter. Einen Pfad kann ich nicht entdecken. Weiter unten muss ich einen weiteren Bach queren. Gar nicht so einfach, bei dem hohen Wasserstand. Ich mache mir Sorgen, denn der Bach wird immer größer und ich muss noch einmal hinüber. Doch zu meiner Überraschung, gibt es zwei Brücken. Ich nutze der herauskommende Sonne für eine Pause. Zweimal sehe ich Pfotenabdrücke. Sie sind vermutlich von einem Hund, denn einen Bärenabdruck stelle ich mir größer vor. Dann fängt es wieder an zu regnen und ich bin ziemlich nass, als ich um 17h das Zelt erreiche. Jetzt habe ich keine trockenen Socken mehr. Ich ziehe die weniger nassen an und krieche in den Schlafsack. Das andere Paar Socken trockne ich in der Unterhose. Andere Leute sind gekommen und kochen am Picknicktisch. Ich traue dem Himmel nicht und koche lieber im Zelt. So verbringe ich heute viel Zeit im Zelt. Leider springt der Reißverschluss vom Schlafsäcke immer wieder auf. Der Schließer ist total verbogen und labil. Nach vielen Versuchen ist er zu und ich verknote ihn oben mit einem Band. Um 21h versuche ich einzuschlafen, aber meine Füße brauchen sehr lange bis sie warm werden.


29.6.25 Paradies Valley->Camp Lake Louise, 16km, +610, -1150hm. Mit der ersten Dämmerung, gegen 4h wird das noch mal besonders kalt und ich ziehe mir ein Trikot über. Aber später scheint tatsächlich die Sonne aufs Zelt. Es ist pitschnass als ich es abbaue und mich gegen 8h auf den Rückweg mache. Ich laufe bis zum 10h und mache auf einem Geröllfeld, im warmen Sonnenschein, Frühstückspause. Ich sehr auch die Schuhe aus und stelle sie in die Sonne. Nur ein Stück weiter es Lake Annette und lädt zu einer weiteren Pause ein. Kaum habe ich mich gesetzt, kommt eine größere Gruppe von Background. Eine Deutsche aus Siegburg ist unter den Amerikanern. Einer von ihnen geht tatsächlich entkalte Wasser. Nee, das ist mir heute zu kalt. Ich bin froh dass mir gerade warm ist. Auf dem weiteren Weg entscheide ich mich noch über den Saddleback Pass zum Lake Louis zu laufen. Ich folge der Ausschilderung und bin etwas irritiert, weil der Weg nicht mit open street map über einen stimmt. Aber um 14h erreiche ich den Pass, genieße den Blick nach Norden, trockne das Zelt und esse Müsli. Wie der Aufstieg so ist auch der Abstieg ganz bequem. Haben sie sind natürlich wieder viele Leute. Auffällig finde ich die Inder mit Turban. Auf dem Weg runter zum Campingplatz sind dann aber kaum noch Leute. Ein Stück des Weges ist wieder gesperrt, aber ich folge einfach einem Pärchen, das selbstbewusst unter der Absperrung durchgeht. Um 17h packe ich den Rucksack in den Stahlschrank und fahre mit dem Fahrrad zu den Läden. Ich kaufe einen neuen Reifen für das Hinterrad, Lebensmittel für heute Abend und zwei Bier.





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