Woche 59 - Roadtrip has started
Am Sonntag brachten wir zuerst die Wohnung auf Vordermann, verabschiedeten uns von Stevie und starteten dann unseren Roadtrip. Den ersten Übernachtungsplatz hatten wir in...


Veröffentlicht: 27.06.2026




















Wir sind jetzt so richtig in den kanadischen Rockys angekommen. Die Landschaft ist einfach wunderschön und wir kommen aus dem Staunen kaum raus. Alleine beim Fahren von A nach B bewundern wir die felsigen Berge, etlichen Seen und das sich bietende Panorama.
Diese Woche haben wir auch gut Kilometer gemacht. Das merken wir auch immer wieder beim Tanken. Die Spritpreise können je nach Region ziemlich unterschiedlich sein, liegen so grob zwischen $1,60 und $2,00 CAD.
1,60 CAD sind ungefähr 1 Euro.
Unser Camper gehört nicht zu den sparsamsten Fahrzeugen, aber wir versuchen unser Bestes, um wenigsten etwas spritsparend zu fahren. Wir brauchen so grob 18 L/100km und sind damit eigentlich ziemlich zufrieden. Die Ausgaben für Benzin werden in den kommenden Wochen trotzdem einen großen Anteil einnehmen.
So freundlich und hilfsbereit die Kanadier auch immer sind, auf der Straße scheint diese Eigenschaft gänzlich zu verschwinden. Einfädeln lassen oder defensives Fahrverhalten gibt es eigentlich nicht und wenn wir manch anderen zu langsam sind teilen sie einem das auch oft mit indem gehupt wird oder der Stinkefinger gezeigt wird.
Bei unserem Besuch in Revelstoke konnten wir ein großes Verlangen stillen. In einer dortigen deutschen Bäckerei gab es tatsächlich Brezeln zu kaufen. Diese waren wirklich richtig gut und wir waren sehr glücklich mal wieder etwas „deutsches“ zu essen. Mit $10 CAD für 3 Brezeln aber halt auch nicht günstig.
An unserem Stellplatz für die Nacht konnten wir dann noch einige Wildtiere beobachten. Neben einem Biber und einer Bisamratte sahen wir auch noch einen Weißkopfseeadler.
Es ging für uns weiter bis zum Glacier Nationalpark. Vor Ort war ein kleiner Stand von "Parks Canada" , an dem ein Ranger auf die Gegenwart von Bären hinwies und die Besucher über die Gefahren und das richtige Verhalten informierte.
Wir sind ja bereits gut ausgestattet und informiert, hoffen aber trotzdem, dass wir keinem Bären zu nahe kommen werden.
Weiter ging es in den Yoho Nationalpark. Wir liefen von den Takakkaw Falls zum Yoho Lake. Diese anstrengende aber wunderschöne Wanderung führte uns durch dichten Wald zu einem kleinen See mit schönen Blick auf die benachbarten Gipfel. Am See selber waren wir komplett alleine und konnten die Ruhe genießen. Der Rundweg führte uns dann über schneebedeckte Berghänge. Durch den vielen Schnee wurde die Wegfindung zunehmen schwieriger, aber mit GPS und guter Orientierung meisterten wir auch dieses kleine Abenteuer sicher. Belohnt wurden wir mit top Blick auf den Takakkaw Fall. Dieser ist mit 373m der zweitgrößte Wasserfall Kanadas. Außerdem entdeckten wir noch ein Murmeltier.
Am nächsten Tag schonten wir unsere Beine etwas und machten nur einen kleinen, aber nicht minder schönen Spaziergang am Emerald Lake entlang. Die Spiegelung der Berge im See war auf jeden Fall besonders schön.
Für den nächsten Tag stand ein deutlich touristischer Tag an. Wir besuchten die beiden Seen Lake Louise und Moraine Lake. Das sind zwei der wahrscheinlich meistbesuchten Orte in Kanada und gehört zu den absoluten Hot Spots. Beide Seen können mit einem Shuttle Bus besucht werden, den wir schon zwei Tage im voraus buchen mussten. Manchmal ist das Ganze so überlaufen, dass man gar keinen Shuttle für den Tag mehr bekommt. Der offizielle Shuttle von Parks Canada ist mit $12 CAD pro Person deutlich günstiger als die privaten Anbieter und daher sehr gefragt.
Wir starteten früh, um möglichst den ganz großen Massen zu entkommen und planten eine längere Wanderung am Lake Louise. Schon am Park and Ride wurde uns klar, welche Massen hier tagtäglich abgefertigt werden.
Am See selber konnten wir die ganz großen Scharen dann recht schnell hinter uns lassen. Auf den Wanderwegen waren immer noch viel mehr Leute unterwegs, als auf den bisherigen Wanderungen, aber es verlief sich doch ganz gut.
Wir wanderten zu mehreren Aussichtspunkten, dem Little Beehive, den Big Beehive und dem Devils Thumb. Vor allem letzterer war echt anspruchsvoll, aber dafür wurden wir mit einem fantastischen Blick ohne andere Menschen belohnt.
Wieder zurück am See waren nochmal deutlich mehr Menschen als noch am Morgen.
Nach weiterer Shuttle-Fahrt zum Moraine Lake waren wir dann vollends in Mitten der Massen. Da wir auch schon ziemlich erschöpft waren ging es hier nur noch auf einen nahen Aussichtspunkt. Nachdem wir uns zwischen unendlich vielen Leuten einen kleinen Platz ergattert hatten und ein paar Bilder machen konnten, traten wir lieber den Rückweg an.
Wieder unterwegs im Camper kamen wir an unserem ersten Schwarzbären vorbei. Am Straßenrand und auf der Straße hielten bereits etliche Fahrzeuge und auf der Straße waren viele Leute mit fotografieren beschäftigt.
Auch wir hielten an um den Bär zu sehen. Eigentlich ist das so am Straßenrand nicht ganz erlaubt, aber es war ja unser erster Bär und es ist schon etwas besonderes diese schönen Tiere zu entdecken.
Da Banff zwar schön, aber mindestens so überlaufen wie Lake Louise ist, entschieden wir uns dafür den Ort auszulassen und direkt weiter bis Canmore zu fahren. Hier nutzten wir unseren Ruhetag zum erledigen von Einkauf, Wäsche und Gasfüllung, bevor wir bis zum Kananaskis Provincal Park weiter fuhren.
Dort gibt es noch knapp außerhalb des Parks ein Casino auf dessen Parkplatz man kostenlos übernachten darf. Ideal für uns natürlich.
Heute nutzten wir das noch gute Wetter für eine Wanderung auf dem Wasootch Ridge Trail.
Anschließend verbrachten wir noch entspannt den Nachmittag am Barrier Lake, bevor es wieder zurück zum Casinoparkplatz ging.
