Hop on Hop off
Wir haben fantastisch geschlafen und auch so lange, also für mich lange, bis 7:15 Uhr ... :-). Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zur ersten Station vom Hop on Hop off...

Veröffentlicht: 21.02.2024




















































Gegen 4:30 Uhr wurden wir gestern von unserem Taxifahrer Fabrizio zum Flughafen in Santiago gefahren. Um 7:01 Uhr startete unsere Maschine nach Calama in die Atacama Wüste. Der Flug war sehr angenehm und dauerte noch nicht mal 2 Stunden. Am Flughafen haben wir unseren Mietwagen in Empfang genommen. Die Tante von Europcar musste uns erstmal erklären, wie das Auto überhaupt anspringt. Sämtliche Details hat sie uns ruhig erklärt und zum krönenden Abschluss ein DIN A4 Blatt vor die Nase gehalten. Auf diesem stand, dass immer eine Person auf dem Parkplatz vorm Supermarkt im Auto bleiben muss. Es würde die Gefahr von Diebstahl bestehen. Aha! Wir guckten uns an und mussten doch ein wenig schmunzeln.
Als erstes musste ein Supermarkt her. Wir wollten uns mit Getränken eindecken. Wir fuhren nach Calama rein und waren schon etwas schockiert - ist ziemlich häßlich dort. Okay, uns war sofort klar, warum immer eine Person im Auto bleiben sollte. Daniela ist dann in einen kleinen Supermarkt gehüpft und ich habe artig im Wagen gewartet. Mit ausreichend Flüssigkeit an Bord steuerten wir unser erstes Ziel an. Das kleine Bergdorf Chiu Chiu.
Als wir aus Calama raus gefahren sind, lag vor, hinter, rechts und links neben uns nur rötlich braune Fläche, in weiter Ferne lagen die Anden. Daniela meinte, na ich bin ja mal gespannt, was es hier überhaupt zu gucken gibt. Vielleicht noch zu den Straßen, es gibt einige wenige, die sind asphaltiert und dann folgen Schotterpisten, aber dazu später mehr ;-)!
Auf dem Weg nach Chiu Chiu haben wir am Straßenrand eine riesige Fläche mit Kreuzen gesehen. Es war ein Friedhof im nirgendwo. Was es damit auf sich hat, wissen wir nicht, aber wir vermuten, dass dort verunglückte Minenarbeiter begraben sind (an mehreren Kreuzen hingen Schutzhelme).
Ein Straßenschild wies uns den Weg zum Bergdorf Chui Chui. Kurz vor dem Dorf hörte die asphaltierte Straße auf und es folgte eine Schotterpiste. Unfassbar, aber es war okay. Dieses kleine Bergdorf ist so süß. Es gibt kleine Bungalowbauten im chilenischen Stil und eine tolle alte Kirche. Auf dem kleinen Marktplatz saß ein älterer Mann und hat Obst verkauft. Wir hatten uns für ein großes Stück Melone entschieden- war super saftig und lecker :-)!
Weiter ging die Fahrt zur Laguna Inka Coya. Wir waren ganz alleine auf der Straße. Zur Laguna kam man ebenfalls wieder über eine Schotterpiste und man muss ein kleines Eintrittsgeld bezahlen. Das Wasser der Laguna war glasklar und erfrischend, leider war dort schwimmen verboten. Das Laguna Monster hatte wohl noch nicht gefrühstückt ;-). Neben der Laguna lag ein Hügel, den sind wir hochgelaufen und ich fragte Daniela, "was sind das da hinten für Tiere"? Sind das Pferde oder Rinder?" Daniela sah mich an und meinte: "sieh doch nur ihren langen Hals an, das sind Alpacas!"
Es war eine komplette Herde, die dort im grünen Gras und in den Wasserlöchern gerastet hat. Es war Wahnsinn, zumal wir von der Straße aus immer nur diese braune karge Landschaft gesehen haben. Jetzt diese grünen Flächen, irre. Wir sind den Hügel runter und zu den Tieren gelaufen. Die hatten überhaupt keine Angst, so dass wir tolle Nahaufnahmen machen konnten. Es wurde dann doch sehr heiß und wir sind zurück zum Auto.
Als nächstes wollten wir zu den Geysiren el Tatio. Direkt vorweg: auf Google Maps haben wir uns bei der Route die Höhenmeter nicht angeschaut... :-(
Die Fahrt war gigantisch, aber wir waren vollkommen ALLEINE auf der Straße im Nirgendwo. Was wir für Farbvarianten unterwegs gesehen haben und die verschiedenen Vegetationen, einfach nur Welt. Mal kamen größere Flächen mit grünen kleinen Pflanzen, dann gab es zig riesige steinige Flächen. Die großen langen dünnen Kakteen erinnerten uns an den wilden Westen. Es ging immer weiter schön bergauf, die Anden hoch. Rechts und links standen immer öfter Alpacas und Vicunjas. Dann folgte eine Passage mit gruseligen Serpentinen und einer weggespülten linken Fahrbahn. Es waren auch öfter mal größere Pfützen zu sehen und es wurde immer dunkler am Himmel. Ich fragte mich, droht hier ein Unwetter? Sind wir deshalb die einzigen Leute, die hier unterwegs sind? Ich hatte echt Muffe und sagte zu Daniela "mir geht die Düse". Daniela fand es auch spooky. Da wir dort aber auch nicht wenden konnte, sind wir weiter gefahren, immer schön weiter hoch und überall lagen Felsklumpen auf der Straße. What the f.....! Ganz langsam habe ich den Wagen über die Piste gefahren und es wurde dann irgendwann besser. Die Belohnung folgte kurze Zeit. Wir hatten eine fantastische Aussicht auf die Berge und die Flächen um uns herum. Es leuchtete in einem gelb, lila und grün. Verschiedene Gräser bewegten sich mit dem Wind. Es sah einfach nur überwältigend aus. Da zum Glück niemand sonst auf der Straße war, konnte ich mittig fahren und mir auch so immer wieder die Landschaft anschauen. Auf einmal standen und lagen rechts neben uns ganz viele Esel. Wir mussten lachen und meinten "was für eine geile Tour und was wir bis jetzt schon alles gesehen haben". Wir waren begeistert.
Es folgte wieder eine ganz schlimme Schotterpiste und ich spürte leichte Kopfschmerzen. Rechts kam aus dem Nichts eine Polizeistation und wir waren ziemlich erleichtert. Dort hatte Daniela nachgefragt, ob wir überhaupt richtig seien. Der Polizist hatte ihr erklärt, dass die Geysiren nur morgens aktiv seien (deshalb war jetzt auch niemand hier unterwegs). Aber wir könnten uns noch andere Dinge bis San Pedro anschauen, die auf dem Weg liegen würden. Daniela hat die Gunst der Stunde genutzt und bei den netten Polizeibeamten direkt mal "Pischi" gemacht.
Es ging weiter durch die traumhafte Bergkette und was soll ich sagen, meine Kopfschmerzen entwickelten sich zu einem Alptraum. Ich hatte eine Tablette genommen und es ging "etwas" besser. Wir hielten in dem 10 Mann Dorf Machuca, um endlich etwas zu essen - bis dahin hatten wir uns mit Snacks und Süßkram über Wasser gehalten. Das Essen war super lecker: Empanadas und gegrilltes Fleisch. Ich fragte dort, wie hoch wir seien und sie meinte 4.300 Meter. Ach du sch....., hier wurde uns klar, wir hatten die Höhe nicht beachtet. Ich hatte dann sofort zwei Koka Infusionen (Kokatee) bestellt und ausgetrunken. Uns war auch total schummrig. Die Strecke sollte von diesem Punkt aber nur noch bergab gehen.
So ging die Fahrt weiter. Kurze Zeit später stoppten wir an der Laguna mit den Flamingos. Es tummelten sich viele Flamingos in dem Wasser. Leider war der Hauptteil der Laguna ausgetrocknet.
Beim nächsten Stopp wurde mir schlecht und mein Kreislauf war zum gruseln. Ich wollte nur noch zum Hotel und dort habe ich dann eine zweite Tablette genommen und mich etwas hingelegt. Es wurde auch schnell besser, sodass wir abends noch durch San Pedro schlendern konnten. Dieser Ort ist sehr touristisch. Von hier werden die meisten Touren zu allen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung angeboten. Hier gibt es auch so viele Straßenhunde, wir mussten natürlich sofort an unsere Littlefoot denken. Mensch Littlefoot, du hast es sooooooo gut!!!!!!
Jetzt ist es morgens und was soll ich schreiben, mir geht es wieder richtig gut. Meine Kopfschmerzen sind komplett weg. Der Appetit ist da und wir gehen es heute aber gaaanz laaaangsaaaam an :-).
Liebe Grüße von uns Beiden aus San Pedro de Atacama :-)