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Marokko und die Westsahara

Veröffentlicht: 21.10.2023

Montag, 16.10.2023

Der Dienstag startete traumhaft im Maison Marocaine Hotel in Agadir. Völlig fertig kamen wir in der Nacht davor an, sind in die Betten gesunken und konnten erst am nächsten Morgen die Unterkunft so richtig wahrnehmen. Mitten in der Stadt, mit einer großen Mauer umgeben, war es wie eine kleine Oase. Uns wurde ein exzellentes Frühstück serviert und wir haben beraten, wie wir den Tag planen. Während einige mit einem der L200er zur lokalen Werkstatt fuhren, haben alle anderen die Wasservorräte aufgefüllt und die ersten Spenden an unseren großartigen Gastgeber übergeben. Er besitzt großen Einfluss in Agadir und Umgebung und hat sich bereiterklärt den Stromgenerator, den Notfallrucksack mit medizinischem Equipment und das Spielzeug den Menschen zukommen zu lassen, die es nach dem Erdbeben am bittersten benötigen.

Zeitgleich in der Mitsubishi Werkstatt konnte „Hollywood“ tatsächlich wieder flottgemacht werden und wir konnten einen Luftfilter für einen Transit ergattern.

Dann mit etwas Verspätung auf in den „theoretischen“ Grenzbereich zwischen Marokko und der Westsahara. Da Marokko die Westsahara besetzt hat, haben wir uns also im Grunde bis Mauretanien immer auf marokkanischem Gebiet bewegt. Viel Militärpräsenz und viele Straßenkontrollen.

Am Abend erreichten wir das Zielgebiet und trafen dort auf unseren Guide für den Rest der Reise, Karl, und seinen Sohn Tiijan. Wir haben sie eingesammelt und sind zusammen zu einer Laguna gefahren, in der wir die Übernachtung geplant hatten. Es handelte sich um eine vom Militär bewachte Lagune/Bucht. Wir wurden dann auch prompt vom Militär empfangen und man hat uns nach einer Passkontrolle einen geeigneten Platz zum Campen zugewiesen.

Es folgte der erste Aufbau aller Zelte und das erste Abendessen im Freien. Obwohl alle völlig erschöpft waren, war es noch sehr gesellig. Dann sanken aber alle in die Kissen bzw. Schlafsäcke.

Fazit des Tages: Wahnsinnig freundliche und hilfsbereite Menschen in Marokko, „Hollywood“ ist wieder fit für die nächsten 2.000 km… mindestens und jeder sollte einen Ronald haben!

Dienstag, 17.10.2023

Mit einem sehr schummrigen Sonnenaufgang an der Atlantikküste starteten wir in den Mittwoch. Dabei konnten wir dann die ungewöhnliche Umgebung erst so richtig erkennen: ein felsiger „Sandstrand“ oberhalb einer Steilküste.

Nach einem guten „Trek’n’Eat“-Frühstück ging es dann ab auf die Piste. Wir wollten die weitere Strecke nach Dakhla (der eigentlichen Hauptstadt der Westsahara) eigentlich gerne mal bei Tageslicht erreichen und bis 200 km vor unserem Ziel sah auch alles gut aus. Nach einem kurzen Zwischenstopp spuckte „Rooster“ ordentlich Ruß und verlor dann immer mehr Leistung, bis er vor einem Anstieg vollständig zum Stehen kam.

Es half nichts, wir mussten ihn zur vorherigen Tankstelle zurückschleppen. Dort angekommen stellten wir das ganze Ausmaß des Problems fest: Partikelfilter zu. Nach einigen Beratungen und Fernwartungstipps aus Deutschland von unserer Pneuhage-Crew und dem Sohn von unserem Mitfahrer Ronald, entschieden wir uns für eine radikale, aber effektive Methode. Unsere Geheimwaffe Ronald bohrte den Filter auf und unter Begleitung einer seitlich austretenden Todeswolke schaffte es „Rooster“ mit den anderen nach Dakhla.

Hier gab es für alle noch ein gutes Abendessen in einem Restaurant, bei dem wir die Strategie des nächsten Tages festlegten und danach fielen alle in einen komatösen Schlaf.

Das Hotel war sehr einfach, aber es war ok für eine Übernachtung und inzwischen hatten die meisten den Punkt eh schon überschritten, an dem der Zustand des Hotels noch eine große Rolle spielen sollte. Hauptsache ein Bett und eine Dusche und keine ungebetenen Gäste. Die sollten später noch das erste Mal auftauchen ….

Fazit des Tages: Aus „Rooster“ wurde „Rußter“ und jeder sollte einen Ronald haben!

Mittwoch, 18.10.2023

Plan für den Tag: 4 Fahrzeuge fahren vor zum Grenzgebiet zu Mauretanien, suchen einen geeigneten Zeltplatz, und 3 Fahrzeuge bleiben in Dakhla, um eine Werkstatt für „Rußter“ zu finden, um ihn auf größere Aufgaben vorzubereiten.

Gesagt, getan. Während „Viper“, „Goose“, „Iceman“ und unser Guide Karl sich auf den Weg in das Grenzgebiet machten, blieben „Hollywood“ und „Maverick“ bei „Rußter“ in Dakhla. Wir haben uns dann in Dakhla auch direkt auf den Weg zu einem ansässigen Ford-Partner gemacht und dort hat uns ein wieder überaus freundlicher Mitarbeiter an einen ansässigen Schrauber verwiesen. Dort angekommen, wusste dieser schon von unserem Problem und fing direkt an. Nach 6,5 Stunden, einigen Umprogrammierungen am Steuergerät und einigen Schweißarbeiten folgten wir dann der Vorhut und trafen nach einer reibungslosen Fahrt im fix und fertig aufgebautem Übernachtungscamp noch vor 20:00 Uhr ein.

Es gab noch Abendessen, ein bisschen Restwein, da alles vor dem alkoholfreien Mauretanien vernichtet werden musste und wir mussten mit unserem Telefonjoker Joe noch die schikanöse Einreise von Ogidi und Sadick „retten“. Man hatte die beiden am Flughafen in Nouakschott festgesetzt, da dort für das Visum nur Bargeld akzeptiert wurde. Zum Glück konnte Joe unseren Kontakt in Nouakschott erreichen und Mamadou ist sofort aufgebrochen und hat die beiden ausgelöst. … Um es mit Ramons Worten zu sagen „UNNÖTIG“.

Kurz vor dem Schlafengehen dann doch nochmal kurze Aufregung: ein Skorpion machte uns seine Aufwartung und nachdem er genauso schnell verschwunden wie aufgetaucht war, hatten auf einmal auch die letzten im Camp auf wundersame Weise lange Hosen und feste Schuhe an. Danach ging es ins Bett und eine äußerst stürmische Nacht folgte. Ordentliche Sturmböen haben einigen in der Nacht zugesetzt.

Fazit des Tages kommt von Reiner: „Bitte fangt keine Skorpione mit meiner Kaffeetasse!“ und jeder, wirklich jeder sollte... na ihr wisst schon.

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