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Mauretanien

Veröffentlicht: 25.10.2023

Donnerstag, 19.10.2023

Da stehen wir jetzt. In der Schlange der marrokanisch/mauretanischen Grenze. Wir haben unser Lager zeitig zusammengebaut und uns um 8 Uhr auf den Weg gemacht, um seit 9:20 in einer sehr zäh kürzer werdenden Schlange zu stehen.


Das Prozedere auf marokkanischer Seite war, wenn auch hier schon unnötig lange, schlussendlich nach knapp 4 Stunden inklusive Anstehen durch. Passkontrolle, Ausreisepapier, Autoscan und Drogenkontrolle inklusive.


Was zwischen marokkanischem und mauretanischen Gebiet als erstes auffällt: die Berge an unkontrolliertem Müll. Deshalb schnell durch die Grenze und auf Richtung Hotel. Denkste.


Dass die Grenzkontrolle auf mauretanischer Seite nochmal den absoluten Höhepunkt willkürlicher Utopie erreichen würde, hätten wir in diesem Maße alle nicht erwartet. Unser Pass wurde in dieser kleinen Station wahrscheinlich öfter immer wieder gescannt, fotografiert und abgetippt, als jemals zuvor. Zum Glück durften wir noch eine Autoversicherung abschließen (die im Schadensfall wahrscheinlich ohnehin nicht greift) und uns von einem maximal gelangweilten Zollbeamten alles nochmal bestätigen lassen, bevor uns ein Polizeibeamter für kleines Taschengeld schlussendlich auch nach erneutem Abtippen und Erfassen absolut willkürlicher Berufe schlussendlich nach schlappen 9 Stunden insgesamt passieren lies.


Wir sind also endlich (und bereits im Dunkeln) auf dem Weg nach Nouakchott und fragen uns, was an unserem mauretanischen Ersteindruck am erschreckensten ist: die unfassbar sinnlose Bürokratie, die Bestechung und Korruption oder doch die Sklaven, die offen in der Polizeistation gehalten werden? Die Armut, die wir durch bettelnde Kinder erfahren, wird hier für einen Moment fast zur Nebensache.


Immerhin kommen wir um 0:30 heile im Hotel an, nur um zu erfahren, dass man von unserer Buchung nichts weiß. Aber immerhin hätten sie ja noch zwei Zimmer. Nach ein paar Diskussionen begeben sich Chris und Dominik auf Hotelsuche. Nachts, in einem afrikanischen Land das man nicht kennt, praktisch ohne Internet. Wie man das eben so macht. Schlussendlich sind wir um 2 Uhr in einem fast schon luxuriösen Hotel gelandet, was nach 3 absoluten Reinfällen als einziges noch Zimmer frei hatte.

Fazit des Tages: Online-Buchungen sind in einigen Ländern auch nur Schall und Rauch.

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