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Saudi Arabien, Das Land der zwei heiligen Moscheen

Veröffentlicht: 22.04.2026

Attraktion
Hegra
Al-Ula, Saudi-Arabien
Attraktion
Dadan
Al-Ula, Saudi-Arabien
Attraktion
ad-Diriyah
Riad, Saudi-Arabien
Attraktion
Al-Balad
Dschidda, Saudi-Arabien
Attraktion
Al-Masjid an-Nabawi
Medina, Saudi-Arabien
Attraktion
Moschee der zwei Gebetsrichtungen
Medina, Saudi-Arabien

Das Klischee von Saudi Arabien beinhaltet stolze Wüstennomaden, reiche Ölscheichs verbunden mit Harem und Tausendundeine Nacht.

Saudi Arabien war bis vor kurzem noch eins der abgeschlossensten Länder der Welt.

Der Prediger Abd El Wahhab 1703-1792 dirigierte die Ordnung.

Fünf tägliche Gebetszeiten in denen das gesamte öffentliche und kommerzielle Leben stillsteht, das heißt Geschäfte mussten fünf mal am Tag schließen, Frauen verhüllt und sobald eine Haarsträhne hervorlugt musste sie mit Strafen durch die Religionspolizei rechnen.

Auf Grund des Ölreichtums bestand keine Notwendigkeit den Tourismus zu fördern.

Das Leben spielte sich für die Frau in der häuslichen Umgebung ab.

Die unsichtbaren Mauern der Religion verboten Vergnügungen wie Theater, Kino und Musik.

Strikte Geschlechtertrennung, Männer müssen Gott und die Frau dem Mann gehorchen.

Erst im Jahre 2000 mit dem Satellitenfernsehen begann der Wunsch nach Veränderung.

Der König Salman ibn Abd al-Aziz seit 2015 und sein Sohn der Kronprinz Mohammed bin Salmann kurz MbS,  zeichnen sich durch eine radikale Modernisierung und wirtschaftliche Ausweitung aus. 

Mohammed bin Salman MbS


Salman ibn Abd al Aziz

Zu dem zukünftigen NEOM Projekt gehört der Vorläufer „Die Maraya Konzerthalle“ (Maraya-Mirror-Spiegelung), alles im Rahmen der Vision 2030.

Die Konzerthalle wurde somit innerhalb von 72 Tagen gebaut und hat mehrere Millionen Euro gekostet.

Maraya Konzerthalle, ein Hommage an die Natur

Diese Vision umzusetzen sind ohne die Expats nicht möglich. Die Expats sind Menschen meist aus Indien, Pakistan ( die beiden Länder sind die größten Personalvermittler) die hier für zwei Jahre leben und arbeiten (danach muss das Arbeits-Visum erneuert werden) ohne eingebürgert zu sein.

Das Bildungssystem beinhaltet eine Vorschule ab 3 Jahre, sie ist jedoch keine Pflicht.

In der Grundschule (6 Jahre) werden Naturwissenschaften, islamische Studien, Sport, Englisch gelehrt. Mädchen und Jungs sind getrennt.

Die Hochschule dient der Orientierung für Natur, Technik, Geschichte, Medizin und Informatik.

Mittlerweile gibt es die weltweit größte Frauenuniversität in Riad.

Heute nutzen gerade junge Frauen digitale Möglichkeiten, studieren, sind aber weiterhin strengen Kleidervorschriften und gesellschaftlichen Traditionen unterworfen.

Egal was man studiert der Islam gehört dazu und man studiert immer auf Arabisch.

Auch der Kulturtourismus wird forciert. Zu den UNESCO Weltkulturerbe gehört HEGRA die Felsengräber der Nabatäer im 1. Jahrhundert v. Chr bis 1. Jahrhundert n. Chr.

Sie sind in der Nähe von Al-Ula der erhabene Ort mit seiner historisch rekonstruierten Stadt, ein Traum eines jeden Archäologen.

Felsengräber der Nabatäer

Dadan mit seinen Felsengräbern, der Bibliothek des antiken Königreiches Lihyan im 6. Jahrhundert v. Chr.

Die Löwen oberhalb der Gräber symbolisieren Macht und Stärke, sie sind die Wächter. Man geht davon aus das hier hochrangige Mitglieder der dadanitischen Gesellschaft beerdigt wurden.

Das Königsgrab von Lihyan, die Walnussartigen Gebilde beherbergen archäologische Schätze .


Die Löwengräber von DADAN

Nordwestlich von Riad  die historische Lehmziegelstadt ad-Diriyah entwickelte sich im 18. Jahrhundert zur ersten Hauptstadt des saudisch arabischen Staates, die Keimzelle der Familie Saud und des Wahhabismus.

Diriyah eine historische Siedlung aus dem 14. Jahrhundert

Boswellia sacra der hochwertigste Weihrauch aus dem Süden des Omans und dem Jemen war der Grund für den Handel ab dem 5.Jahrhundert v. Chr. mit dem Mittelmeeraum.
Der gelb/ grüne Weihrauch ist der hochwertige aus dem Süden des Omans.

Während der Weihrauch im Arabischen zu Desinfektionszwecken genutzt wurde, benötigte man ihn in der römischen Geschichte zu kultische Zwecken.

Der Handel ( Myrrhe, Gewürze und Edelsteine) über die Weihrauchstrasse hat abgenommen, da die Karawanserei sehr teuer ist und der Seehandel übernommen hat.

Typische arabische Düfte sind Amber, Rose, Oud Agarholz, Sandelholz, Moschus und Safran.

Man verfeinert das Räucherwerk mit Bukhur, das sind eingelegte Dufthölzer.

Medina heißt „ Die Stadt“. Sie ist nach Mekka die zweitheiligste Stadt des Islam und Sitz der Prophetenmoschee Al-Masjid an-Nabawi.

Die Moschee des Propheten, Al-Masdschid an-Nabawi in Medina

Mohammed ist in Mekka 570 n. Chr. geboren und in Medina 623 n.Chr. gestorben.

Er war der Stifter des Islam, als Kaufmann tätig und mit 40 Jahren begann er Offenbarungen zu empfangen.

Er verkündete den Koran und wurde, nachdem er von den Quraisch aus Mekka vertrieben, zum politischen und religiösen Führer der Muslime in Medina.

Er eroberte 625 Mekka bei der Schlacht von Ohud, der einzelne Hügel.

Die Schlacht von Ohud, der einzelne Berg, heute ein Pilgerort für Muslime

Ein großartiges Zeitzeugnis ist die Moschee der zwei Gebetsrichtungen im Nordwesten von Medina.

Die Gebetsrichtung Qibla war noch vor der Hidschra (also bevor Mohammed von Mekka nach Medina auswanderte 622 n. Chr.) zum Tempelberg Jerusalem ausgerichtet. Mohammed bekam während des Gebetes die Verheißung die Qibla nach Mekka zusenden. Seitdem ist die Kaaba im muslimischen Raum überall präsent.

Die Qibla, also die Ausrichtung nach Mekka wird überall angezeigt.

Für mich war ein Highlight die Tour mit dem Geländewagen durch das Wadi Al-Disah.

Süßwasserquellen und üppige Vegetation in Al-Disah

Rote hohe Sandsteinfelsen Harrat Al-Raha, auch hier nabatäische Gräber, üppige Vegetation in der doch eher kargen Landschaft.

Die Militärfestung Marid Castle, in Duma Al-Jandal in der Region Al-Jouf, stammt höchstwahrscheinlich aus dem 1./2. Jahrhundert n.Chr. nabatäisch (römische) Zeit.
Marid Castle in der Region Al-Jouf

Es gibt eine schriftliche Erwähnung aus dem 3. Jahrhundert, als Königin Zenobia von Palmyra die Festung nicht einnehmen konnte. Daher der Name Marid, die Rebellische.

Eine der frühesten Minaretten gleich unterhalb der Festung macht sich eher bescheiden. 

Quadratisch sich verjüngend, einfach und praktikabel sind die Öffnungen welche für Luftzirkulation und Licht sorgen. Die Lehmziegel Mudbricks bestehen aus Ton, Sand, Stroh und Wasser. Sie wurden in der Sonne gebrannt, eine hervorragende Ökobilanz lässt grüßen.

historisches Minarett in Al-Jouf

Dschidda, eine Hafenstadt auch als Tor von Mekka bezeichnet hat im Gegensatz zu Mekka nicht nur einen Seehafen sondern auch einen Flughafen und ist dadurch das Hauptdrehkreuz der Pilger.

Die Altstadt, Al-Balad ist seit 2014/ 2015 Unesco Weltkulturerbe. Das besondere sind ihre traditionellen Turmhäuser und den kunstvollen aus Teakholz bestehenden Rawashins, den Erkerfenstern.

Ein restauriertes Haus in der Altstadt von Dschidda.

Der frühere Pilgerweg wurde mit der Hedschasbahn, ein osmanisches Eisenbahnprojekt 1908, zurück gelegt.
Unsere Reise 2017 nach Jordanien, hier fährt sie noch von Amman, Liza, Mafraq...( Insider für den Österreicher ;-))

Von Damaskus bis nach Medina innerhalb von wenigen Tagen war eine Revolution für die Pilger, die bis dato die Reise gefahrvoll, monatelang, mit Strapazen verbunden auf Kamelen innerhalb einer Karawane bestreiten mussten....dies ist ein guter Übergang zu meinem nächsten Beitrag das DEM KAMEL gewidmet ist.

Auf einen Blick

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Kulturell
  • Maraya Konzerthalle
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  • Al-Balad in Dschidda
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