Unser erster Tag in Tokio
14. September Zwar hatten wir nun endlich die Möglichkeit, richtig zu schlafen, aber der Jetlag plagte uns dann doch ein wenig. Erst waren wir nachts um 2:00 Uhr hellwach und...


Veröffentlicht: 16.09.2026




















15. September
Am Dienstag fuhren wir nach dem Frühstück in den wohl berühmtesten Stadtteil Tokios – Shibuya. Zunächst ging es zu Starbucks, um ein paar flippige Teegetränke zu konsumieren. Isis „Kaffee“ war dabei eher ein Süßkartoffel-Smoothie. Von dort aus konnten wir die berühmte Shibuya-Kreuzung beobachten, die als eine der belebtesten Kreuzungen der Welt gilt. Pro Grünphase laufen hier bis zu 3.000 Menschen über die Straße. An einem Dienstagmorgen um 10 Uhr waren es dann aber doch nicht ganz so viele.
Danach ging es ins Shibuya Scramble Square, von dessen Aussichtsplattform wir die Stadt aus 230 Metern Höhe betrachten konnten. Das Wetter war leider eher mäßig, weshalb wir nicht ganz nach oben auf die offene Aussichtsplattform durften. Ein Stockwerk darunter gab es allerdings eine Galerie, von der man ebenfalls eine schöne Aussicht hatte. Auch die Kreuzung konnten wir von hier oben gut überblicken.
Erst aus dieser Perspektive wurden uns die Dimensionen dieser Metropole so richtig bewusst: 14 Millionen Einwohner in der Präfektur Tokio und rund 37 Millionen im gesamten Ballungsraum. Eine graue Masse an Gebäuden, so weit das Auge reicht.
Anschließend ging es zu einer geführten Walking Tour. Zwei Studenten, die ganz gut Englisch sprachen, zeigten uns einige beliebte Spots im Stadtteil. Wir waren in völlig verrückten Geschäften, in denen man praktisch jeden Manga und sogar Parfüm kaufen konnte, das angeblich nach dem eigenen Lieblings-Animecharakter riechen sollte. Andere Läden waren voll mit Dingen, die blinkten, leuchteten oder irgendwelche Geräusche von sich gaben. Es war eine wahre Reizüberflutung.
Gemeinsam gingen wir noch in ein typisches Izakaya zum Essen und beendeten die Tour anschließend in einer Spielhalle. Dort konnte man für kleines Geld in verschiedenen Videospielen gegeneinander antreten. Natürlich ließen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen.
Danach waren wir allerdings ziemlich platt. Irgendwie machte sich der Jetlag immer noch bemerkbar und auch das viele Laufen forderte seinen Tribut. Wir fuhren deshalb schon einmal in die Nähe unseres nächsten Veranstaltungsortes und sammelten in einem netten Café unsere Kräfte. Denn das nächste Event sollte uns noch einiges abverlangen.
Es ging nämlich zum Sumo.
Für das derzeit stattfindende Herbstturnier hatten wir leider keine Karten mehr bekommen. Bei dem von uns gebuchten Veranstalter gab es dafür leckeres Essen und währenddessen erklärten uns zwei ehemalige Sumoringer mithilfe einer Dolmetscherin die wichtigsten Aspekte dieses traditionellen Sports.
Das Ganze war zwar als ziemlich lustiges Event aufgezogen, aber die beiden waren tatsächlich ehemalige Profisportler und hatten erst Anfang des Jahres ihre Karriere beendet. Es gab sogar die Möglichkeit, selbst einmal gegen die Ringer anzutreten. Dafür musste man allerdings äußerst peinliche Kostüme anziehen. Die hatten allerdings in erster Linie den praktischen Zweck, dass man sich nicht mit dem Sand aus dem Ring einsaute.
Wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß. Und ich habe meinen Kampf gegen den 180 kg schweren Ringer Ryu aus der Mongolei natürlich gewonnen. Auch wenn ich den leisen Verdacht habe, dass er mich nur gewinnen ließ, um vor Isi gut dazustehen …
Ich halte das für unwahrscheinlich und konnte die Nacht gut schlafen.
