OMAN - ein Hauch von Orient
Der Südwesten des Sultanats Oman inklusive Rub al-Chali. Hier findet ihr meinen Reisebericht und die dazu gehörenden Impressionen von meiner abenteuerreichen Reise in dieses...

Veröffentlicht: 23.09.2019



















Oman... seit meiner ersten Reise vor drei Jahren in den Süden bin ich fasziniert von diesem einzigartigen Land. Dieses Mal soll es in die Hauptstadt, nach Maskat, gehen. Die im Nordosten an der Küste gelegene Stadt liegt am Golf von Oman an einer von Felswänden eingeschlossenen Bucht.
Direkt nach der Ankunft weiß ich wieder, warum ich mich damals so wohl gefühlt habe. Man fühlt sich willkommen und alles versprüht einen gewissen Hauch von Orient. Von meinem Hotel aus, das auf einer Klippe liegt, habe ich einen fantastischen Blick über die Stadt. Nach der Ankunft genieße ich persisches Essen und die warme Luft - Gefühle wie 1001 Nacht kommen wieder hoch. Am nächsten Morgen geht es zur Großen Sultan-Qabus-Moschee. Die imposante Moschee, die im Jahr 2001 eröffnet wurde, gilt als eines der wichtigsten Bauwerke des Landes und liegt an der Hauptstraße zwischen Maskat und Sib. Handgeschnitzte und verzierte Türen, ein großer, handgeknüpfter Gebetsteppich und ein acht Tonnen schwerer Kronleuchter hinterlassen einen bewundernswerten Eindruck. Auch das Royal Opera House und der Sultanspalast Qasr al-Alam sind einen Besuch wert. Da es zu meiner Reisezeit noch sehr warm und schwül ist, lege ich über die Mittagszeit eine kleine Pause im Meer ein. Im klaren Wasser kann ich die Fische beobachten und das angenehme Nass und die Sonne genießen. Gegen Nachmittag geht es dann nach Matrah. Die wichtige Handels- und Hafenstadt liegt östlich von Maskat und ist nicht nur wegen des Souk sehenswert. Der Souk ist der größte Omans und die Gassen sind -so erscheint es dem Besucher- labyrinthartig angelegt. Neben omanischer Handwerkskunst können hier Stoffe und Gewürze erworben werden. Letzteres sorgt dafür, dass sich durch alle Gassen ein leckerer Duft verbreitet. Es empfiehlt sich, am Rande des Souk auch eine Kleinigkeit zu essen- ich habe mich für Lamm und frisch gepressten Saft entschieden.
Am nächsten Morgen werde ich bereits um 6:30 Uhr abgeholt, denn ich erfülle mir einen großen Wunsch auf dieser Reise: Wadi Shab ("Schlucht zwischen Klippen"). Ein Wadi ist ein Tal oder Flusslauf, der häufig erst nach straken Regenfällen vorübergehend Wasser führt. Zum Glück konnte ich, relativ spontan, noch einen "Local" für die Tour buchen. Nach rund zwei Stunden Autofahrt durch karge und gebirgige Landschaft und allerlei Geschichten über Land und Leute, erreichen wir unser Ziel. Zunächst geht es mit einem kleinen Boot auf die andere Seite des Ufers. Von dort aus beginnt unsere ca. einstündige Wanderung. Vor uns grüne Palmen und Gräser, die eingerahmt werden von den steilen Felswänden. Nach dem ersten Wegstück erstreckt sich vor uns der grün-blaue Flusslauf- ein wunderschöner Anblick! Obwohl es erst kurz vor 9 Uhr ist, macht uns die Hitze zu schaffen. Das frühe Aufstehen lohnt sich auf jeden Fall, da ich mit dem Local alleine unterwegs bin und die beeindruckende Landschaft für mich genießen kann. Nach einer Weile, über zum Teil unwegsame und rutschige Steine, erreichen wir den ersten Pool. Ab hier müssen wir unsere Kleidung zurücklassen und schwimmen. Eine gewisse körperliche Fitness ist Voraussetzung, da der glatte Untergrund Stehen unmöglich macht. Nachdem wir mehrere Pools passiert haben, erstreckt sich vor uns auf einmal eine Felswand- das vermeintliche Ende unserer Tour. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt den kleinen Felsspalt. Die abenteuerliche Durchquerung, die nichts für Menschen mit Platzangst ist, lohnt sich. Denn der Felsspalt endet in einer Höhle mit einem Wasserfall. Nachdem ich das einmalige Erlebnis in vollen Zügen genossen habe, machen wir uns auf den Rückweg... Bevor wir jedoch zurück nach Maskat fahren, legen wir noch einen Zwischenstopp am Bimmah Sinkhole ein. Die Doline, die über ein Höhlensystem mit dem Meer verbunden ist, hat einen Durchmesser von etwa 40m. Über eine Treppe kann man das etwa 20m tiefer gelegene (Salz-) Wasser erreichen. In der Nähe des Hawiyyat-Nadschm-Parks werden wir von einem befreundeten Omani meines Guides zum Mittagessen eingeladen. Es gibt Ziege, Reis, Datteln und Kaffee - gegessen wird "local" (also auf dem Boden sitzend und mit der Hand).
Mein Fazit bzw. fünf gute Gründe für einen Oman-Besuch:
1. Die Einheimischen, die einem das Gefühl geben, willkommen zu sein
2. Die Traditionen werden gelebt, gleichzeitig sind Omanis (deutsch: Omaner) tolerant und offen
3. Beeindruckende Landschaften
4. Leckeres Essen (!)
5. Sicheres Reiseland, in dem man zur Ruhe kommen kann
Eben eine ruhige Oase für Abenteuerlustige :-)
