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Sandstrand und Salzhöhle

Veröffentlicht: 04.09.2020

Sonntag, der 16. Februar 2020, startet einigermaßen spät für alle Camper. Die Teriakerfahrung am Vorabend ist dann doch nicht ganz spurlos an uns vorübergegangen. Besonders Patricia und François hatten eine unruhige Nacht, den beiden ging es wohl ziemlich im Wanst rum. Nach dem Frühstück kann ich mir von der Familie ein Rad leihen und mache mich mit Rango an die 8 km nach Salakh. Der Dicke sebbelt ganz gut neben dem Zweirad her, ich muss nur schauen, dass ich ihm nicht davonrolle. Nachdem wir Futtermäßig für die nächsten Tage wieder ganz gut aufgestellt sind, geht es recht vollgepackt zurück zu unserem Strandcamp. In Gambron bekomme ich von ein paar anderen Reisenden einen Kaffee spendiert, fülle meine Wasserreserven auf und werde nach kurzer Fahrt von einem Pickup eingesammelt, das uns an unser Ziel bringt. Hier ist hauptsächlich Entspannung angesagt, wir gehen baden und Rango wird etwas von Örs bespielt. Am späten Nachmittag suchen wir nochmal die kraterähnliche Struktur vom Vorabend auf, macht bei Helligkeit deutlich mehr Sinn. Am Abend koche ich dann Kicherebsen, was sich Stunden hinzieht. Als ich den Dicken und mich schließlich mit der Leckerei versorgt habe, ist es bereits seit geraumer Zeit finster und es ist Zeit für's Nest.

Am Montagmorgen sind wir etwas früher dran und stehen mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Bei Örs und der Familie kann ich meine Trinkwasserreserven auffüllen, ich habe mich aufgrund ausreichender Futterreserven und ob der Schönheit des Plätzchens für einen weiteren Strandtag entschieden. Der Rest der Gang bricht zu einer Inselumrundung auf. Ich gehe mit dem Dicken zu einer nicht weit entfernten alten verlassenen Festung und streunere etwas herum. Der Rest des Tages verfliegt mit baden und entspannen. Am späten Nachmittag bekommen wir Besuch von ein paar Iranern, die eine junge Schäferhündin bei sich haben. Rango zerlegt vor Aufregung teile unseres Zeltes, schon wieder, und verprollt auch noch die junge Dame. Dämliches Rindvieh. So verbringe ich den Abend wiedermal mit einer Notreparatur an unserer Behausung und gehe einigermaßen bedient ins Nest.

Dienstagmorgen (18.02.2020) investiere ich noch eine gute Stunde in die weitere Zeltreparatur, bevor es an der Zeit ist die Sieben Sachen zu packen und weiterzuziehen. Entlang der Küstenstraße geht es weiter gen Nordwest, wo sich eine Salzhöhle befindet. Mein erstes Etappenziel. Der Weg bietet keinen Schatten und so hat vorallem Rango mit der Sonne zu kämpfen. Wir rasten am Darre Shour, einem Seitental mit reichlich bizarren Steinformationen. Dann geht es weiter und wir bekommen wiedermal die Mitfahrt auf einem Pickup angeboten. Gemeinsam mit der Gruppe iranischer Touristen besichtigen wir die Salzhöhle. Hier läuft ein kleines ölig-salziges Rinnsal aus dem Berg, das wohl ganz gut für die Haut sein soll. Nach dem Rundgang in der Höhle geht es weiter und kurze Zeit später halten wir bei Kany für ein kleines Picknick. Anschließend geht es nach Norden, vorbei am Chahou Canyon (eigentlich mein zweites Etappenziel) zum Mangrovenwald bei Gavarzin. Es ist bereits dunkel und so warte ich auf der Plattform auf die Rückkehr meiner Pickupreisegruppe. Unterdessen werde ich von einer Schulklasse von der Insel Kisch belagert, die mich prompt zum Besuch selbiger einladen. Dann fahren wir auf dem Pickup gen Süden, nach Shib Deraz, von wo Boote nach Hengam ablegen. Die Insel wird für heute mein Zielpunkt sein. Am Hafen erlebe ich dann die ersten Beschränkungen aufgrund des Coronaviruses, welches mittlerweile seinen Weg in den Iran gefunden hat. Ein paar Reisenden wird die Überfahrt verwährt. Warum ich mit Rango übersetzen darf, erschließt sich mir nicht ganz. Vermutlich ist das der Vermittlung meiner Pickupreisegruppe zu verdanken. In New Hengam nimmt uns Kara in Empfang, ein Tourguide und Freund von meinen Begleitern. Erst soll ich mich bei der Inselpolizei anmelden, dann geht es doch ohne. Die Inselbewohner haben wohl Angst vorm Hund und vor Covid-19. Was zur Zeit das größere Problem ist, wird nicht ganz klar. Nachdem ich mir noch einen Tipp zum Zelten geholt habe, mache ich mich auf den Weg zum empfohlenen Silver Beach. Nachts einen unbekannten Zeltplatz suchen ist immer eher suboptimal, trotzdem kann ich mich kurze Zeit später an einem schönen Plätzchen niederlassen. Nachdem das Lager aufgeschlagen ist, gibt es eine Kleinigkeit zum Abendbrot für den Dicken und mich. Bevor ich mich dann unter die Plane zurückziehe, gönne ich mir noch ein Bad in der klaren, stillen See. Zu meiner Überraschung leuchtet das Wasser bei jeder Bewegung um mich herum. Das müssen wohl spezielle bioluminiszierende Algen oder anderes Getier sein, von dem ich schon von Txell gehört hatte. So fällt das Bad dann etwas länger aus als geplant, Iran hat mich wiedermal sehr positiv überrascht. Einigermaßen begeistert geht es gegen Mitternacht ins Nest.



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