2025-05-28 Vancouver Island Radtour
Mit dem Rad auf Vancouver Island


Veröffentlicht: 05.06.2025



















































































































































2.6.25 Porteau->Cat Lake, 40km, 720hm. Heute wird ein Tag der spontanen Entscheidung. Auf dem Waschhaus balgen sich zwei Waschbären. Das Hinterrad hat wieder Luft verloren und dich entdecke, dass der Mantel sich auflöst. Ich verlasse den Campingplatz und halte direkt am Steg an, um dort in der Sonne zu frühstücken, denn vermutlich finde ich auf dem HW kein schönen ruhigen Platz in der nächsten Stunde. Der Fischreiher und vier Gänse schauen vorbei. Auf dem Highway gibt es heute viele langgezogene Anstiege, die ich im ersten Gang fahren muss. Auf einer dieser Anhöhen liegt der Browning Lake und lädt zu einer Pause ein. Dahinter befindet sich ein Kletterpark mit zwei Aussichtspunkten. Ich folge dem Loop Trail und genieße den schönen Blick von den blanken Felsen nach Süden übers Meer. Ich treffe Marco auf dem Highway. Er hat sich den Trail von West nach Ost vorgenommen. Wir besichtigen gemeinsam den Wasserfall Shannon. Als ich weiterfahren will, ist das Hinterrad platt. Marco besteht darauf mit zu helfen. Ich habe einen Draht eingefahren. Das Loch ist sehr klein und ich brauche länger bis ich es finde. Gemeinsam fahren wir weiter auf dem Highway. Bis zum Fahrradladen sind es nur noch 4km, doch wir müssen noch zweimal aufpumpen, weil das Rad wieder Luft verliert. Die letzte Kreuzung vor dem Laden passiert ich bei dunkel orange und Marco kommt mir nicht mehr nach. Schade, ich hätte mich zumindest verabschiedet, vielleicht wäre auch noch mehr gemeinsam gegangen. Der neue Reifen kostet 80 Dollar!!! Da muss ich zweimal schlucken. Er ist schnell montiert, hat dann aber auch eine Unwucht. Ich kaufe ein und fahre zu McDonald's den Blog bearbeiten. Nun ist es schon 15h und ich habe Hunger. Ich esse das Müsli auf einer Bank vor einem Wohnhaus. Nun steigt der Highway weder lange an. Ein Pickup hält vor mir und der Fahrer schenkt mir ein kühles Bier! Das muntert mich auf. Ich werde es direkt bei der Ankunft am See trinken. Die Zufahrt zum See ist nur auf den letzten Metern teil. Die hübsche Wärterin aus Tschechien führt mich zu Platz Nummer 7 und kassiert 18 Dollar mit ihrem Handy. Ich baue das Zelt auf und gehe schwimmen. Ich treffe Lewis aus Birmingham und wir verabreden und zum Lagerfeuer. Aber erst koche ich eine riesen Portion Nudeln mit Hackfleisch. Mit dem restlichen Bier gehe ich zu Lewis ans Lagerfeuer bis er mehrfach gähnend verkündet, dass er müde ist. Ich schaffe es auch nicht mehr die Bilder hochzuladen. In der Nacht gehe ich einmal auf den Steg und schaue in den Sternenhimmel. Nordlichter sehe ich leider keine.
3.6.26
Cat Lake->Cheakamus Lake, 51km, 1200hm. Um 5:15 Uhr wache ich mit dem Morgenlicht auf, drehe mich aber noch mal rum und schlafe noch eine Stunde. Ich packe und tausche dann die Mäntel von hinten nach vorne. Ebenso verändere ich die Einstellung des Schutzbleches ein wenig. Dann gehe ich an den See, mache zuerst den Sonnengruß, gehe dann schwimmen und frühstücke in der warmen Sonne. Es ist schon nach 10h als ich starte. Wieder auf dem Highway 99 spüre ich die Unwucht im Vorderrad sobald ich die ersten Gänge verlassen habe. Das kann ich aber besser aushalten als die Unwucht hinten. Nach zwei schönen Aussichtspunkten auf die schneebedeckten Berge und 20 Kilometer auf dem HW, probiere ich fünf Kilometer des Sea to Sky Trails. Das ist natürlich landschaftlich viel schöner, fordert aber viel mehr Konzentration und Anstrengung. Immer wieder sind herausstehende Steine zu umfahren und die Anstiege anstrengender. Ich folge spontan den Schildern zum Brandywine. Wasserfall. Den Aussichtspunkt kann ich mit dem Fahrrad anfahren. Der Fall sieht fast künstlich aus, so gleichmäßig ergießt sich der bereite Strahl in die Tiefe des Canyons. Hier folge ich dem Trail nicht weiter, um meine Kraft für den Anstieg zum See zu sparen. An der Alpha Lake Road finde ich leider keinen Lebensmittelladen, bekomme aber etwas Öl für meine Kette und verschenke dafür eine Nuss und eine Tüte voll Schrauben die ich auf dem Highway aufgelesen habe. Die Schotterpiste zum See wurde gerade neu ausgebessert. Dreimal gibt es auf den sieben Kilometern steilerer Anstiege, die ich nur mit aller Anstrengung schaffe. Hinter dem Parkplatz geht es dann noch drei Kilometer auf schmalem Weg durch den Wald. Ein breiter grüner Fluss verkündet der Ankunft am See. Er liegt auf fast 1000 Metern Höhe. Von den acht Plätzen auf dem Camping wähle ich Nr 7. Zuerst setze ich mich mit dem Buch in die Sonne, dann baue ich das Zelt und wärme das Essen auf. Immer wieder geht der Blick über den See auf die Schnee bedecktem Berge. Im Sonnenuntergang mache ich zahlreiche Bilder.
4.6.25 Cheakamus Lake, Ruhetag, 8km am See. Zum Frühstück wärme ich mir den Rest vom Abendessen auf. Dann laufe ich am See entlang und fotografiere immer wieder neu entdeckte Blumen. Auch zwei Streifenhörnchen kann ich beobachten, sie spielen am Baum fangen. Nach einer Stunde erreiche ich den anderen Zeltplatz, Singing Creek. Hier liegen zahlreiche Bäume kreuz und quer. Dazwischen ist ein kleiner Trampelpfad mit Bändern gekennzeichnet. Diesem folgle ich, bis ich einen sonnigen Platz am Ufer finde. Ich setze mich und lese, esse Müsli, gehe schwimmen, mach ein Nickerchen und lese wieder. Gegen 15h mache ich mich auf den Rückweg. Nur zweimal kommen mir Leute entgegen. Wieder am Zelt lese ich weiter in dem Buch, die Rebellin, über die 1. Weltausstellung in London. Bald werde ich mich um ein neues Buch kümmern müssen. Nachdem die Sonne hinter den Bäumen verschwunden ist, koche ich mein schmales Abendessen: Reis mit Linsen und Ketchup. Die Lebensmittel wieder zwischen den Bäumen aufhängen und noch ein Foto von den leuchtenden Bergen und ich gehe ins Zelt.
5.6.25 Cheakamus Lake->Nairn Falls 52km,+ 720hm, -1200hm. Die Nacht war sehr kalt und an meinem Schlafsack ist der Reißverschluss aufgeplatzt. Das muss ich nun erstmal reparieren. Um 7:30h breche ich ohne Frühstück auf. Über Wurzeln und Steine, bei denen ich manchmal schieben muss, geht es auf dem Waldweg zurück. Am Parkplatz frühstücke ich in der Sonne. Ich muss feststellen, dass es doch ein Tier geschafft hat mein Brot anzuknabbern, als der Beutel zwischen den Bäumen hing. Dann geht es den Schotterweg runter zum Highway. Kaum zu glauben, dass ich das alles hochgefahren bin. An der Haltestelle steht eine Schulklasse und winkt den Autofahrern. Ich bekomme einen Applaus! An der Seilbahn vor Whistler schaue ich mich kurz um und fahre dann in das gemütliche, ehemalige Olympia Dorf hinein. Eine Stunde sitze ich bei der Touristinfo, Bilder in den Blog und Powerbank und Handy aufladen. Dann entschließe ich mich doch eine SIM-Karte zu kaufen. Bei Bell bekomme ich sie für 50 Dollar für 30 Tage. Mit dem Müsli setze ich mich in die Sonne, doch hier wird es mir bald zu warm! Ich fahre weiter am Lost Lake vorbei. Die Leute legen wie im Freibad auf der Wiese. Wenn ich nicht schon gerade Pause gemacht hätte, würde ich mich gerne dazu legen. Vor dem Green Lake kommt noch mal ein Laden. Ich bin unschlüssig was sich kaufen soll. Letztendlich landen wieder Zwiebel, Paprika und Tomate in meinen Einkaufswagen, dazu eine Wurst. Fürs Frühstück kaufe ich morgen früh ein, weil mir hier das Angebot nicht gefällt. Nebenan kaufe ich noch ein Bier. Schlecht gelaunt radle ich weiter. Nun geht es richtig viel bergab. Im Tal schäumt grün weiß der Green River. Auf dem Campingplatz Nairn Falls sind alle Plätze reserviert. Aber einer der Birdy Brüder ist bereit den Platz mit mir zu teilen. Ich baue das Zelt auf dem Schotter auf, mache ein Nickerchen und gehe dann 1,5km zum Wasserfall. Der zwängt sich in einer S-kurve durch Felsen. Auf dem Rückweg schöpfe ich Wasser am Fluss. Die Pumpe auf dem Campingplatz funktioniert nämlich nicht. Ich koche und die beiden Brüder kommen zurück. Nach einem kurzem Smalltalk kommt aber kein weiteres Gespräch auf. Der eine liest, der andere kifft und geht dann schlafen. Um halb zehn hole ich meine Powerbank bei den deutschen Nachbarn ab und gehe auch schlafen. Die Nacht ist richtig warm.
6.6.25 Nairn Falls->Duffey Lake 52km,1270hm. Während ich den Blog bearbeite, starten die ersten Camper. So auch stinkend der uralte Bedford neben mir. Als ich dann um 8 Uhr starte schnarchen noch die Birdy Brüder. Nach nur zehn Minuten komme ich vor Pemberton an den One Mille Lake. An so einem schönen See kann ich nicht vorbeifahren. Ruck zuck bin ich im Wasser. Hier wäre auch ein guter Platz fürs Frühstück, aber dafür muss ich erst einkaufen. Der erste Supermarkt in Pemberton hat noch zu, aber gleich nebenan gibt es einen noch größeren, der schon offen hatte. Die Auswahl ist hier größer als gestern und ich bekomme alles was ich möchte. 50m weiter, vor dem Museum, frühstücke ich in der Sonne und telefoniere mit meinen Töchtern. Weiter geht es auf dem HW 99, der dem kanalisierten Birkenhead River folgt. Hier sind jetzt nur noch vier Autos pro Minute auf der Straße. Nach zehn Kilometern geht es in die Berge und nun wird es richtig anstrengend. Zwei Stunden fahre ich, wenn möglich im Zickzack, immer weiter den Berg hinauf. Dann brauche ich eine Pause und finde einen ruhigen Platz auf der Brücke über den Joffre River. Um 15h erreiche ich 50m unterhalb des Passes den Parkplatz vom unteren Joffre Lake. Hier steht auch der alte Bedford. Der Zugang ist beschränkt und alle Tagespermit vergeben. Ich frage trotzdem nach und kann als Einzelperson kostenlos zum See gehen. Er liegt grün vor Schnee bedeckten Bergen und ist von Wald umgeben. Die Fahrerin vom Bedford holt hier Wasser und erzählt, dass der Wagen defekt ist. Nach zwei weiteren kleinen Anstiegen geht es nun runter zum Duffey Lake. Ich halte Ausschau nach einer Zeltmöglichkeit. Doch das Ufer ist recht steil und bietet keinen Platz zum Zeltaufbau. Eine Lawine ist wohl bis in den See gegangen. Dann kommt eine Slip-anlage und dahinter ein flacheres Waldstück. Ein schöner Platz ist schon belegt, aber 50 Meter davor finde ich auch noch einem Platz für mich. Ich trage alles hinunter, auch das Fahrrad, und fege dem Platz frei. Am Ufer liegt ein großer Baum in 2m Höhe quer. Ich besorge mir eine Leiter, kletter hinauf und lese in der Sonne mit Blick über den See. Als die Sonne verschwindet beginne ich auf einem Baumstumpf sitzend mit dem Kochen. Der Topf wird mit Wurst, Zwiebel, Zucchini, Tomate und Nudeln voll. Mit etwas Geduld schaffe ich die große Portion. Nun muss ich die Lebensmittel noch am Baum hochziehen. Der Platz ist nicht optimal, weil er nah beim Zelt und nicht allzu hoch ist. Es wird schon gut gehen.
7.6.25 Duffey Lake->Lillooet, 54km +
440 -1350hm. Die Nacht habe ich unruhiger geschlafen und am Morgen höre ich ein Geräusch, als wenn etwas an dem Lebensmittelsack wäre. Kann aber nichts entdecken und nehme ihn ab. Mir ist etwas kalt im Schlafsack. Es ist noch Windstille und die Berge spiegeln sich wunderbar im Wasser. Kurz nach 8 bin ich auf der Straße und fahre bis ich ein Platz zum Frühstücken in der Sonne finde. Nach und nach wird es nun wärmer und ich kann immer mehr ausziehen. Wobei es bei den Abfahrten im Schatten immer noch richtig kühl ist. Nun kommen gleich drei picknickplätze mit Zeltmöglichkeit hintereinander. Hinterm Cottenwood Rastplatz ist ein Wasserfall eingezeichnet, doch er ist so klein, dass sich ein weiteres Hingehen nicht lohnt. Obwohl es heute in der Tendenz hauptsächlich runter geht, gibt es auch noch zwei steilere Anstiege mit 13%. Von dort blicke ich auf den Fluss, er hat sich tief in den Canyon eingegraben. Dann geht es steil hinunter zum Stausee vom Seton River. Ich esse oberhalb das Müsli und fahre dann noch zu Badestelle hinunter. Das Wasser lockt mit seiner blauen Farbe ist aber eisekalt. Außerdem will ich Berni noch anrufen, deshalb fahre ich weiter in den Ort und setze mich am Friedhof zum Telefonieren in den Schatten. Die Landschaft hat sich total verändert. Es ist viel trockener, das Gras ist gelb, der Wald ist lichter, die Bäume stehen einzeln und es ist mehr Fels zu sehen. Da ich nicht weiß, ob es auf dem Campingplatz Wasser gibt, will ich meine Flaschen noch auffüllen. Die öffentliche Toilette ist aber geschlossen. So frage ich im Museum in der ehemaligen Kirche. Der Ort ist langgezogen und der Supermarkt am anderen Ende. Es ist nun richtig heiß. Nach dem Einkauf im Supermarkt treffe ich dann Marco beim Bier kaufen. Ihn wiederzusehen freut mich sehr. Gemeinsam fahren wir über die alte Brücke zum Campingplatz. Ich kann mit ihm auf seinem gebuchten Platz stehen, den er für zwei Nächte reserviert hat. Nachdem das Zelt steht teilen wir uns eine Melone im Schatten. In der Sonne ist es jetzt nicht auszuhalten. Ich gehe an dem Fluss und lege mich dort zwischen den Felsen in den Schatten und setze mich später noch mit dem Buch unter einem Baum. Dort versuche ich auch den Reifen besser auf die Felge zu ziehen. Berni meinte, ich soll es mal mit Spüli probieren. Aber leider zieht sich immer wieder eine Stelle tiefer in die Felge, so dass die Unwucht bleibt. Marco ist weggefahren und kommt erst wieder, als ich mein Essen schon auf habe. Und während ich koche kommt auch Levis vorbei, mit dem ich am Cat Lake am Lagerfeuer gesessen habe. Ihn kann ich erst gar nicht einordnen und brauche eine Weile bis ich mich erinnern. Dann nutze ich die warme Dusche und anschließend sitze ich mit Marco noch bis 22h zusammen. Morgen soll es noch heißer werden, bis zu 36 Grad, da will ich früh starten.
8.6.25 Lillooet->Marble Canyon 46km, 1020hm. Nachdem ich um 5 Uhr anfangen habe zu packen, starte ich um kurz vor 6h. Marco verabschiedet mich. Es ist schon viel wärmer als gestern, aber immer noch frisch. Trotzdem fahre ich in Kurz, denn es geht nun erstmal 400hm Berg hoch. Ich habe den Highway 99 fast dafür mich alleine. Erst nach 9h nimmt der Verkehr etwas zu. Für die Eisenbahn hat man einen gleichmäßigeren Anstieg als für die Straße gewählt. Bei Fountain Valley will ich eigentlich an der Tankstelle mein Benzin auffüllen, aber die Tankstelle macht Sonntags erst in einer Stunde auf. So lange will ich nicht warten. Ich hoffe, dass es noch für eine Mahlzeit reicht. Nun geht es erstmal wieder zu einer Brücke hinunter und dann in zwei langen Aufstiegen hoch. Nach dem ersten mache ich Frühstückspause und den zweiten überwinde ich in 88 Kehren. Oben ist eine Hochebene mit Farm. Dahinter fängt der Palivion Lake an. Das Wasser ist so klar, dass es je nach Grund in verschiedenen Farben leuchtet. Ich mache an der Slip Anlage eine Pause und schaue den beiden Gänsenpaaren zu, die mit ihren 12 Jungen vorbeikommen. Das Schwimmen verschiebe ich auf später am Camping. Bis dorthin sind es nur noch drei Kilometer. Dort treffe ich einen anderen Radfahrer und er gibt mir ein paar Tipps für die weitere Route. Ich baue erstmal nur das Innenzelt auf und gehe dann mit Buch an den Strand und esse auch zu Mittag. Den Nachmittag verbringe ich am Zelt und koche dann Reis mit Ei, Tomate und Paprika. Als die Sonne hinter dem Berg verschwindet gehe ich schnell noch mal schwimmen. Danach nähe ich meine kurze Radlerhose zum zweiten Mal. Die Naht müsste eigentlich mit der Maschine erneuert werden. Mal sehen wie lange es hält? Dann schreibe ich noch Tagebuch und gehe ins Zelt, als mich die Mücken zu sehr ärgern.
