Mit dem Camper nach San Francisco? Klar, kein Problem! Aber eindeutig besser man "parkt" etwas ausserhalb, weil die Stadt ist alles andere als "Camper-tauglich" - dazu aber später mehr 😉
Unser "Basis-Lager" für knapp 3 Tage haben wir in Marin / Lakespur. Von da kommt man elegant in 30min mit der Fähre oder in ca 50min (je nach Verkehr..) mit dem Bus in die City. Der Camping ist nicht viel mehr als ein Kies-/Asphaltplatz, aber immerhin hats einen kleinen Pool und rundherum ists tatächlich ein bisschen grün (und für einmal sehr jogging-geeignet 😉)
Am ersten Tag fahren wir mit der Fähre rüber ans Fisherman's Wharf und entdecken dort allerlei tolle Dinge (unterwegs sehen wir sogar Wale!). Angekommen schauen wir neben ein bisschen Shopping und Essen auch den Harbor Seals zu, wie sie sich in der Sonne räkeln und schwimmen. Später machen wir noch einen Abstecher ins Exploratorium (sozusagen das Technorama von San Francisco 😉). Es hat sooo viele Exponate - fast zu viele - wir sind leicht überfordert und wissen gar nicht, wo anfangen 😂 (Eines der Highlights ist der WC-Trinkbrunnen (Neben dran stand ein normaler Trinkbrunnen und es stand: "Can you trick your mind? Which fountain do you choose?" 😂🙈))
Das Highlight des ersten Tages waren aber eindeutig die Fahrten mit den alten Trams. Wir gönnten uns extra einen Tagespass, damit wir möglichst alle Linien fahren konnten. Und so gings (wirklich, wirklich) steil bergauf und auf der anderen Seite jeweils genau so steil wieder runter. Die Trams sind alle noch "handbetrieben" und die Damen und Herren leisten da jeweils wirklich körperliche Schwerstarbeit (v.a. beim bremsen 😂) Was für ein Erlebnis! Wir wussten ja schon, dass es "hüglig" ist, aber das ist die Untertreibung des Jahrhunderts 😉 Also, wer hill sprints trainieren will: geht nach San Francisco, steiler ist glaub sonst nur noch die Gemmi Wand 😂😂
An zweiten Tag stand dann (natürlich) Alcatraz auf dem Programm. Alles in allem eine ziemliche Massentourismus-Veranstaltung (mit einer Fähre werden hunderte von Touris gleichzeitig "rübergekarrt"), aber das Gefängnis selber ist schon sehr eindrücklich. Die Zellen winzig, das "Loch" (Einzelhaft im Dunkeln) sehr bedrückend. Die Audioguide-Tour ist wirklich spannend, es erzählen ehemalige Wärter und Gefangene. Finn und Robin hören gebannt mit, denn zum Glück gibt es die Tour auch auf Deutsch 😊 Am meisten beeindruckt sind die Jungs von den drei Männern, denen als Einzige je ein Ausbruch aus Alcatraz gelungen ist. Nur mit Löffeln als Werkzeug haben sie die Lüftungsschächte in ihren Zellen vergrössert und kletterten so eines Nachts nach draussen. Aber: das Glück war ihnen nicht hold, sie verschollen im Meer und wurden nie wieder gesehen!
Am Nachmittag besuchten wir dann noch die Golden Gate Bridge. Dahin fuhren wir mit einem Waymo (die selbstfahrenden Autos), in San Francisco hat es unzählige davon. Wirklich unglaublich praktisch - das wird "die" Fortbewegungsmethode sein bis in ein paar (wenigen) Jahren, davon sind wir überzeugt!
Eigentlich wollten wir ja mit den Velos über die Brücke fahren, aber vor Ort waren wir dann ganz froh, dass wir uns dagegen entschieden haben, denn es windete uns fast von der Brücke 😉 Nichtsdestotrotz ein unglaublich beeindruckendes Bauwerk, unten im Meer sahen wir sogar noch Seelöwen.
Zurück auf den Camping gings dann (trotz Las Vegas Erfahrung) mit dem Bus - dieses Mal relativ problemlos und komfortabel (abgesehen vom Stau 😉)
Fazit: Wieder so viele tolle Erlebnisse! San Francisco ist eine total vielfältige Stadt mit eindeutig viel mehr "Charme" als z.B. Los Angeles, gefiel uns sehr gut hier. Nächster Stop: Boulder Creek (in den wunderschönen Redwood Wäldern) und dann Santa Cruz 😎