Woche 61 - Icefield Parkway und Jasper Nationalpark
Am Sonntag hat es den ganzen Tag bis zum Montag morgen geregnet. Für die Gegend Kananaskis wurde auch eine Hochwasser Warnung veranlasst. Wir standen sicher am Casino. Der viele...


Veröffentlicht: 11.07.2026




















Am Wochenende mussten wir bei nächtlichem Regenwetter leider feststellen, dass unser Camper ein Leck hat. Die Nacht überbrückten wir mit Lappen, doch uns war klar, dass wir zur Reparatur in eine Werkstatt müssen.
Glücklicherweise war die nächste Größere Stadt auch der nächste Stop für uns und so steuerten wir Prince George an. Wir kamen schon am Sonntag an, mussten jedoch warten bis die Werkstatt am Montag wieder aufmachte.
Wir hatten Glück und der super nette Inhaber konnte sich direkt am Montag um unseren Camper kümmern. Die Wartezeit nutzen wir für Recherche und zur Planung der weiteren Route.
Am Dienstag konnte unser Roadtrip dann also starten und wir machten uns auf Richtung Chetwynd. Entlang der Strecke hielten wir für eine kurze aber steile Wanderung am Teapot Mountain und einen Spaziergang im Ancient Forest. In Chetwynd selber machten wir einen kurzen Stop, um uns die für die Stadt bekannten Chainsaw Carving Figuren anzuschauen. Entlang der Straße stehen im ganzen Ort verschiedenste Figuren aus aktuellen und ehemaligen Kettensägen-Schnitz-Weltmeisterschaften.
In der nächsten größeren Stadt, Dawson Creek, kamen wir zum Startpunkt des Alaska Highway. Dieser berühmte Highway führt auf ca. 2.400km von Dawson Creek bis Delta Junction in Alaska.
Wir haben relativ spontan entschieden, einen Abstecher nach Alaska zu machen. So nah kommen wir nie wieder. Der Highway wird und also für ein paar Kilometer begleiten.
Am ikonischen Startpunkt „Mile 0“ machten wir das obligatorische Bild und dann ging es auch schon los auf die ersten Kilometer.
Da man hier entlang des Highways immer wieder mit Wildtiersichtungen rechnen muss vergehen die Stunden immer wie im Flug. In jedem neuen Tal und hinter jeder nächsten Kurve wird wieder Ausschau gehalten nach einem Bären oder Elch. An diesem Tag war uns jedoch keine Sichtung gegönnt.
Auch am nächsten Tag hieß es hauptsächlich Strecke machen, denn auf den ersten gut 500km gab es keinen wirklich lohnenswerten Stop für uns. Direkt kurz nach Start wurden wir mit einer Weißwedelhirschkuh und zwei Schwarzbären belohnt. Nach einer Pause in Fort Nelson ging es weiter Richtung Stone Mountain Provincal Park.
Als erstes entdeckten wir ein Schwarzbärenbaby am Straßenrand, von der Mutter war weit und breit nichts zu sehen. Der Kleine sah aber putzmunter aus.
Nur weniger Kilometer weiter mussten wir dann Stoppen. Auf der Straße vor uns tummelte sich eine Herde wilder Bisons. Mit diesen Tieren ist wirklich nicht zu spaßen, aber sie interessierten sich zum Glück mehr für die saftigen Grashalme am Straßenrand als für uns.
Es folgten noch vier weitere Schwarzbären entlang der Straße bis wir unsere Wanderung am Baba Canyon erreichten.
Auf den Weg zum Stellplatz für die Nacht lief uns dann noch ein einsames Karibu über den Weg. Damit war das wohl unser aufregendster Tag was Tiersichtungen angeht bisher.
Auch wenn wir uns über jedes Tier und vorallem Bären freuen, zeigt uns das immer wieder, dass wir hier in ihrem Lebensraum unterwegs sind. Nicht umsonst sind hier alle Mülleimer immer bärensicher. Auch wir haben unsere Vorsichtsmaßnahmen nochmal erhöht. Wir haben eine luftdichte Kiste besorgt in der wir die meisten Lebensmittel über Nacht verstauen. Diese wird in der Fahrerkabine über Nacht aufbewahrt, da unser Camper ja seitlich nur aus Zeltstoff besteht. Vielleicht liegt ab jetzt auch Nachts das Bärenspray neben unserem Kopfkissen, nur zur Sicherheit.
Da die Nasen von Bären 7mal stärker sind als von Hunden, müssen vorallem riechende Lebensmittel in die Kiste. Auch sowas wie Haferflocken und Nudeln riechen für den Bären. Wir machen uns aber nicht verrückt, sondern versuchen einfach das Risiko zu minimieren.
Im Stone Mountain Provincial Park machten wir eine Wanderung zum Flower Springs Lake. Wir hatten zwar nicht das beste Wetter, aber die Sicht über die Hochebene und auf die steinigen Berge war trotzdem richtig schön.
Wir fuhren weiter zu unseren nächsten Stellplatz direkt am Toad River und machten uns einen ruhigen Nachmittag im Camper während es draußen ungemütlicher wurde.
Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, da Tiersichtungen in den Morgenstunden wahrscheinlicher sind. Tatsächlich wurden wir mit einem der seltensten Tiere belohnt. Am Straßenrand genehmigte sich ein Wolf sein Frühstück. Wir hatten Glück, dass eine Frau hier bereits mit Warnblinker stand und uns den Wolf zeigte, ansonsten hätten wir das scheue Tier ziemlich sicher nicht entdeckt. Leider reichten Julian fotografier Skills nicht für ein gutes Bild. Ihr bekommt daher leider nur ein verschwommenes Bild ;-)
Wir fuhren bis in den Muncho Lake Provincial Park, wo der Highway direkt am See entlang führt. Dort wanderten wir den Stones Sheep Trail, auf dem man angeblich besonders gut die gleichnamigen Schafe beobachten kann. Wir sahen jedoch keine.
Weiter ging es und dann standen tatsächlich doch noch ein paar der Schafe am Straßenrand.
Nach einem Bad in den Liard River Hot Springs (kennen wir so ja auch aus Neuseeland) sitzen wir jetzt in einer Lodge mit Kaffee. Hier gibt es nach Tagen ohne Empfang wieder Wifi, sodass wir euch jetzt brandaktuell diesen Blogeintrag hochladen können.
In den nächsten Tagen werden wir in Yukon eintreffen und uns langsam Richtung Alaska bewegen. Wir müssen, sobald wir wieder verlässlich Empfang haben, das ESTA beantragen und uns um die Vorbereitung wie Route, Sim Karte etc. kümmern.
