3 Tage allein zu Haus
23.Juli Wieder hierher zukommen war die beste Idee die ich haben konnte. Die Menschen hier, die sehen dass ich wieder da bin, fragen mich alle sowas wie: "Dir gefällt wohl der...

Veröffentlicht: 03.08.2017
Seit Dienstag habe ich jeden Tag so ungefähr 7 Stunden Heu gewendet..... manchmal mehr. Und ich finde das macht Spaß. Also wenn ich dass das ganze Jahr machen würde, würde es mir wahrscheinlich irgendwann kein Spaß mehr machen. Aber wenn man jetz zum ersten Mal in diesem Jahr einen seeeehr entspannten Job hat, ist das zur Abwechslung auch mal schön. Wir haben eine sehr gute Aufteilung: Henry reperiert von morgens bis abends die Traktoren und Geräte, denn die sind alle ziemlich alt (manche schon 60 Jahre). Aileen und Host (der Nachbar) mähen die ganze Zeit. Ida und Ich wenden dann das ganze Heu und Henry fährt die Ballenpresse (manchmal auch übernacht weil er ja tagsüber in der Werkstatt ist.) Und so schaffen wir richtig was, weil 5 Trecker gleichzeitig 8 Stunden am Tag laufen. Aber wir müssen auch viel Heu machen..... der Winter ist lang.
Ich habe aber auch noch andere Dinge gemacht. Zum Beispiel bin ich Mittwoch morgen mit Aileens Eltern in die Pressepists gefahren (wo Fred und Monika wohnen und ein großer Waldbrand ist). Und Aileens Vater hatte da viele große Fahrzeuge von sich stehen, die er wieder nach Hause fahren musste. Also sollte ich das Auto mit dem wir gekommen sind, nach Hause fahren. - und das war ein riesengroßer ganz neuer Pick Up Truck. Das war meeega cool. Ungefähr eine Stunde des Weges, war der Weg so schlecht, dass man nur mit Allrad vorwärts kam. Man konnte auch nicht schneller als 15 - 20 kmh fahren, weil es so viele enge Kurven gab. Und die andere dreiviertel Stunde war dann normale Schotterstraße auf der man schnell fahren konnte. Ich bin noch nie vorher mit so einem coolen Auto gefahren. Jetz will ich auch so eins haben ;) Ich wundere mich auch, dass die mich damit fahren lassen haben, denn der Weg war schon ziemlich scheiße und das Auto ganz neu. Mich haben auf dem Weg auch 2 Leute gesehen, die mich hinterher drauf angesprochen haben, was ich denn da für ein "fancy car" gefahren bin. Irgendwie kennen mich hier alle Leute (weil jeder Henry kennt). Auf allen Höfen wo ich sonst war, kannte ich nie jemanden anders aus dem Ort oder die mich.
Und den einen Tag wollten wir den Elektroweidezaun für die Kühe weiter stellen. Als wir auf der Weide waren, hat Henry sein Gewehr geladen und gefragt: Haste Lust auf einen ruhigen Spaziergang? Also ich weiß nicht woher er sowas weiß, aber er wusste das ein Bär in der Umgebung war. Und der war gar nicht mal soweit weg, denn ich durfte den ganzen Weg nicht reden und musste gaaaanz leise laufen. Wir haben dann frische Bärenkacke gefunden, ein totes Pferd und einen Ameisenhaufen vondem er gegessen hat. Und noch einen Pfad, den der Bär wohl öfter benutzt, auf dem wir ganz leise drauf langgeschlichen sind - meega aufregend. Aber wir haben den Bär nicht gesehen :( schade, denn den Spuren nach, war es ein Grizzly Bär. Was ich ja ziemlich seltsam finde, ist ja dass Henry überall ein Gewehr mit hinnimmt (er hat eins im Auto, eins im Trecker und manchmal sogar beim reiten) und wenn Aileen, Ida und ich irgendwo sind, haben wir nie ein Gewehr. Zum Beispiel 10 Minuten nach unserer Bärensuche ist Henry einfach weg gelaufen um was zu holen und ich sollte schon anfangen den Zaun zu bauen und dachte mir nur: Naa ganz toll.... ich will auch ein Gewehr haben.
Eigentlich wollte ich ja vom ersten bis zum vierten August mit Leslie und noch ein paar Leuten in die Rainbow Mountains reiten. Aber das ist ausgefallen, weil es dort auch brennt. Irgendwie brennt es überall nur nicht bei uns :) Samstag konnte man am Horizont so eine riesengroße Pilzwolke sehen und den nächsten Tag war der Qualm dann bei uns und es war einfach alles grau. Man konnte die Berge und den Himmel nicht mehr sehen. Ich glaube wenn es ganz schlimm ist, kann man nur 500m weit gucken. Jetzt ist Mittwoch und es ist immer noch qualmig. Naja was ich eigentlich sagen wollte, ist dass ich nun in einem Heu Camp bin, anstatt in einem Reitcamp. Das ist zwar nicht ganz so cool, aber auch sehr schön. Am Montag haben wir erst auf einer Wiese ca 6 km von hier Heu gewendet und von dort aus sind wir gleich weiter gefahren zu der Ranch aufder Host und Joyce wohnen. Dorthin haben wir im Mai einmal Kühe gebracht und ich habe auch dort geschlafen. Die Ranch ist nicht per Auto erreichbar (das letzte Stück nur mit Quad oder Traktor) und es gibt keinen Strom oder Wasser. Anstatt auf einem Pferd, habe ich mein Schlafsack und mein Rucksack an den Traktor gebunden und dann ging es los. Heu wenden, essen, schlafen weiterfahren, von vorne. Ich finde es meega schön dort, aber ich bewundere Host und Joyce, dass die dort immer leben. Es gibt keine Dusche, kein Kühlschrank, noch nichtmal Trinkwasser.... die müssen alles Wasser mit dem Quad dorthin bringen.
Vor allem eine Dusche lernt man sehr zu schätzen, wenn man 3 Tage bei 30°C im Staub Trecker fährt, man von 1000 Insekten gestochen wurde und die Arme bis zum Ellenbogen voll Traktorschmiere sind. Und für 24h hat man ein kleinen Topf Wasser zum waschen und ein Handtuch dass 5 Leute benutzen. Aileen hat mir auch gesagt, dass wir nur eine Nacht dort bleiben, also habe ich nicht viele Sachen mitgenommen (gar keine) .... wir waren dann 3 Tage dort und sind jetz nur einmal zum duschen nach Hause gefahren und morgen früh fahren wir gleich wieder hin. Aber ich finde es so cool wie schön so ein einfaches Leben sein kann und wie wenig Dinge man eigentlich braucht.... ein Schlafsack, Wasser, Essen und Traktorschmiere ; ). Die letzten 2 Tage waren Ida und ich komplett alleine und wir mussten auch alleine tanken und Trecker (die so 50 Jahre alt sind) und Heuwender überall schmieren. Und wir wissen beide nicht ob wir das richtig machen, aber bis jetzt fahren die Trecker noch, also kann es ja nicht ganz falsch gewesen sein.