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Aral - Ayteke Bi

Veröffentlicht: 26.09.2019

Am Montag, den 16. September 2019, frühstücken wir bei sonnigem Wetter am Ufer des Schalkar-Sees. Dann fahren wir, nachdem unsere sieben Sachen ihren Platz in Schrotti gefunden haben, wenig zuversichtlich zu unserem Ersatzteilhändler in die Stadt. Schließlich hat mich am Vormittag eine Textnachricht mit dem schlichten, aber vielsagendem Inhalt "не будет" von Gabit, dem Ladenbesitzer, erreicht. Vor Ort angekommen haben wir dann schnell Gewissheit, auch der Versuch ein passendes Radlager zu bestellen, ist vorerst fehlgeschlagen. Die noch benötigten Lämpchen für Schrottis rückwertige Lichtanlage, bekomme ich kurzerhand von dem Mann geschenkt. Dann organisieren wir einen passenden Radmutternschlüssel in dem Städtchen und füllen Luft am hinteren, rechten Reifen auf, der ziemlich runter ist und neuerdings etwas davon verliert. Nach einem kleinen Päuschen bei Qwas und ein paar Waffeln, verlassen wir Schalkar und fahren in nordöstlicher Richtung der M-32 entgegen, die uns im Folgenden nach Aral und an die Reste des gleichnamigen Sees führen soll. Es ist bereits dunkel, als wir mit Erreichen der größeren Landstraße M-32 an einem Rastplatz halten und für ein Abendbrot pausieren. Die Straßenverhältnisse haben uns wieder einiges abverlangt. Für die 120 zurückgelegten Kilometer haben wir vier Stunden benötigt, während derer wir statt unserem Problemlager allerlei andere Dinge an Schrotti haben klappern und pfietschen hören. Auf der, nun wieder als Straße beschreibbaren, M-32 mahnen uns die vertrauten Lagergeräusche zur Vorsicht. Gut 100 km vor Aral beschließen wir, aufgrund der zunehmend beunruhigenden Geräuschkulisse, etwas Abseits eines Rastplatzes unser Nachtlager aufzuschlagen.

Während wir uns am Dienstagvormittag unser Frühstück in der kasachischen Steppe schmecken lassen, bekommen wir Besuch von zwei Polizeibeamten in Zivil. Nachdem unsere Papiere kontrolliert sind, bleibt Zeit für etwas Smalltalk. Die Jungs sind wohl gerade auf der Suche nach einem anderen Geländewagen, der hier in der Gegend unterwegs ist. Man wundert sich etwas über Reisende in dem Gebiet, es gäbe außer trockenem flachem Land nicht viel zu sehen. Zeit für ein Käffchen haben die Beiden aber nicht. Dann machen auch wir uns an die Weiterfahrt gen Süden und haben dabei erneut Kontakt mit der Polizei. Diesmal wenden die Verkehrspolizisten sogar um uns anzuhalten und darauf hinzuweisen, dass wir unser Abblendlicht anschalten müssen. Das Tagfahrlicht (ein LED-Streifen in beiden vorderen Scheinwerfern) reicht anscheinend nicht. Es bleibt nach einem kurzen Schwatz bei einer Verwarnung und wir können weiterfahren. In Aral kommen wir um die Mittagszeit an und klappern ein paar Ersatzteilläden wegen unserem Radlager ab. Dann gönnen wir un eine kleine Brotzeit (eingelegter Fisch, eine lokale Wurstspezialität, Brot, Butter und Qwas), es gilt etwas Zeit zu überbrücken bis ein Teil der Ladenbesitzer aus der eigenen Mittagspause zurückkehrt. Nachdem wir in allen, in Frage kommenden, Läden vorstellig geworden (erfolglos) und unsere Futtervorräte aufgefüllt sind, machen wir uns auf den Weg zum Aralsee. Unterwegs wollen wir Flüssiggas tanken, aber die Dichtungen für den Einfüllstutzen an Schrottis Gastank lassen das nicht mehr zu. Wir fahren zurück in die Stadt und ich klappere erneut die Geschäfte ab, kann aber keinen Ersatz finden. Gummi-O-Ringe gibt es zwar hier und da, aber keine passenden. So geht es schließlich ungetankt an den See. Hier bauen wir beim zweiten Anlauf unsere Zelte auf und lassen den Abend am Gewässer ausklingen. Baden hat leider nicht geklappt, auch nach vielen Metern seeeinwärts, beträgt die Wassertiefe um die 5 cm und man sinkt recht tief im darunter befindlichen Sand-Schlamm-Gemisch ein. Reichlich Wasservögel, die 100 m weiter im See immernoch zu stehen scheinen, lassen weiteres Vordringen sinnlos erscheinen. So schöpfen wir etwas Wasser zum Waschen ab, bereiten unser Abendbrot zu und beenden den Abend an einem kurzen Strohfeuer. Holz war weit und breit keines zu finden.

Während wir am Mittwoch (18.09.2019) unseren Lagerplatz beräumen, kommen ein paar Einheimische zu Besuch und schenken uns nach kurzem Schnack 3 Fische. Falls uns der frische Fang über den Tag nicht vergammelt (es werden wieder um die 30 °C werden), ist für das nächste Abendbrot gesorgt. Dann fahren wir nach Aral, kaufen eine Kleinigkeit ein, tanken Benzin und fahren weiter gen Süden. Unser Radlager ningelt mittlereile geschwindigkeitsunabhängig permanent und wir beschließen in Ayteke Bi bei einer Werkstatt vorstellig zu werden. Als wir dort ankommen, ist es bereits früher Abend und wir haben kein Glück mehr. Wir können noch in drei Geschäften nach den gesuchten Ersatzteilen fragen und ich finde ein paar O-Ringe, einen Werkstattbesuch können wir vorerst aber nicht klar machen. Da in direkter Umgebung kein Plätzchen am Wasser zum Zelten auf meiner Karte zu sehen ist, beschließen wir ins ein günstiges Zimmer für eine Nacht zu suchen. Das erste angesteuerte Hotel ist deutlich zu teuer, das zweite entpuppt sich als Kindergarten / -heim, aber beim dritten Anlauf kann ich schließlich einen Vermieter telefonisch erreichen. Er kündigt seine Ankunft am Etablissement in ca. 30 min. an. Wir beschließen die Zeit sinnvoll zu nutzen und gönne uns an einer nahen Bar ein kühles Bierchen. Dann treffen wir den Vermieter und können nach einigem Hin und Her schließlich ein Zimmer beziehen. Im Hof des Gästehauses bereiten wir unseren Fisch zu und lassen uns etwas Kartoffelsalat schmecken. Der Sohn des Vermieters spricht ganz gut Englisch und leistet uns Gesellschaft. Essen und trinken will er aber nicht mit uns, er traut dem Fisch nicht. Gegen Elf geht es schließlich nach einer warmen Dusche ins Nest.

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