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Vom Heimatblick und Anders sein

Veröffentlicht: 11.02.2026

Attraktion
Baumläufer

Jedes Abenteuer, jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Sagt Frau Kati immer wenn wir manchmal noch nicht den Weg erblicken, geschweige denn eine freudige Aussicht.

Wie wahr.

Heute schüttet es aus Eimern. Nach Schnee, Schmelze nun in flüssiger Form - Wasser.

Eigentlich unser Element, diese Variante lockt jedoch nur mit passender Kleidung und dichtem Fell.

Jup, haben wir.

Los geht es. Mit dem ersten Schritt. Genau genommen heute direkt aus der Heimat. Dem Zuhause. 

Habt ihr Euch auch schon einmal die Frage gestellt: Was ist eigentlich für mich meine Heimat? Mein Zuhause?

Frau Kati seufzt und meint, für sie ist es eher ein Gefühl als ein Stück Land oder ein bestimmter Ort.

Mhm... ich verstehe das nicht.

Jetzt ist Jetzt und Hier ist Hier. Was gibt es da noch zum Thema Heimat anzumerken?

Aber doch.. wenn ich recht überlege. Nach den Wasserspielen des heutigen Tages so ein heimatliches Schläfchen auf vertrauten Plätzen, warm und trocken, das riecht dann schon sehr nach Heimat.

Vorübergehend jedenfalls. 

Wir erreichen nach kurzem Anstieg durch das Keltengold die erste Anhöhe. Gleich hinterm Haus. Was für ein Glück. So ein hinterm Haus zu haben natürlich.

Keltengold, sagt Frau Kati, deshalb, weil das andächtige Wäldchen einer Hügelgräberstätte ähnelt. Wenn man bei Sonnenuntergang still, verbunden und ehrvoll inmitten der Buchen dort verweilt, dann kann man sie spüren. Die Kraft der Natur seit Anbeginn und ihre Zyklen und Mythen. 

Wie bei den Kelten halt. Eins steht fest. Die Mauselöcher tief im Laub stammen sicher von vorgestern. Fotografieren strengstens untersagt übrigens. Howgh- die Kelten haben wohl gesprochen.

My home is my castle.

Echt jetzt? Die Stelzenhütte mag gemütlich sein, mir wäre sie jedenfalls zu wackelig. So manch Gestalt in grün und modrigem Lodengewand verbringt dort Jahre. Womit?

Beobachten. Wahrnehmen. Den Rest lassen wir weg. Künstlerische Freiheit.

"Ich habe Euch gewarnt!" ruft Dietrich mit den weißen Augen von Weitem. Heute ist Jagdtag. Nichts wie weg. Danke Dietrich. Gott vergelts.

Oh wie schön! Die kleinen Menschlein haben Sinn für Kunst. Welche fantastische Architekturen unseren Weg alsbald bereichern.

Wer würde da nicht lieber einziehen wollen, statt nur auf den Bus zu warten? 

Wir stapfen weiter, dem Regen zum Trotz. "Aber passt auf!" flüstert es aus der Hecke.

Der ängstliche Wicht hat schon Kriege überlebt. Sein Zuhause Gefühl findet er in diesem raffinierten Baumstamm Bunker.

Nun ja, muß man mögen.

Wir nicken ihm respektvoll zu und erreichen den Baumläufer.

"Lasst mich, ich muß da hoch!" winkt er uns ab. Wir beobachten ihn eine ganze Weile. Frau Kati applaudiert spontan als sie bemerkt, daß er ein wahrer Held ist.

Schließlich hängen einige Familienmitglieder buchstäblich am seidenen Faden. Unter ihnen das große Wasser, Rettung in letzter Minute.

Da fällt auch mir kurzzeitig das Käsestück aus dem Mund. Das hätte ich mir verdient, nach all dem Warten und Beobachten, erwidert Frau Kati.

Was für eine Reise, welch Schicksaale kreuzen unseren Weg.

Ich bin geschafft. Und nass.

Doch das schönste Heim ist wertlos, wenn Du nicht in Ruhe und Frieden dort leben kannst. 

Jaja, es gibt so viele unterschiedliche Zuhauses, und alle Bewohner sind eben so wie sie sind. Doch nicht alle Nachbarn sind verantwortungsvolle und ruhige Gesellen.

Manch schräge Vögel und anderes Getier in unmittelbarer Nähe hat den einen oder anderen Zwei und Vierbeiner so mache Nerven gekostet.

Wohl deshalb hat sich Frieda in ihr Rindenheim zurückgezogen. "Mein Gehör ist mir heiliger als Verständis für lärmende Nervensägen" erzählt sie uns. Und Nervensägen beißen sich definitiv an Buchenrinde die Zähne aus.

Sehe ich da ein kleines friedvolles Flackern in ihren Augen? Sie hat es sich verdient.

Frau Kati bedankt sich noch bei all den netten Wesen und bittet freundlich mit Blick nach oben, das Wasser könnte jetzt abgestellt werden. Falls möglich natürlich nur.

Bis bald, heimatliche Grüße von Eurer Gretl 



Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Winter
Begleitung
Zu zweit (2)
KulturellAbseits der PfadeEntspannend
  • kurzer Anstieg durch das Keltengold
  • Waldspaziergang im Regen
  • Begegnung mit skurrilen Holzfiguren und einem Hochsitz
  • Heimat als Gefühl und Rückzugsort
passende Kleidungdichtes Fell
NaturKulturGeschichte
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