Tines Blog

Auf in neue Welten🌍

Amritapuri Teil 2

Anfang Juli bin ich nach Amritapuri, Kollam wieder in den Ashram zurückgereist, um mich hinsichtlich der nächsten Monate neu zu orientieren.

Trotz mehrerer Bemühungen und Anfragen, in umliegenden Schulen arbeiten zu können, gab es hierzu zu dem damaligen Zeitpunkt leider keine Möglichkeit.

Allerdings startete ich bald daraufhin zwei sehr interessante Arbeitsprojekte:

Zum Einen arbeitete ich knapp 3 Monate für das Ashraminterne Waste Management im Bereich Recycling mit. Hierbei sortierte ich gemeinsam mit meinem Recyclingteam allen anfallenden Müll aus dem Ashram. 

Zuerst war ich etwas abgeneigt von dieser Arbeit, aber nach kurzer Zeit konnte ich mich dazu überwinden und sah die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit darin.

Ich arbeitete bereits im April im Recycling Team auf der Tour mit Amma mit und konnte dort erste Eindrücke und Erfahrungen während dieser Arbeit sammeln.
Ihr müsst wissen, dass Recycling und Waste Management in Indien leider bisher unzureichend bis gar nicht stattfindet. Daher war es mir ein Anliegen, mich täglich früh morgens für zwei Stunden zu engagieren.

Nachmittags arbeitete ich weitere zwei Stunden für ein Ashramprojekt namens 'Saukyam' mit. 

Dabei half ich bei der Produktion und dem Marketing von wiederverwendbaren Monatsbinden aus Stoff gefüllt mit Bananenfasern, für Frauen in den umliegenden Dörfern. 

Die Verwendung von Einwegbinden durch die Mehrheit der hier lebenden Frauen und Teenager schafft eine massive Umweltbelastung und stellt außerdem durch die enthaltenen Schadstoffe ein enormes Gesundheitsrisiko für die Frauen dar. 

Durch diese Problematik entstand mein Interesse und meine Motivation, in dem Projekt mitzuwirken. 

Meine Supervisorin übergab mir die Rolle der Teamkoordinatorin für das Team bestehend aus westlichen Frauen aus dem Ashram. Meine indische Freundin Meenakshy war als Projektkoordinatorin für die indischen Projektarbeiterinnen zuständig.

Die interkulturelle Zusammenarbeit fand ich sehr bereichernd und in der Arbeit sah ich auch einen starken ergotherapeutischen Bezug.

Es ging nämlich darum, eine bedeutungsvolle und relevante Alltagsaktivität für die weiblichen Dorfbewohner, wie das Nähen und Zupfen von Bananenfasern, zu ermöglichen und ihnen gleichzeitig Partizipation in ihrem Alltag zu ermöglichen.

Zusätzlich zu diesen Projekten widmete ich meine Zeit gerne einem indischen 5-jährigen Jungen einer befreundeten Familie aus dem Ashram. Wir sind uns zum ersten Mal am Strand begegnet und hatten von diesem Moment an sofort eine starke Verbindung zueinander. 

Neben abwechslungsreichen gemeinsamen Spielangeboten unterstützte ich ihn auch spielerisch darin, sein spoken english zu verbessern. Also konnte ich doch ein wenig spielerisch Didaktik anwenden, was ich mir so gewünscht hatte. 😊

In meiner freien Zeit gab ich außerdem einer befreundeten, belgischen Ashranbewohnerin einfachen Geigenunterricht, der von meiner Mutter persönlich und auch aus der Ferne "supervidiert" wurde.😁 Es war so toll zu sehen, welche Fortschritte sie in kurzer Zeit machte und mit welcher Begeisterung sie an den Stunden teilnahm.

Im August war es dann endlich soweit und meine Mutter kam mich gemeinsam mit ihrem "Pflegekind" Ananda aus Haiti in Amritapuri besuchen. 🥰

Wir genossen sehr die Zeit gemeinsam, auch wenn es erstmal eine kleine Umstellung war nach 4 Monaten, die ich auf mich alleine gestellt war. 😉

Nach unserem Kurztrip auf die Malediven genossen wir die gemeinsam Zeit in Amritapuri und unternahmen unter anderem Stocherkahntouren auf den Backwaters, Tempelbesuche und viel mehr. Auch den Independence Day in Indien feierten wir gemeinsam.🇮🇳 

Es war ein schönes Gefühl, an unseren Urlaub in Amritapuri letztes Jahr im August anzuknüpfen. :)


..In meiner Zeit im Ashram nahm ich an einem Meditationskurs teil und fing endlich an, eine 45 minütige Meditation frühmorgens in meinen Tagesablauf einzubauen. Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, diese Struktur beizubehalten, da mein innerer 🐷🐕 zeitweise ganz schön Widerstand leistet. 

Aber ich weiß, wo ich mein Meditationskissen und die Praxisanleitung finden kann, wenn ich das Bedürfnis habe, meine Gedanken zu stillen . .😋😁

Die Eindrücke besonders in den letzten Wochen im Ashram habe ich ganz bewusst und tief in mich aufgesaugt. 

Besonders gerne verbrachte ich die Zeit alleine am Strand, oder auch auf den Backwaters, um stille Momente mit mir alleine zu haben. Ich hatte aber auch die Freiheit, für mich zu entscheiden, wenn ich meine westlichen und auch indischen Freunde sehen wollte. 

Dieses absolute Glücksgefühl und die innere Freiheit werde ich immer mit dem Ashram verbinden und mit einem Lächeln an alle Menschen zurückdenken, die meinen Aufenthalt so bereichert haben. 🧡

---

At the beginning of July, I returned to Amritapuri, Kollam to reorient myself for the next few months.

Despite several efforts and requests to work in surrounding schools, there was unfortunately no possibility at the time.

However, soon afterwards I started two very interesting work projects:

On the one hand, I worked almost 3 months for the Waste Management in the field of recycling within the ashram. Here I sorted together with my recycling team all accumulating garbage from the ashram.

At first I was bit averse to this work, but after a short time I was able to overcome it and saw the sense and importance in it.

I already worked in April with the recycling team on the tour with Amma and was able to gain first impressions and experiences during this work.

You have to know that recycling and waste management in India has so far been insufficiently or not started at all. Therefore, it was important to me to get involved every day for two hours early in the morning.

In the afternoon, I worked for another two hours on an ashram project called Saukyam.

I helped with the production and marketing of reusable sanitary napkins stuffed with banana fibers for women in the surrounding villages.

The use of disposable sanitary napkins by the majority of women and teenagers living here creates a massive environmental burden and also represents a huge health risk for women due to the toxins it contains.

This issue created my interest and motivation to participate in the project.

My supervisor gave me the role of  a team coordinator for the team of western ashram women. My Indian friend Meenakshy was the project coordinator for the Indian project workers.

The intercultural cooperation was very enriching and in the work I saw a strong occupational therapy reference.

The aim was to enable a meaningful and relevant everyday activity for the female villagers, such as the sewing and plucking of banana fibers, while at the same time they were engaged and empowered  to participate in their everyday lives.

In addition to these projects, I also enjoyed spending my time with an Indian 5-year-old boy of a family from the ashram family. We met for the first time on the beach and from that moment on we immediately had a strong connection to each other.

In addition to varied joyful games, I also playfully supported him in improving his spoken english. So I was able to use didactics a little bit playfully, which I had wished for. 😊

In my free time, I also gave simple violin lessons to a friendly Belgian ashram host, who was "supervised" by my mother personally as well as remotely.😁 It was great to see her progress in a short time and how enthusiastic she was attended the lessons.

In August it was finally time and my mother came to visit me with her "foster child" Ananda from Haiti in Amritapuri. 🥰

We enjoyed the time together, even if it was a small change after 4 months, which I was on my own. 😉

After our short trip to the Maldives, we enjoyed the time together in Amritapuri and made punttooth tours on the backwaters, temple visits and much more. We also celebrated the Independence Day in India together

It was a great feeling to continue our holiday in Amritapuri last year in August. :)

..In my time at the Ashram, I participated in a meditation class and finally started to incorporate a 45 minutes meditation into my daily routine early in the morning. Honestly, I find it difficult to maintain this structure, as my inner 🐷🐕 at times quite resist.

But I know where to find my meditation cushion and practice guide when I feel the need to quench my thoughts. .😋😁

The impressions especially in the last weeks in the ashram, I have consciously and deeply absorbed in me.

I especially enjoyed spending time alone on the beach, or on the backwaters, to have quiet moments with me alone. But I also had the freedom to decide for myself if I wanted to see my western and indian friends.

I will always associate this absolute happiness and inner freedom with the Ashram and with a smile I will remember all the people who enriched my stay so much. 

Kommentare

Reiseberichte, die dich auch interessieren könnten:

Phuket Patong

Die letzten sechs Nächte haben wir in Patong Phuket verbracht. Unsere Unterkunft mit einem Pool war ...

Hallo Fuji-san!

09. und 10.11.2019 – Wochenendausflug an den Fuß des Mt. Fuji 富士山Bei wunderschönstem Herbstwetter gi...

Mui Ne / Da Lat

Hallo, als unsere Camilla wieder fahrbar war ging es weiter Richtung Mui Ne, einer Stadt am Strand ...