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Live Kroatien

Das ist doch Kacke

Veröffentlicht: 20.06.2026

Radtour
Yeniciftlik → … → Sarköy
Türkei
Unterkunft
Strandlager bei Sarköy
Frei­camping · Sarköy
Essen
Café nebenan in Naipköy
$$ · Snack

Tag #49

Donnerstag, der 18.06.

Von Yeniciftlik bis Sarköy

Land: Türkei


Die Nacht war recht kurz und hat mit dem ersten Hahnenschrei geendet.

Zudem ist alles nass. Regen gab es keinen, doch die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch und das Wasser läuft auf der Innenseite des Außenzeltes herunter.

Also wird erstmal alles in die aufgehende Sonne gehangen.

Und während ich passiv die Sachen trocknen lasse und aktiv frühstücke, kommt einer der zahlreichen wilden Hunde den Strand entlang gelaufen.

Und kackt in eine Ecke, drei Meter neben mein Zelt.

Und läuft wieder weg.

Was ne Aktion.

Also wird der Haufen eingesammelt, damit ja niemand auf den Gedanken kommt, Bikepacker hätten kein Benehmen.

Auch zukünftige Reisende sollen willkommen geheißen werden.

Apropos Hund, die Wunde vom Hundebiss ist ordentlich verheilt und alles scheint gut gegangen zu sein.

Glück gehabt.

Während ich meine Sachen zusammen packe, kommen auch schon die ersten Frühaufsteher in Badesachen vorbei.

Und zwei Müllsammler, die den Strand reinigen.

Meinen Eindruck vom ersten Tag in der Türkei musste ich leider auch revidieren, es wird sehr viel einfach achtlos weggeschmissen.

Und das, obwohl überall Container herum stehen.

Los geht's, doch zunächst muss ich über eine aktive Baustelle, da dort Rohre verlegt werden.

Passend für mich wird der Graben grade wieder zugeschüttet und, nach einem kurzen Augenblick des Wartens, bei dem man sich unterhält, wird mir der Weg bereitet und es kann wirklich los gehen.

Ab auf die Schnellstraße.

Leider hat der Spiegel nur knapp 36 Stunden gehalten, irgendwann fällt mir auf, dass ich wieder nur in Scherben schaue.

Dann also zurück zum Schulterblick.

Bis Naipköy folge ich der Straße und ab da wird's traumhaft schön.

Im Ort geh ich noch im Tante Emma Laden einkaufen, beim Gemüsehändler nebenan hole ich mir neue Yesil Erik.

Der Verkäufer meint es gut mit mir und so erhalte ich eine sehr volle Tüte, die ich nun die Steigungen hinauf transportieren darf.

Doch vorher werde ich aus dem Café nebenan angesprochen und so sitze ich erst noch mit drei Rentner auf einen Chai zusammen.

Insgesamt wäre es mir hier wie eine Beleidigung vorgekommen, wenn ich mein Fahrrad abgeschlossen hätte.

Nun geht's steil nach oben in die Berge.

Zunächst noch durch Felder folgt die Straße einem Tal und während der Bach entspannt hinunter plätschert, mühe ich mich hinauf.

An einer der zahlreichen Wasserstellen fülle ich meine Flasche auf und gönne mir etwas Abkühlung.

Oben angekommen ist die Aussicht auf die umgebenden Berge und das sich weit unter mir ausbreitende Meer grandios.

Dazu kommt die Aussicht auf die vor mir liegende Abfahrt und die verspricht kurvenreich zu werden.

Einen Mopedpacker, sieht ähnlich beladen aus wie ich, nur eben auf einem Roller, überhole ich dabei entspannt.

Wobei es zwischendurch nochmal eine ordentliche Steigung gibt, die mich wieder ins schwitzen bringt.

Damit ich auch auf jeden Fall daran denke, dass die Aussicht erarbeitet ist.

Viel zu schnell bin ich wieder auf Meereshöhe und mache eine kurze Rast, um mich zu sammeln und die Aussicht zu genießen, da links das Meer liegt, rechts Felswände emporragen und mitten drin die Straße verläuft.

Es kommt zu einem Gespräch mit dem Captain.

Normalerweise auf seinem Schiff auf See hat er grad Urlaub und ist unterwegs mit seinem Roller von Istanbul nach Hause.

Und muss den Motor immer wieder abkühlen lassen.

Verständlich, bei den Bergen.

Er war auch einer von denjenigen, die mich zuvor noch motivierend angehupt hat.

Einen zwischenzeitlichen Versuch schwimmen zu gehen gebe ich auf, es sind mir zu viele Quallen im Wasser unterwegs.

Kilometerlang fahre ich die wunderschöne geschwungene Küstenstraße entlang und der Tag ist perfekt.

Die Überschrift im Prinzip unpassend, doch manchmal steht sie eben schon am Morgen fest.

Gegen Abend nutze ich nochmal die Gelegenheit für einen Einkauf, um die Vorräte aufzufüllen.

Nach der Durchfahrt von Sarköy habe ich mein Tagesziel erreicht und sehe eine prädestinierte Stelle für ein Nachtlager.

Ein kurzer Austausch mit zwei Locals bestätigt mich, hier möchte und kann ich bleiben.

Zumal ich noch am Meer bin und es bald Richtung griechische Grenze ins Inland geht, muss ich die Gelegenheit nutzen nochmal am Strand zu zelten.

Außerdem hoffe ich drauf, zeitig im Bett zu liegen und was mehr Schlaf zu bekommen, als in der vergangenen Nacht.

Song des Tages:

Blutrinā - No More Shitting 

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer
Begleitung
Allein
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Frühstück am Zelt
  • Chai mit drei Rentnern im Café
  • Auffüllen der Vorräte im Ort
  • Aussicht auf Berge und Meer
  • Küstenstraße entlang bis Sarköy
  • Übernachtung am Strand
FahrradZeltAußenzelt
NaturEssenRoadtripAbenteuer
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