2025-03-11 Westküste NZL Teil 2
Mit Gerlinde und Hubert, Franz-Josef, Lake Matheson und Ōkārito bis Hokitika.


Veröffentlicht: 17.03.2025

































































































































































17.3.25 Hokitika Wwoof bei Joan, 2.Tag. Ein Regentag. Ich starte mit Sonnengruß im Wohnwagen, mache dann etwas Holz und gehe zum Haus. Dort gibt's Porridge mit Banane und Jogurt. Heute repariere ich die Bank. Dafür muss ich Holz finden. Es gibt viele dicke Bohlen, aber keine Latten. Und nur 2 Längen an Schrauben. Aber ich komme gut zurecht. Nach dem Mittagessen, lecker Linsen, bearbeite ich noch die Oberfläche mit dem Schaber und Schmirgelpapier. Plötzlich liegt ein Eisvogel auf der Terrasse. Er ist wohl gegen die Scheibe geflogen. Er stirbt.
Heute regnet es viele. In den Pausen spalte ich Brennholz und räume den Baum aus dem Weg. Dazwischen lese ich im warmen gemütlichen Wohnzimmer. Zur Nacht gehe ich nochmal die Glühwürmer anschauen. Es sind tatsächlich kleine Würmer und keine fliegenden Insekten, wie bei uns.
19.3.25 Wwoofing 2 bei Joan, Hokitika, Tag 3. Heute ist ein richtiger Regentag. Nach dem Sonnengruß packe ich ein paar Sachen und gehe rüber zum Frühstück. Joan bietet mir an noch einen Tag zu bleiben und hat auch einen Auftrag. Im Carport steht ein Anhänger, der braucht einen neuen Anstrich. Als erstes sollen die Roststellen mit Rostwandler behandelt werden. Ich suche wieder Werkzeug und finde einen breiten Pinsel, Topf für die Lösung, ein Spachtel und Schmirgelpapier. Da wusste ich ja schon wo es liegt. Zwei Stunden schleife ich an dem Trailer. Das Auftragen der Lösung geht dann schnell. Nach dem Mittag lasse ich es erst ruhig angehen. Nach einem Nickerchen im Wohnwagen schaue ich im Internet für die weitere Reiseplanung nach. Suche ein paar Bilder von Hattingen und meiner Familie heraus, die ich Joan zeige. Schicke eine E-Mail nach San Francisco, die aber leider bei Marty nicht ankommt. Kurz nach 5 soll ein Patient kommen, den Joan mit Akupunkturnadeln behandeln will. Deshalb gehe ich in den Wohnwagen und lese und spiele Sudoko. Der Patient kommt aber erst um halb sieben und bleibt bis zum 9h. Zwischendurch hört es etwas auf zu regnen und ich spalte noch mal zwei Schubkarren voll Holz. Inzwischen ich bin richtig hungrig und froh, dass ich noch ein paar Scheiben Brot in meinem Rucksack hatte. Joan hat dann aber auch noch Linsen und Gemüse für mich. Unser letztes gemeinsames Dinner.
20.3.25 Wwoofing 2 bei Joan, Hokitika-> Greymouth, Rapahoe. 66km, 210hm. Nach Toilette und Yoga packe ich den Rucksack. Joan hat noch mal Porridge für mich und gibt mir Brot und Nashi mit. So fahre ich kurz vor 10 das breite Humphrey Tal hinunter. Es geht wieder auf dem HW 6. Hier ist viel Verkehr und keine Minute ohne Autos. Unterwegs buche ich die Eintrittskarte für Shantytown und mache einen kleinen Stopp bei einem Künstler der Jade verarbeitet. In Shantytown mache ich Frühstückspause und fahre damit dem Museumszug zum Sägewerk. Zurück zum Freilicht Dorf geht es an der Goldwaschstraße entlang. Ich folge dem Audioguide durch die vielen Häuser und höre mir die Geschichten an. Dann brause ich mit dem Wind nach Greymouth, kaufe ein und esse ein großes Eis am Strand. Laute Motorengeräusche dröhnen herüber. Auf der Karte entdecke ich einen Speedway. Das macht mich neugierig und ich fahre hin. Durch den Zaun kann ich einen Rennen von komischen Autos auf Sand beobachten. Das würde bestimmt Robert gefallen. Weiter geht es die Küste entlang. Hier gibt es einen Wanderweg zum Elisabeth Point. Er ist eigentlich für Fahrräder gesperrt, aber es sind nur wenig Leute unterwegs und ich halte immer an, um sie durchzulassen. Insgesamt fünfmal muss ich schieben, weil es zu steil ist. An der Spitze gibt es eine schöne Aussicht auf Felsen im Meer, gegen die die Brandung klatscht. Die Sonne steht nun schon tief und ich muss noch zweimal das Gepäck abpacken, weil Gatter die Durchfahrt versperren. Der Campingplatz liegt direkt am Meer. Man muss sich online anmelden, 25 Dollar.
Leute sitzen am Strand mit Tisch und Stuhl, ein schönes Bild gegen die untergehende Sonne. Ludwig reagiert mit einem Anruf auf meine Bilder. Nach SU baue ich das Zelt auf und gehe in die gemütliche Küche zum kochen. Es ist schon 22: 30h als ich ins Zelt gehe.
20.03.25 Rapahoe-> Jacks Gasthof, 68km, 644hm. Gerade als ich mich noch mal umdrehen will, klingelt der 7 Uhr Wecker. Ich bearbeite den Blog und gehe zum Sonnengruß an den Strand. Das Zelt ist heute mal ganz trocken. Es ist schon 9:40h, als ich den Campingplatz verlasse. Das Stück des HW6, das ich heute fahre, hat viel weniger Verkehr. Durchschnittlich ein Auto pro Minute. Fast den ganzen Tag habe ich einen tollen Blick aufs Meer. Überall schäumt die weiße Gischt. Teilweise hängt der Nebel bis in die Bergen hinauf. Schon nach sechs Km erreiche ich die Pancake Rocks and Blowholes. Davor ist ein großes visitcenter, so dass ich denke, ich muss eine Eintrittskarte kaufen. Das ist aber nicht der Fall. Ein Rundweg von 20 Minuten führt gut ausgebaut zu den einzelnen Felsen und Löchern. Überall klatschen die Wellen gegen die Felsen. An einigen Stellen zischt es. Ich setze mich und esse ein Brot, aber die Sandflies und die warme Sonne vertreiben mich. Im Schatten vor dem Besucherzentrum esse ich weiter. Mit tollen Ausblicken auf Felsen und mehr geht es weiter die Küste entlang. Nach einer weiteren Pause am Strand um 16 Uhr geht es weiter die Berge hinauf bis auf 210 Meter. Ich komme ganz schön an Schwitzen und ziehe das T-Shirt aus. Den erste Camping lasse ich sich rechts liegen und fahre zu Jacks Gasthof. Hier spricht man deutsch. Für 10$ kann ich das Zelt aufbauen und für 14$ bekomme ich eine große Flasche Tui Bier. Ich setze mich zu einem deutschen Pärchen und bekomme ein Stück Pizza ab und kann ihre Powerbank zum Laden nutzen. Es wird schon dunkel, als ich die Nudeln zu den Resten von gestern koche. Im Dunklen nutze ich die Außendusche. Sie ist wunderschön warm. Jetzt schnell ins Zelt kriechen.
21.3.25 Herbstanfang. Rapahoe-> Westport-> Lyell, 85km 340hm. Heute stehe ich früh auf, weil ich noch die Powerbank an die deutschen Camper zurückgeben muss. Das Zelt ist vom Tau wieder sehr nass. 7:45h starte ich. Das erste Stück bis Westport ist wieder mehr Verkehr. Auf einer Anhöhe mache ich den Sonnengruß. Die Sonne versteckt sich noch hinter Wolken und in den Bergen sieht es fast nach Regen aus, dabei ist Sonnenschein angesagt. Ich telefoniere mit Manni, der vom Fußgelenkbruch seines Bruders auf Mallorca berichtet. Nach dem Einkauf in Westport setze ich mich in den Park und frühstücke die Haferflocken, heute mit Joghurt. Dabei telefoniere ich mit Ulla. Wir tauschen uns über die Herbstferien aus. Als ich den Rest vom Joghurt mit den Fingern ausschlecke, kommt eine Frau vorbei und bietet mir einen Löffel an! Wo sie den jetzt wohl extra hergeholt hat? Dann geht es aus der Stadt hinaus erst einmal sechs Kilometer auf der gleichen Straße zurück und dann den Buller River hinauf. Hier ist nun deutlich weniger Verkehr. Es gibt gute Ausblicke auf dem Fluss, der aber nicht so schön leuchtet. Am Hawks Crag ist die Straße direkt in den Felsen geschlagen. Hinter Berlins wird das Tal wieder breiter und es dauert eine Weile, bis sich eine Stelle am Fluss finde, wo ich gut Pause machen kann. Es ist ein Zugang für Angler an der Mündung des Inangahua River. Gegenüber ist die Eisenbahnbrücke über den Buller zu sehen. Hier biegt die Bahn nach Christchurch ab. Kaum habe ich es mir gemütlich gemacht, sind die Sandflies da. Also ziehe ich lange Kleidung an, obwohl die Sonne schön scheint und setze mich in den Schatten. 20km geht es nun noch den Fluss hinauf bis zum Camp Lyell. Hier zweigt die Old Ghost Road ab.(könnte man auch machen, aber ohne Gepäck). Ich trockne das Zelt, ziehe mir wieder Sandflyschutz an und gehe zum Fluss hinunter, um dort alles wieder auszuziehen und ins Wasser zu steigen. Dann koche ich Reis mit Fleisch und Gemüse, während die Sonne hinterm Berg verschwindet. Das Wegahuhn schaut immer wieder vorbei, ob etwas abfällt. Heute findet ich niemanden, der die Powerbank lädt.
22.3.25 Lyell->Lake Rotoiti, 95 km 450hm. Heute geht es den ganzen Tag am River Buller entlang. Die Steigungen sind gut zu fahren und ich habe angenehmen Rückenwind. Die erste Pause will ich an der längsten Swing Bridge Neuseelands machen. Es kostet aber 12,50$ Eintritt. Die will ich jetzt nicht für eine Pause ausgeben. Stattdessen setze ich mich auf eine sonnenbeschiene Weide hinter einem offenen Gatter. Um 12:30h erreiche ich Murchison, den einzigen Ort auf meiner heutigen Strecke. Ich suche mir eine Sitzgelegenheit und lade erst mal die Bilder in den Block, dann gehe ich einkaufen. Als ich wieder aus dem Ort heraus bin, finde ich am Straßenrand eine Brieftasche mit vielen Scheckkarten. Im Gras daneben liegen auch noch drei Karten. Sie gehören einem Neuseeländer. Was damit tun? Ich drehe um und fahre wieder in den Ort und frage bei der Tankstelle nach einer Polizeistation. Die Frau an der Kasse ruf dort an. Der Polizist ist gerade auf Streife und wird die Fundsache später hier abholen. Als ich weder an der Fundstelle vor dem Golfclub vorbeifahre, finde ich noch eine Karte. Ich nutze das alte Postverfahren, in dem ich sie einem entgegenkommenden Fahrzeug mit gebe, mit der Bitte, die Karte auch bei der Tankstelle abzugeben. Meine anderen im Laufe der Zeit gesammelten Fundsachen werde ich heute auch los. Der Farmer Anthony freut sich über zwei Spanngurte, einen 13er Maulschlüssel, zwei Imbusschlüssel, eine 17er Nuss und einen Pneumatikanschluss. Für meine nächste Pause suche ich einen Platz mit Blick auf den Fluss. Finde aber nur einen Rastplatz mit verkohlten Bäumen und Tischgruppe. Anschließend geht das weiter talaufwärts in der Sonne. Ich ziehe mein T-Shirt aus und genieße die warme Sonne im Rücken. Nach zehn Minuten vermisse ich es. Also umdrehen und gegen den Wind suchen. Es liegt am Straßenrand. Um 16:45h erreiche ich den Zeltplatz Kawatiri Junction. Er liegt schon halb im Schatten und ist wenig ansprechend. Wasser gibt es nur aus dem Fluss. So bin ich schnell entschlossen noch 25 Kilometer weiter zu fahren. Der Wind unterstützt mich weiter bei meiner Fahrt den Buller aufwärts. Das Tal ist hier viel trockener und breit. Die Straße 63 hat fast keinen Verkehr und geht Kilometer lang nur geradeaus, an einem Flugplatz vorbei und über einspurige Brücken über Bäche von Seitentälern. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreiche ich das Ufer des Lake Rotoiti und gehe gleich hinein. Dann suche ich einen Platz auf dem Camping und habe auch gleich Nachbarn, die meine Powerbank laden. Ich baue nur das innen Zelt auf und lasse das äußere noch trocknen während ich das Essen aufwärme. Das Bier zum Essen ist leider heute warm. Mit dem warmen Topf in der Hand gehe ich noch mal zum See. Jemand kommt vorbei und kassiert 25 Dollar. Es ist schon dunkel, als ich den Tisch abräumen will und Johanna und Linda sich melden. Beim Telefonat lege ich mich auf die Bank (ohne herunter zufallen) und schaue in den Sternenhimmel. Eine Reihe von Satelliten ziehen auch vorbei. Im Stockfinstern verspanne ich das immer noch feuchte Überzelt und richte meine Schlafstätte. Schlafen kann ich nicht direkt. In meinem Magen blänen die aufgewärmten Bohnen. Ich erinnere mich an eine ähnliche Situation in Chile. Da hilft nur, die Bohnen müssen wieder raus. Nun kann ich auch schnell einschlafen.
23.3.25 Lake Rotoiti->Wairau Valley, 75km, 100hm, 3std Rückenwind! Am Morgen sind das nur sechs Grad. Ich packe alles ein und gehe zum Frühstück in die Sonne am See. Dann lasse ich das Fahrrad stehen und laufe um die Bucht bis zum Aussichtspunkt. Ich telefoniere mit Berni und laufe wieder zurück. Einmal gehe ich noch ins kühle Wasser und esse dann Brot und Käse. Nach dem Einkauf General Store mache ich mich um 14 Uhr auf die 26 Kilometer lange Etappe bis zum nächsten Camp am Kowhai Point. Obwohl es anfangs noch bergauf geht schaffe ich die Strecke in einer Stunde. Ich esse ein paar Kekse und trinke dazu das erste Bier. Der Wind ist so günstig, dass ich ihn nutzen will und noch bis um 18h weiterfahre. Mit über 25 km/h schaffe ich die nächsten 50 Kilometer in zwei Stunden. Wer weiß wie morgen der Wind weht? Das ganze Tal ist voller Weinreben. Bei der Kirche von Wairau frage ich die Leute vor der Imbissbude nach einer Zeltmöglichkeit, aber sie wissen auch nichts. So fahre ich noch bis zur LondonStreet, die zum Fluss führt. Ich fahre bis zum Fluss durch, wobei es noch über ein Grundstück eines Weingutes und durch eine Furt geht. Das Zelt baue ich auf sandigem Boden nahe des jetzigen Ufers auf. Im Frühjahr ist hier wohl alles überschwemmt. Ich koche unter einer Kiefer. Heute mal ohne Sandflys!
24 märz 25. Wairau River-> Picton, 65km, 100hm. Während ich packe, höre ich eine laute Maschine. Ich gehe zum Flussufer und sehe eine Raupe lang fahren. Auf dem Weg zurück zur Straße bleibe ich im Sand stecken und muss die Furt durchqueren. Es gibt immer noch leichten Rückenwind, aber auch wieder viel Verkehr auf der Straße. Ich biege spontan nach Renwick ab. In der Poststation kann ich die Powerbank laden. Im Supermarkt nebenan kaufe ich Joghurt und verfeiner damit mein Müsli, dass ich auf der Bank esse. Ich telefoniere mit Ralf und frage ihn nach seiner Einschätzung zur Aufenthaltsdauer in der Südsee. Ich entscheide mich für drei Wochen und buche ich den Flug von Papeete nach San Francisco. Zwischendurch wird mir so kalt, dass ich mich erst mal wärmer anziehen muss. Aber kaum bin ich ein paar Kilometer Richtung Blenheim geradelt, wird es mir wieder warm. Eigentlich fahre ich nur fürs einkaufen nach Blenheim, biege dann aber Richtung Picton um, denn dort kann ich ja auch einkaufen. Der HW 1 ist stark befahren. Es gibt zwar einen Randstreifen, aber der viele Verkehr nervt. Ich entdecke den Wale Track und folge dem neu angelegten Weg. Ohne Vorwarnung ist der Trail aber nach zwei Kilometern gesperrt. Also umdrehen und wieder auf der Hauptstraße weiter bis zur St. Johns Anglican Church. Ab hier kann ich ein paar km neben der Bahnstrecke auf dem Radweg fahren. Leider gibt es keinen Picknickplatz unterwegs. Ich halte bei drei Bäumen und setze mich an dem Baumstamm. Ein güterzug mit nur sieben Waggons kommt vorbei. Schnell habe ich die Passhöhe von 100 hm erreicht und rolle auf der Hauptstraße nach Picton hinunter. Im Terminal kann ich meine Überfahrt umbuchen und bekomme ein Ticket für morgen. Sie sagen nichts von einer
Fahrradkarte, da bin ich mal gespannt, ob das morgen noch ein Thema ist. Nach dem Einkauf ist mir klar, dass ich nicht weiter raus zu einem abgelegenen Campingplatz fahren möchte. So steuere ich den Holiday Park in der Waikawa Bay an. Ich baue das Zelt auf und versuche dann ein Zugticket von Wellington nach Ohakune zu buchen. Zuerst muss ich mich auf der Webseite zurechtfinden und dann wird meine Zahlung bei der DKB nicht bestätigt. Nach zig Versuchen nehme ich die andere Visa card und es klappt. Da ich von dem WarmShowers Gastgeber nichts gehört habe, buche ich auch für drei Nächte ein Hostel in Wellington. Nun gehe ich kochen. Ich bin der erste, doch es kommen noch zwei Pärchen und da sind vier Herdplatten zu wenig. Beim Essen zerkleiner ich auch die aufgelesenen Quitten und dünnste sie kurz an. Ich will sie zum Müsli tun. Irgendwie bin ich sehr geschafft und kriege nicht mehr so viel auf die Reihe. Noch schnell duschen und ab ins Zelt. Morgen habe ich ja Zeit alles in Ordnung zu bringen.
