Kapadokien
Das war denn mal ne kurze Tour von nur 96 Km. Aber die Gegend hier wollte ich mir nicht entgehen lassen. Kapadokien ist ja bekannt für seine tollen Gesteinsformationen und die...


Veröffentlicht: 18.06.2023















Gestern war nur ein Tag um Kilometer zu schrubben. Es waren trotzdem zum Teil sehr schöne Strecken, leider bei Regen nicht gut zu befahren. Trocken ist hier in der Türkei der Asphalt absolut griffig, im nassen Zustand eine Katastrophe. Während einer Pause auf einem Parkplatz in einer Kehre kam ein Sattelzug angerauscht. Der Fahrer hatte arge Probleme. Der Auflieger schob die Hinterachse der Zugmaschine vor sich her. Der Fahrer hatte gut zu tun seinen Zug wieder einzufangen.
Abends im Hotel durfte ich mich dann erst einmal trockenlegen.
Heute ging es dann weiter in Richtung der türkisch/griechischen Grenze. Zunächst auch über schöne enge Bergstraßen, jedoch auch mit viel Baustellen und entsprechenden Baustellenverkehr. (Hier wird häufig auch Sonntags voll gearbeitet, vor allem auf Baustellen)
Da es viel regnete sahen die Straßen entsprechend aus.
Ich bin dann auf eine dieser vierspurigen Schnellstraßen abgebogen. Dort ging es flott voran und alsbald war die Fähre über das Marmarameer erreicht.
Die Überfahrt dauerte etwa 30 Minuten. Es war reger Schiffsverkehr durch den sich die Fähre hindurchzirkelte.
Auf der europäischen Seite ging es vierspurig weiter.
Es zog mal wieder ein Gewitter auf, ich suchte Schutz an einer Tankstelle. Nicht nur ich, es war noch ein türkisches Pärchen da, Fahrer und Sozia total durchnässt, da beide nur, ganz landestypisch, Jeans, Sportschuhe und modische Jacken anhatten. Wenigstens hatten sie Helme dabei, was hier gar nicht so üblich ist. Dann war da noch ein bulgarisches Pärchen und drei türkischstämmige Fahrer aus Unna.
Wir unterhielten uns ein wenig, als es aufhörte zu Regnen fuhr ich dann weiter. Alsbald wurde ich von den dreien aus Unna in einem Wahnsinnstempo überholt. Der Vorsprung wurde schnell größer, doch dann kam eine neue Gewitterfront. Bei Regen fahren klappte bei den dreien nicht so gut Ich hatte sie relativ schnell eingeholt und überholt, habe sie dann auch nicht mehr gesehen, ich vermute das sie wieder eine Tankstelle angefahren haben.
Der Regen wurde immer schlimmer, dazu extremer Sturm von der Seite. Der obligatorische LKW Grenzstau kam in Sicht, Gottseidank dachte ich, dann hat man Windschatten. War ne lustige Fahrerei, Windschatten ja, aber immer nur eine LKW Länge, in den Zwischenräumen gab’s heftige Schläge von der Seite, so heftig das nicht einmal die Klettverschlüsse meiner Jacke hielten und der Regen durch den nun offen gelegten Reißverschluss eindringen konnte.
Unmittelbar vor der Grenze ließen Regen und Wind zunächst ein wenig nach. Bis ich an den ersten von drei Schaltern kam.
Schalter 1 ist die Passkontrolle
Schalter 2 ist der Zoll
Schalter 3 Polizeikontrolle hier wird nachgesehen ob noch Strafzettel zu bezahlen sind oder irgendwelche Verkehrsvergehen von einer der vielen überwachungskameras aufgezeichnet wurden.
Passkontrolle, Helm ab, Brille ab, in die Kamera schauen, das ganze bei Starkregen und Sturm, wogegen auch die großzügige Überdachung nichts brachte.
Schalter zwei, der Regen und Sturm waren noch intensiver geworden, Zollkontrolle fiel aus, ich wurde durchgewunden.
Schalter drei ist etwa 200 m abgesetzt von den vorherigen. Ich stand an dritter Stelle unter dem nutzlosen Dach. Regen und Sturm wurden noch intensiver. Ich stieg ab, drückte mich in eine Nische um wenigstens etwas Schutz zu finden.
Vom Grenzbüro wurde mir zugewunkten und bedeutet ich soll hereinkommen. Ein wirklich feiner Zug von den beiden Beamten. Ich durfte meine Fahrzeugpapiere vorlegen und platznehmen. Aufgrund des Gewitters waren die Computer ausgefallen, wir mussten warten bis ein Techniker die EDV wieder ans laufen bekam.
Ich konnte es sehen, die Grenzer nicht, ein gleißender Blitz und fast zeitgleich der Donner. Die Grenzer haben Deckung gesucht, sahen sich verstört an, sahen mich an, und begriffen das es kein Anschlag war, sondern nur ein Blitz 🫣
Der Regen und Sturm, wie ich es so nicht nicht erlebt hatte, ließen nach, die Computer liefen wieder, mein Kloß im Hals wurde größer. Ich hatte ja vor zwei Tagen einen Strafzettel erhalten, da Wochenende war, konnte ich ihn noch nicht bezahlen, aber scheinbar war er in ihrem System auch noch nicht erfasst sonst wäre ich nicht über die Grenze gekommen.
Glück gehabt und 36€ gespart, da es kein Übereinkommen mit der Türkei gibt.
So, da ist er nun klatschnass in Griechenland, erstes Hotel angefahren und erst einmal trockengelegt, das tat gut.
Abendessen gab es im Familiengeführten Hotel. Die Griechen sind dann doch ein ganz anderer Menschenschlag. Viel herzlicher, nicht so reserviert, mal sehen ob sich dieses Bild nich verfestigt.
