
Veröffentlicht: 09.04.2024
24-04-09
Hallo Lumi, mein Schatz!
Wir waren damals im roten Kreis. Ab Freitag bin ich im gelben. Mal schauen, ob ich dir von unterwegs ein paar Bilder schicken kann.
Hdl
24-04-13 Rund um Fataga
Nachdem dann endlich auch mein Koffer angekommen ist (nur knapp 18 Stunden nach mir), sind wir nicht etwa an den Strand gefahren, nein, wir sind in die entgegengesetzte Richtung aufgebrochen: Olaf hat mir die stimmungsvolle und beeindruckende Gebirgslandschaft rund um das Örtchen Fataga gezeigt. Auch Fataga selbst ist sehr malerisch. Die Hauptstadt der Gegend hier trägt den lustigen Namen Tunte und ist Teil des Jakobsweges.
Die Landschaft ähnelt farblich sehr Furteventura und ist geprägt von braunem Vulkangestein. Im Unterschied zu Furte aber konnten wir keine typischen Vulkankegel erkennen, sondern einfach nur schroffe Felsen.
Die putzigen Atlashörnchen gibt es hier übrigens nicht.
24-04-14 Vom Strand der Engländer über die Regenbogen-Apotheke bis zum Sonnenuntergang im La Ruta
Olaf hat mir heute mal die Kehrseite vom Massentourismus gezeigt. Zuvor gab es eine ganz andere Katastrophe. Unser Tag begann bei Sabine. Sabine ist die Wirtin einer reinen in einer reinen HSV-Kneipe. Zum Glück hatte ich mir ja am Flughafen noch ein Pauli-Shirt gekauft. So war sowohl der Wirtin als auch allen Gästen (alle deutlich älter als wir und ALLE in HSV Trikots verschiedener Epochen), klar, dass ich einen eigenen Fernseher brauchte. Spiel war scheiße, Ergebnis auch; die Leute aber super nett.
Zurück zur Kehrseite: Verfallene Immobilien mitten in der Innenstadt bzw. im Touristenzentrum, reihenweise leere Geschäfte in den Einkaufszentren und Menschen, die rumlaufen, wie sie es sich in Deutschland niemals trauen würden. Vielleicht in England, wir waren ja auch in Playa del Inglés, dem "Strand der Engländer". Ich werde viel zu wenig dafür gewertschätzt, meine Plautze nicht permanent nackt durch die Lübecker Innenstadt zu tragen... Am Strand eine Billig-Kaschemme neben der nächsten: kein Niveau, nirgends! Später in Melloneras, einem anderen Touristen-Spot hier alles teurer und gesitteter. Schöne Strandpromenade mit hübschen Lokalen. Aber im Hintergrund RIESIGE Hotelkomplexe! Die bieten den Touristen alles, nicht nur das Essen. Freizeit, Einkaufen etc. So verlassen viele Gäste die Hotels überhaupt nicht mehr und viele Geschäfte und Gastronomien von und auch für Einheimische sterben. So profitieren vom Tourismus nur die großen Hotelketten und nicht die Menschen. Lustig war es eigentlich vor allem in der "Strandapotheke", einem deutschen Lokal direkt am Strand von und für Schwule. Furchtbare deutsche Schlager-Musik aber lauter lustige Menschen, die einfach nur nett zu allen waren, und dazu allerbester Blick auf Strand und Meer.
Abends waren wir in einem sehr, sehr netten Lokal über dem Südstrand und haben die Sonne unter- und unseren Tag zuende gehen lassen.
Bilder gibt es später...
24-04-15 Rundtour durch die Berge im Norden
Ohne viele Worte lass ich hier nur ein paar Bilder sprechen - nur kurz: eine wunderbare Autofahrt in meinem kleinen Fiat 500 mit Sonnendach entlang zerklüfteter Felsküsten und durch die engen Serpentinen (in denen man ja leider nicht anhalten und fotografieren kann). Ein Genuss! Die Stationen waren Las Palmas, Arucas, Firgas, Teror und Vega de San Mateo.
24-04-17 Lorbeerwald Los Tilos de Moya
Wieder in den Norden gefahren und wieder macht das Fahren am Berg einfach Spaß: Die Landschaft ist einfach ein Genuss, bergauf sieht jede zweite Kurve so aus, als führe man direkt in den blauen Himmel. Die Wendigkeit des kleinen Fiat 500 ist natürlich perfekt für die teils wirklich engen Kurven in den Serpentinen. Nachdem ich gleich zweimal am "Hinweisschild" vorbeigefahren war, hab ich Los Tilos dann doch noch gefunden. Vermutlich ein Überbleibsel uralter Wälder, die auf dem Kontinent schon lange veschwunden sind, stellt Los Tilos mit den Restwäldern auf einigen Nachbarinseln mit den namensgebenden Lorbeerbäumen ein ökologisches Fossil dar. Tief in einem Tal an den steilen Berghängen gelegen, ist es völlig windstill und entsprechend warm. Sehr, sehr warm! Hitze, Windstille und ein charmanter Wanderweg, der steinig bergauf führt - genau meine Sache. Mein Kopf leuchtet vermutlich wie eine rote Lampe, die man vom Weltall aus sehen kann. Trotzdem ist der Wald ein Erlebnis: eine unglaubliche Vielfalt und Dichte unterschiedlicher Gewächse. Überall raschelt es auf dem trockenen Laubboden, knackt es in den Büschen: Die meisten Tierchen verschwinden noch schnell, ehe ich sie entdecken kann. Und dazu denke ich ständig daran, durch was für eine Beonderheit ich hier laufe, durch ein lebendes Fossil!