Abschied von Finnland – zwischen Regen, Sauna und Sámi-Kultur
Tags darauf erreichen wir Inari. Regen empfängt uns, aber auch ein schönes Camp direkt am See mit Feuerhütte und Sauna. Wir bleiben zwei Tage, sitzen abends in der Feuerhütte...

Veröffentlicht: 25.08.2025





























Wir sind fast oben. In Mehamn angekommen, verlieben wir uns sofort in dieses kleine Fischerdorf am Ende der Welt – oder besser gesagt: am Ende des europäischen Festlandes. Immerhin gibt es hier einen kleinen Flughafen, und die Hurtigruten laufen jeden Abend um 19 Uhr den Hafen an. Bunte Holzhäuschen und Fischerboote säumen das Ufer, und zur Begrüßung scheint sogar die Sonne – etwas, das uns in den letzten Tagen wirklich gefehlt hat. Wie es hier wohl im Winter sein muss?
Doch der eigentliche Grund, warum wir hier ganz oben auf der Halbinsel gelandet sind, ist ein anderer.
Seit Februar haben wir den Plan, den Kinnarodden zu erwandern – das Nordkinn, den nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Die Tour gilt als hart und nichts für schwache Nerven … zumindest haben wir das gelesen. In unserer Wander-App berichten einige, sie hätten die Strecke von knapp 50 km an einem Tag geschafft – für uns unvorstellbar! Aber wir wollen es zumindest versuchen.
Am Sonntag, den 24.08., geht es los. Mit leichtem Gepäck: Zelt, Schlafsäcke, warme Kleidung und Proviant für drei Tage. Vielleicht brauchen wir ja länger.
Den Bulli lassen wir am Flughafen stehen, wo der Trail startet. Markiert ist er mit roten T’s, die man allerdings erstmal finden muss. Schon nach dem zweiten T laufen wir falsch – Umweg mit steilem Anstieg inklusive. Aufgewärmt sind wir also recht schnell.
Der Weg führt uns durch blaubeerbedeckte Täler, über erste steinige Passagen und vorbei an Rentieren und schimpfenden Enten. Schließlich stehen wir vor einem Fluss, den wir barfuß durchqueren müssen. Eiskalt. „It’s all part of the adventure“, hätte ein lieber Freund jetzt gesagt.
Weiter geht es, und der Trail wird mit jedem Schritt steiniger, steiler und anspruchsvoller. Immer wieder müssen wir kleine Bäche und Flüsse überqueren. Ab und zu verlieren wir die roten T’s aus den Augen und sind froh, in eine Wanderkarte investiert zu haben – das Suchen kostet uns mehr Zeit und Kraft als gedacht.
Schon vorher war unklar, ob Steffis Fuß die Belastung aushalten würde. Und irgendwann ist es soweit: Am höchsten Punkt der Route, nach der Hälfte der Strecke, fällt die Entscheidung. Unter Tränen, mit schmerzenden Füßen und sinkender Energie brechen wir die Tour ab. Hart, aber vernünftig – nur so schaffen wir es, vor Einbruch der Dunkelheit zurück zum Bulli zu kommen.
Der Rückweg zehrt an den Kräften, aber wir kennen nun immerhin die Stellen, an denen wir schon Flüsse und Bäche überquert haben. Am Ende stolpern wir noch durch eine überflutete Wiese, weil wir wieder ein T übersehen haben. Egal – jetzt zählt nur noch das Ziel.
Mit letzter Kraft erreichen wir den Bulli, fahren zurück zum Camp, essen, duschen heiß – und fallen sofort ins Bett. Schlafen.
Ab morgens um vier prasselt der Regen auf das Bullidach und wir sind froh die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Steine zum Kinnarodden sind an vielen Stellen mit einer dünnen Moosschicht bedeckt und bei Regen sehr glatt. Weiterschlafen! Alles ist gut!
We’re almost at the top. Arriving in Mehamn, we immediately fall in love with this little fishing village at the end of the world – or rather, at the end of the European mainland. At least there’s a small airport here, and the Hurtigruten ship calls at the harbor every evening at 7 p.m. Colorful wooden houses and fishing boats line the shore, and as we arrive, the sun even comes out – something we’ve really missed in the past few days. What must it be like here in the middle of winter?
But the real reason we came all the way up to this peninsula is another one.
Since February we’ve had the plan to hike to Kinnarodden – Nordkinn, the true northernmost point of the European mainland. The trail is said to be tough and not for the faint-hearted… at least that’s what we’ve read. On our hiking app, some people even claim to have done the almost 50 km route in a single day – impossible for us! But still, we want to give it a try.
On Sunday, August 24, we set out. With light gear: tent, sleeping bags, warm clothes, and food for three days. Maybe we’ll need more time.
We leave the van at the airport, where the trail begins. The waymarks are red T’s, which you first have to spot. After only the second T, we already take a wrong turn – adding a detour and a steep climb. Well, at least we’re warmed up quickly.
The trail takes us through blueberry-covered valleys, across the first rocky passages, and past reindeer and scolding ducks. Eventually, we reach a river and have no choice but to take off our boots and wade through the icy water. “It’s all part of the adventure,” a dear friend of ours would have said.
Shoes back on, the trail gets steeper, rockier – and rockier still. Again and again, we cross streams and small rivers. Sometimes we lose sight of the T’s and are grateful we invested in a proper hiking map. Searching for the markers costs us much more time and energy than expected.
Even before the hike, it wasn’t clear if Steffi’s foot would hold up. And eventually, it happens: at the highest point of the route, halfway along, comes the tough decision. In tears, with aching feet and dwindling energy, we turn back. Hard, but the only sensible choice – this way we still have a real chance of reaching the van before dark.
The way back drains the last of our strength, but at least we remember where we crossed the rivers and found the T’s. Near the end, we stumble through a flooded meadow, having once again missed a marker. Whatever – now all that matters is getting back.
Finally, with the last bit of energy, we reach the van, head back to camp, grab dinner, a hot shower – and collapse straight into bed.
From 4 a.m. onwards, the rain drums against the van roof, and we’re relieved about our decision. The rocks on the way to Kinnarodden are often covered with a thin layer of moss, which becomes dangerously slippery when wet. Sleeping in! Everything’s fine!
