Tag 2: Jerusalem
Tag zwei beginnt und wir haben uns schon so an die Stadt gewöhnt, als wären wir seit Jahren hier. Wir starten etwas früher, denn wir möchten nach Jerusalem fahren und dort nicht...

Veröffentlicht: 25.07.2022






























Unsere erste Flugreise seit 3 Jahren... "Warum Israel?", fragen viele, denen wir davon erzählen. Für uns schon lange ein Traum, die Kinder sind groß genug, wir sind reiseeprobt. Es wird mal wieder Zeit für ein Abenteuer. Zugegeben, ein wenig Respekt schwingt in der Reisevorbereitung mit und obwohl wir uns viel mehr eingelesen haben als bei jeder anderen Reise... Vorab bleibt uns Israel ein Rätsel und aus einem "das-müssen-wir-noch-regeln-bevor-wir-losfahren" wird ein "OK-schauen-wir-dann-dort".
Ganz verschwunden ist Corona nicht, es hinterlässt ein Chaos an deutschen Flughäfen und sorgt für reihenweise Flugausfälle. Natürlich lassen wir uns davon beeindrucken und sind schon um 2 Uhr morgens am Flughafen BER, 4 Stunden vorm geplanten Boarden und leider auch zwei Stunden vor Öffnung der Sicherheitskontrollen. Also zwei Stunden dösen auf dem Flughafenfussboden wie viele andere reisewillige mit uns.
Zwischen den beiden Sicherheitskontrollen frühstücken wir provisorisch. Die Kontrollen kommen uns sehr streng vor, aber alles läuft glatt und wir starten pünktlich. Wir planen viel Zeit ein, um nach der Ankunft am Flughafen in Tel Aviv die Passkontrolle zu durchlaufen, unser Gepäck zu bekommen und irgendwie zu unserer Unterkunft zu gelangen. Doch stellt sich vor Ort alles als sehr unproblematisch heraus.
Am Flughafen kaufen wir eine Sim-Karte mit einer israelischen Nummer, so haben wir unterwegs unbegrenzt Internet ohne teures Roaming nutzen zu müssen. Außerdem erwerben wir noch 4 RAV- Cards, aufladbare Karten, mit denen wir den öffentlichen Nahverkehr nutzen können.
Direkt vom Flughafen aus fährt ein Zug in ca 15 min zum Bahnhof, von dort nehmen wir (was sich später als unnötig herausstellt) den Bus der Linie 15. Hier beginnt schon das Abenteuer: der Bus hält, die Kinder steigen ein und der Bus fährt los. Ohne Eltern. Ein lauter Protest der Mitfahrer führt dazu, dass zumindest noch ein Elternteil mit in den Bus darf, der andere muss den nächsten nehmen. Von diesem kleinen Abenteuer einmal abgesehen, funktioniert der öffentliche Nahverkehr in Israel sehr gut und ist übersichtlich und viel günstiger als ein Mietwagen.
So fremd uns Israel vor unserer Abreise erschien, so wenig fremd scheint es uns jetzt. Tel Aviv ist laut, quirlig, heiß und so hilfsbereit und erinnert uns oft an Bangkok. Und es zieht uns von Beginn an einfach mit, ohne von Kulturschock oder Orientierungslosigkeit und vor allem ohne das Gefühl, in diesem Land nicht sicher zu sein.
Unser Quartier für die nächsten Tage schlagen wir bei Dan und seinem Hund Lucie auf, nicht allzu weit von der Altstadt. Ein kleines authentisches und gemütliches Apartment mit einem Garten, in dem Granatäpfel wachsen. Die Nachbarschaft hat einen ganz eigenen Charme mit vielen kleinen Häuschen, zusammengestückelt und bunt.
Insgesamt sind wir schon lange unterwegs gewesen an diesem Tag und so entscheiden wir uns für etwas Entspannung am Abend. Wir nehmen den Bus Richtung Carmel-Markt, bummeln durch die engen Ganglabyrinthe, essen eine Kleinigkeit und ziehen dann weiter zum Jerusalem Beach, wo wir baden und schließlich den Sonnenuntergang beobachten.