🌎 Boca da Valeria – ein kleines Dorf mitten im Amazonas
Boca da Valeria ist ein kleines Fischerdorf mit etwa 100 Einwohnern im Herzen des brasilianischen Amazonasgebiets. Es liegt im Bundesstaat Amazonas, an der Mündung des Rio da Valeria in den Amazonas. Bis zur Atlantikküste sind es rund 1.370 Kilometer, die nächstgrößere Stadt Parintins liegt etwa 30 Kilometer westlich. Bis Manaus sind es noch ungefähr 400 Kilometer.
Das Dorf steht beispielhaft für die vielen kleinen Flussgemeinden im Regenwald. Besonders charakteristisch sind die bunten Stelzenhäuser, die ihre Bewohner während der Regenzeit vor Überschwemmungen schützen.
Heute sollten wir genau dieses ursprüngliche Leben kennenlernen.
🧺 Erst die Pflicht, dann das Vergnügen!
Der Tag begann bereits um 5:30 Uhr. Gestern war ich schließlich früh in der Kabine und hatte entsprechend ausreichend Schlaf bekommen.
Auch in der vergangenen Nacht war der Brandgeruch in meiner Kabine wieder deutlich wahrnehmbar. Nachdem ich die Bordkarte aus dem Kartenleser gezogen hatte, wurde offenbar die Klimaanlage heruntergeregelt – danach wurde es zumindest besser.
Um 6:00 Uhr sollte es eigentlich wie gewohnt zum Frühaufsteher-Kaffee gehen.
HALT! Es gab etwas viel Wichtigeres im Urlaub: Wäschewaschen! 😂
Also zunächst ab in den Waschsalon, Maschine befüllen und anschließend zum Kaffee.
Wer schon einmal auf einer Weltreise mit AIDA unterwegs war, weiß vielleicht, dass es an den Waschmaschinen durchaus sportlich werden kann. Auf vergangenen Weltreisen sind dabei sogar schon einmal die Fäuste geflogen! Deshalb probierte ich mein Glück antizyklisch – und hatte tatsächlich direkt Erfolg. 💪
So richtig genießen konnte ich dann den Frühaufsteher-Kaffee allerdings nicht. Der Blick wanderte ständig zur Uhr. Schließlich wollte ich pünktlich zurück sein und keinesfalls riskieren, dass mir jemand wegen einer belegten Waschmaschine ein blaues Auge verpasst. 😂
Es roch weiterhin überall nach Brandrauch. Vermutlich wird uns dieses Thema auch auf den kommenden Tagen durch den Amazonas begleiten.
Pünktlich, sogar drei Minuten vor Ablauf der Waschzeit, war ich wieder im Waschsalon. Die nächste Gästin stand bereits wartend bereit. Blaues Auge vermieden! 😁 Die Wäsche wanderte direkt in den Trockner.
Anschließend sprintete ich um 7:00 Uhr zum Frühstück ins East Restaurant, wo ich mit Sabrina verabredet war. Nach dem Frühstück ging es natürlich sofort wieder zum Waschsalon, um die trockene Wäsche abzuholen. Auch hier wollte ich lieber keine Diskussion um die Maschine riskieren. 😉
Danach hieß es Wäsche zusammenlegen und – richtig geraten – ab zum dritten Kaffee! 😂
🥵 Willkommen in den Tropen
Schon um 8:30 Uhr zeigte das Thermometer über 30 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent. Das versprach einen ausgesprochen schweißtreibenden Tag.
Um 9:15 Uhr traf ich mich mit Sabrina und Verena zum gemeinsamen Tendern. Diesmal ging alles erfreulich schnell und ohne längere Wartezeiten.
Vor dem Landgang gab es allerdings noch eine wenig erfreuliche Information: Google zeigte eine Waldbrandwarnung in unmittelbarer Nähe unseres Aufenthaltsortes an. Angesichts des anhaltenden Brandgeruchs keine besonders beruhigende Nachricht.
🏡 Boca da Valeria – ein Blick in eine andere Lebenswelt
Um 9:30 Uhr erreichten wir das Dorf. Bereits bei der Ankunft lag wieder ein leichter Brandgeruch in der Luft.
Wir wurden von zahlreichen winkenden Kindern begrüßt. Einige hielten Vögel, Faultiere oder andere Tiere auf dem Arm, um sich damit den Besuchern zu präsentieren und fotografieren zu lassen. Ich habe des Tierschutzes wegen bewusst darauf verzichtet, ein Tier auf den Arm zu nehmen. Mit einer folgenden Geldspende unterstützt (wenn man das so nennen kann) man immer nur das jeweilige Kind. Ich habe mich für eine Spende in die Spendenbox der örtlichen Schule entschieden.
Anschließend flanierten wir ohne wirklich festes Ziel durch den kleinen Ort. Gerade das machte den Reiz aus: Man konnte das alltägliche Leben beobachten, die Häuser sehen und einen Eindruck davon bekommen, wie die Menschen hier mitten im Amazonas leben.
In einem Dorf mit gerade einmal rund 100 Einwohnern ist man natürlich schnell wieder am Ausgangspunkt angekommen. Für mich war dieser kurze Aufenthalt aber vollkommen ausreichend, um einen Eindruck vom ursprünglichen Leben zu bekommen.
Es ist ein Stopp, der einen durchaus aufrüttelt und nachdenklich macht. Man sieht, wie unterschiedlich Lebensbedingungen sein können und wie privilegiert unsere Situation in Europa doch häufig ist.
Einen Kühlschrankmagneten konnte ich leider nicht finden. 😱 Damit muss wohl einer aus dem Fotoshop als Erinnerung an Boca da Valeria herhalten.
Nach dem kleinen Rundgang gönnten wir uns zunächst eine AIDA-Lemonade an der Bar.
📸 Dschungel-Shooting statt schweißtreibendem Sport
Beim anschließenden Check des Tagesprogramms fiel mir auf, dass ein wichtiger Programmpunkt bereits in 30 Minuten enden würde. Und zwar auf dem Sportaußendeck auf Deck 14! 🏃🏋️⛹️♀️
Wer jetzt dachte, ich würde bei über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit jenseits der 90 Prozent tatsächlich Outdoor-Sport betreiben, kennt mich offenbar noch nicht gut genug. 😂😂
Natürlich handelte es sich um ein Fotoshooting! Das heutige Motto: „Dschungel-Shooting“.
Bei dieser Kulisse muss man die Gelegenheit schließlich nutzen. Ein paar schöne Erinnerungen an den Amazonas dürfen nicht fehlen. 😎📸
Um 12:30 Uhr ging es anschließend erst einmal auf die Kabine, um mich von der tropischen Wärme zu erholen.
🍽️ Mittagessen und eine kleine Planänderung
Um 13:30 Uhr wartete im Brauhaus das Mittagessen. Nach dem Vormittag an Land eine willkommene Stärkung! 💪
Gegen 14:00 Uhr ging es noch einmal zur Augenpflege auf die Kabine. Leichte Kopfschmerzen machten sich bemerkbar. Die Kombination aus extremer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und dem permanenten Brandgeruch scheint doch etwas anstrengend zu sein.
Um 16:00 Uhr war ich wieder an Deck. Mit Wasser und Espresso wurde für die notwendige Erfrischung gesorgt.
Gegen 17:45 Uhr erreichte mich dann eine Nachricht einer Mitreisenden: Sie würde auf den Osterinseln doch etwas anderes unternehmen als ursprünglich geplant.
Das bedeutet für mich: wieder umplanen! Denn die externe Tour möchte ich nicht unbedingt alleine machen.
Die Osterinseln stehen bislang wirklich unter keinem guten Stern. Ursprünglich hatte ich bereits im Sommer 2025 gemeinsam mit einer Mitreisenden eine Tour gebucht. Sechs Wochen vor Reisebeginn sagte sie jedoch die gesamte Reise ab. Nun also die zweite Planänderung.
Aber: Alle guten Dinge sind drei! Vielleicht ist das ja sogar ein gutes Omen. Ich bleibe optimistisch! 💪
🎭 Verspätetes Auslaufen, Urlaubsduell und Dschungelbilder
Auch heute verzögerte sich unser Auslaufen wieder. Diesmal war allerdings kein medizinischer Notfall oder eine verspätete Tenderoperation der Grund. Auf Reede hatte sich die Ankerkette verdreht, weshalb der Anker zunächst gelöst und anschließend wieder ausgefahren werden musste.
Um 18:00 Uhr traf ich Sabrina und Verena zum Abendessen im Marktrestaurant.
Danach ging es um 19:30 Uhr ins Theatrium zum „Urlaubsduell“. Auf dem Programm stand zunächst die Familien-Spezial-Ausgabe, anschließend gab es noch eine zusätzliche Offiziers-Spezial-Ausgabe.
Das Format ist an das frühere „Familien-Duell“ angelehnt und sorgte für einen unterhaltsamen Abend.
Vor Beginn der Show durfte natürlich ein weiterer Fototermin nicht fehlen. Diesmal stand erneut das Thema Dschungel auf dem Programm.
⚓ Offiziere hinter der Cocktailbar
Danach ging es aufs Pooldeck zur Party „Offiziere shaken“. Dabei übernehmen die Offiziere selbst die Cocktailshaker und mixen Getränke für die Gäste.
Ein großer Vorteil: Auf dem Pooldeck war endlich kein Brandgeruch wahrnehmbar! 💪
Auch Gastkünstler Terrél Woodbury legte einen richtig guten Auftritt hin und sorgte für Stimmung.
Und tatsächlich konnte ich beim Offiziers-Shaken sogar ein Freigetränk ergattern. 😁😂
Wie das? Natürlich nicht einfach so!
Auf der Aktionstafel waren bei den klassischen AIDA-Farben ausgerechnet die Farben für das D und das A vertauscht. Ein fataler Fehler, der mir selbstverständlich nicht entgehen konnte! 😱
Also ging ich mit einem Augenzwinkern zum F&B-Manager und machte ihn darauf aufmerksam.
Seine Reaktion: „Oh! – Sehr aufmerksam! Dafür kriegst du einen.“
ZACK! Freigetränk gesichert! 😂
Mir entgeht eben so ein fataler Fehler nicht. 😉
Allerdings fand ich die Beteiligung der Gäste an diesem besonderen Event insgesamt erstaunlich überschaubar. Vielleicht lag es daran, dass die Teilnahme aufpreispflichtig war und nicht im All-inclusive-Paket enthalten ist. Ein bisschen schade, denn gerade solche Sonderveranstaltungen leben natürlich von einer möglichst großen Beteiligung.
🌴 Mein Fazit: Ein Tag, der zum Nachdenken anregt
Boca da Valeria war sicherlich kein klassischer touristischer Höhepunkt mit großen Sehenswürdigkeiten oder einem umfangreichen Ausflugsprogramm. Und genau das machte diesen Landgang für mich interessant.
Wir haben einen kleinen Einblick in das ursprüngliche Leben einer Flussgemeinde mitten im Amazonas bekommen. Die Begegnungen mit den Menschen, die einfachen Häuser und die völlig andere Lebenswirklichkeit zeigen, wie unterschiedlich die Welt sein kann.
Gleichzeitig hinterlässt die aktuelle Situation mit den Waldbränden und dem permanenten Brandgeruch einen nachdenklichen Eindruck. Diese einzigartige Natur ist faszinierend, aber eben auch verletzlich. Es wäre schön, wenn wir nicht nur die Schönheit des Amazonas erleben, sondern auch dazu beitragen würden, dass sie erhalten bleibt.
Und manchmal braucht es gar keinen spektakulären Ausflug, um einen bleibenden Eindruck mitzunehmen. Boca da Valeria hat mir genau das gezeigt.
Nach einem Tag zwischen Waschsalon, Dschungel-Shooting, Dorfleben und Cocktailparty warten nun drei Seetage, bevor wir Fortaleza erreichen.
Zeit zum Durchatmen, Erholen und natürlich für den einen oder anderen Kaffee. ☕️
Der Amazonas bleibt ein ganz besonderes Erlebnis – und ich bin dankbar, diese Region überhaupt erleben zu dürfen. ❤️