Howzit-Suedafrika
Howzit-Suedafrika
vakantio.de/howzit-sudafrika

Sani Pass Tour, Lesotho

Veröffentlicht: 20.10.2022

Gestern ging es von St. Lucia in die südlichen Drakensberge. Die Fahrt dauerte fast fünf Stunden. Hört sich viel an, ist aber sehr gut zu meistern, da auf den Autobahnen und Landstraßen nicht gerast werden darf. Es stehen auch unwahrscheinlich viele Blitzer an den Straßen.

Klasse ist der Service an den Tankstellen. Man fährt zur Säule und sofort kommt ein Mitarbeiter und fragt was man haben möchte. Meistens ist es ein voller Tank. Während des Tankvorgangs putzt der Mitarbeiter alle Scheiben und gestern wurde sogar noch der Luftdruck und der Ölstand an unserem Auto überprüft. Dafür gibt es natürlich ein Trinkgeld und ein dickes Lob.

Wir haben hier eine tolle Unterkunft in Underberg. Von hier aus haben wir heute eine geführte Tour auf den Sani Pass gemacht.

Gegen 8:15 Uhr hat uns Warren, der Tour Guide, abgeholt. Jim, ein weiterer Gast aus Taiwan, war noch mit von der Partie. Cool, eine kleine Gruppe. Ich sollte vorne sitzen. Warren hat uns immer wieder zwischendurch mit Informationen über die Gegend, Natur, Tiere, etc. gefüttert. Wir fanden das alles sehr interessant. Vor allem die Belehrung über die Schlangen! Daniela und ich guckten uns total entgeistert an, denn wir müssen wohl unendliches Glück bei unserem Hiking in den nördlichen Drakensbergen gehabt haben. Es gibt hier in den Regionen zig Schlangen und einige seien auch sehr giftig. Wie war das noch mit den Glückspilzen? 

Ich habe die ganze Zeit Fotos gemacht und Warren hat dafür auch immer sehr tapfer angehalten. Es war landschaftlich mal wieder ein TRAUM. Mir stand zwischendurch hin und wieder der Mund auf, so fasziniert war ich von dem Bergpanorama!

Es folgte der Grenzübergang zu Lesotho, hier musste unser Guide die Mitarbeiter schmieren, damit Jim überhaupt einreisen durfte. Mit 15 Euro Schmiergeld war er dabei, ein reguläres Visum hätte ihm 150 Euro und eine Menge Papierkram abverlangt (das war für ihn wohl im Vorfeld nicht machbar, da er auch spontan entscheidet, wann er weiterreist). Jim erzählte, dass Lesotho die Einreise für Personen aus Taiwan aufgrund des chin. Einflusses so schwer gestalten müsse… L

Die Fahrt konnte weitergehen. Es folgte eine Serpentine nach der nächsten und der Ausblick zu allen Seiten war mega beindruckend. Immer wieder kamen Siebenschläfer zum Vorschein. Im Auto war eine Höhenmeteranzeige und wir waren mittlerweile auf ca. 2800 Höhenmeter. Bei dem höchsten Pub Südafrikas haben wir einen Stopp eingelegt. Die Kneipe war mega cool. Innen war sie richtig stylisch eingrichtet. Ich habe uns als erstes in ein Visitor Buch eingetragen. Danach haben wir mit Jim auf der Terrasse mit einem Drink die Aussicht auf die Berge genossen. Alle wirkten wir doch sehr zufrieden mit der Tour und auch dem Wetter. Dieses sollte eigentlich den kompletten Tag über schlecht sein.

Nach 45 Minuten ging unsere Tour weiter. Als wir ins Auto eingestiegen sind sah ich noch ein Murmeltier und meinte zu allen, oooh a Murmeltier und Warren sagte; „oh no Anke, this is a rat“! Ups :-/ - nice -! In Lesotho konnte man einige Hirten sehen, die sehen ganz anders aus, als in Südafrika. Sie haben Umhänge um, diese ähneln Decken und einige haben Sturmhauben aus Wolle übergezogen. Als ich den ersten sah, fragte ich, ob dies Gängster seien. Das sei das Outfit von den Leuten hier. Die Menschen wirkten auch recht freundlich. Die Kinder fanden es total toll, wenn wir ihnen winkten. Zwischendurch zogen dunkle Wolke auf und man hörte es auch schon leicht grummeln in den Bergen. Ich fand das mega. Warren schaute etwas kritisch bzgl. des bevorstehenden Gewitters drein. Tja, er sollte recht behalten. Pünktlich zu unserem nächsten Stopp in einem kleinen Dorf in Lesotho startete das Gewitter. Was dann an Gewitter folgte habe ich noch nie so erlebt und ich war schon oft in den Bergen. Das war einfach beängstigend. Solche Blitze und auch solche lauten Donnergeräusche, ne, sowas kannte ich bis heute noch nicht. Zum Glück saßen wir im Auto und waren safe. Dann konnten wir einen Tornado beobachten, also das war dann doch alles nicht mehr so traumhaft. Adventure pur! Als es nur noch geregnet hatte, wurden wir von einer Dorfbewohnerin in eine Hütte der Einheimischen geführt. Diese Hütten sind so minimalistisch eingerichtet, also jeder von uns wüsste überhaupt nicht, wie er dort überleben sollte. Als erstes hat uns eine Frau gezeigt, wie dort Mehl hergestellt wird. Auf einen brettähnlichen Stein wurde das Getreide gelegt und mit einem weiteren Stein ist sie immer wieder über das Getreide, bis es komplett zermahlen war. Ich war begeistert und durfte es dann selbst probieren. HILFE, war das anstrengend, ich hätte mir fast meine Zunge abgebissen. Die Einheimischen Frauen benötigen für 1,5 kg Mehl ca. eine Stunde. Ich bräuchte bestimmt ne Woche und danach ne Erholungskur. Wahnsinn, was die leisten. Uns wurde zwischendurch auch alles über das Dorfleben erklärt. Wir waren schwer beeindruckt von der Lebensweise der Dorfbewohner. Danach folgten noch Tanzeinlagen und natürlich wurden wir nacheinander aufgefordert, es ihnen gleich zu tun. Daniela, die anscheinend afrikanisches Blut in sich hat, tanzte was das Zeug hielt. Die Einheimischen waren begeistert von ihrer Tanzeinlage, die rasteten förmlich aus. Bei mir sah es dann nach allem anderen aus, aber nicht nach einem Lesotho Tanz, egal. Es zählte der Spaß. Im Anschluss daran gab es noch selbst gebackenes Brot, das schmeckte sehr gut. Und wir bekamen ein Getränk, von dem wir erst probieren sollten, bevor uns verraten wurde, was es war…Daniela nahm als erste einen Schluck und verzog das Gesicht- etwas verunsichert fragte sie:“ ist das von einer Ziege?... das Pipi?“ Die ganze Hütte bekam einen Lachkick, der erstmal nicht enden wollte J

Als wir aus der Hütte raus sind, hatte es aufgehört zu regnen. Nun wurden wir zur Hütte der Dorfheilerin geführt. Hier wurde uns alles über ihre Künste erläutert. Sehr interessant. Dann folgte ein Tanz von ihr und ich dachte nur, Hilfe jetzt bloß nicht lachen.... Ich musste mir so feste auf die Lippe beißen, damit ich nicht in Tränen ausbreche. Aber ich fand das alles doch sehr skurril. Zum Glück dauerte die Session nicht all zu lange und wir waren am Ende unserer Dorfbesichtigung. Danach sind wir noch in die nächstgelegene Stadt in Lesotho gefahren. Die fand ich persönlich sehr unangenehm. Ich hatte das Gefühl, dass uns alle wie Außerirdische anstarren. Interessant fand ich, wie viele Leute sich auf ihren Eseln oder Pferden fortbewegen.

Danach ging es zurück und was soll ich sagen, das Gewitter kam auch wieder. Auf einer Passage sind wir durch die Wolken gefahren- man konnte nichts sehen. Warren hat uns aber sicher vom Pass runter gebracht. Für uns war es ein super schöner, interessanter und auch spannender Tag und wir sind glücklich, dass wir die Tour so gebucht haben (falls jemand Interesse hat: die Extended Tagestour von Major Adventures könne wir guten Gewissens empfehlen ;-)

Jetzt sitzen wir in unserem Hotelzimmer und lauschen den Grillen, die sich nach dem Gewitter wieder raustrauen. 


Howzit-SuedafrikaFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (2)

Gerhard
Das ist ja Abenteuer pur, was ihr so erlebt.

Anke
Das könnte ihr laut sagen 😱☺️