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Von allem etwas und davon ganz viel: Ohrid / Nordmazedonien

Veröffentlicht: 12.08.2023

08.08. - 11.08.2023 und 17.08. - 18.08.2023

TANJA:

Pulsierend und entspannt erleben wir Ohrid. In der "Villa Flora" fühlen wir uns gleich wohl und erkunden die süße Altstadt, die man entlang des Seeufers über einen grünen Hügel, den Altstadtpark, erreicht. Mystisch steht dort eine orthodoxe Kapelle, die über dem See zu schweben scheint. 

Im Hafenviertel zeigt sich Ohrid dann allerdings ganz anders: Partymeile, Nightlife, Völlerei und Flanieren ist hier angesagt. Man kann davor aber auch schnell wieder flüchten, indem man in einem verwinkelten Gässchen einen der mitwinander verbundenen Stege über den See nimmt und es sich dort in einer der kostenlosen Liegen bequem macht. 

Leider hat unsere supernette und auch noch echt günstige Villa Flora in der Nacht darauf kein Zimmer mehr, sodass wir uns zur Überbrückung einen Zeltplatz am See suchen. Gar nicht so einfach zu finden und als wir uns aufmachen zu einer English Comedy Show im Jazz-in, einem sehr netten, urigen Jazzclub in der Altstadt, sind wir uns nicht ganz sicher, ob das Wasser bis zu unserer Rückkehr nicht doch unser Zelt überflutet haben wird.....

Nun denn, wir haben erst einmal einen lustigen Comedy-Abend, bei welchem der nordmazedonische Comedian sich über nationale Stereotypen und das interessante Verhältnis von Söhnen auf dem Balkan gegenüber ihren Müttern auslässt. Natürlich kriegen wir es als Deutsche auch ordentlich ab als Rote-Ampel-Steher, respekteinflösende Uniformierte und unverbesserliche Perfektionist*innen.

Nach einem nächtlichen 50 min. Rückmarsch teilweise durchs Wasser und über Zäune zu unserem "Zeltplatz" Stelle ich plötzlich fest, dass ich mein Täschchen mit all meinen Dokumenten und allem Geld im Jazz-in liegen lassen habe. Also heißt es panisch alles zurück. Während ich auf halber Strecke in einem Cafe bibbernd warte, spurtet Markus los. Angekommen platzt das Jazz-in vor Gästen aus allen Nähten. Die Barkeeper durchforsten den gesamten Laden, präsentieren einen Beutel nach dem anderen, Markus wird immer verzweifelter. Die Tasche scheint unauffindbar. Dann endlich doch noch der erlösende Griff. Markus sinkt ermattet und erleichtert auf dem Tresen zusammen, was den Keeper veranlasst, ihm erstmal einen Vodka aufs Haus auszugeben, um sich zu erholen (und andere Gäste scherzend vermuten lässt, dass er die Tasche absichtlich habe liegen lassen, um heimlich zum Saufen kommen zu können 😂).

Am Zelt wieder angekommen, scheint es schon die eine oder andere Welle abbekommen zu haben. Das ist uns aber einfach egal und wir legen uns schlafen.

Glücklicherweise alles gut gegangen.

Den nächsten Tag gehen wir gemütlich an und entspannen und baden einfach mal am und im wunderschönen See.

MARKUS:

Fazit Ohrid nach zwei Aufenthalten dort: hier kann man es wirklich sehr gut aushalten! Tiefenentspannt und lebendig zugleich.

Ohrid teilt sich ein wenig entlang der Küste entsprechend der Zahlungskräftigkeit der Menschen. Während man an den Kiesstränden nahe des Hafens v.a. Touristen der umliegenden europäischen Länder und vermögende Mazedonier antrifft, stehen am langen Strand ca. 40 min außerhalb kleine Bretterverschlage als Unterkünfte, in denen sich auch weniger betuchte Familien ein Wochenende am See leisten können. Und auch hier tanzen die Menschen nachts, sitzen zusammen, lachen, rauchen, trinken und v.a. essen lange und ausgiebig.

Das Verbindungsstück der beiden Welten bildet eine Steilküste, an deren kleinen Kiesstrand sich bei unserem zweiten Aufenthalt ein kleiner Rest der Rainbow Gathering Family versammelt hat, die auch nach einem Monat im Mavrovo Nationalpark noch nicht genug von Zusammensein hat (oder vllt auch einfach keine Alternative). Schade, dass wir Martins Einladung von vor drei Tagen nicht folgen konnten. Gerne wären wir zur Abschlusszeremonie zum full moon dabei gewesen...


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