Nach Wyndham
Heute wollen wir nach Wyndham fahren und alles mitnehmen, was unterwegs zugänglich ist. Das funktioniert natürlich nicht, aber wir hatten einen sehr abwechslungsreichen Tag. ...

Veröffentlicht: 31.05.2025








Morgens wird erst einmal geplant, wie die nächsten Tage aussehen könnten. Nach wie vor ist vieles wegen der umfangreichen Regenfällen gesperrt oder für uns nicht befahrbar. Da auch den „Experten“ aus den verschiedenen Ämtern die Einschätzung der Situation schwer fällt, erfolgt das alles unter großer Unsicherheit.
Wir entscheiden uns ein kleines Stück der „Gibb River Road“ zur El Questro Station zu fahren. Aber nicht, um dann direkt auf der GRR weiter zu fahren, sondern nur um ein paar Tage zu überbrücken. Wir geben die Hoffnung noch nicht auf, noch in den Keep River und Purnululu Nationalpark fahren zu können.
Aber als erstes schauen wir uns noch den gewaltigen 2000 Jahre alten Boab auf unserem Campingplatz an sowie den Hafen von Wyndham. Dort schlendern wir über den Pier und halten ohne Erfolg Ausschau nach Krokodilen. Irgendwie seltsam dieser historische Ort: Hier wechseln sich schöne Häuser und neue Einrichtungen mit heruntergekommenen und desolaten ab.
Unser erster Stop auf der Weiterfahrt ist „The Grotto“. Der aus dem Nichts auftauchende tiefe Einschnitt ist nicht nur für seine visuellen Reize bekannt, sondern vor allem auch als Gelegenheit sich zu erfrischen. Das Wasser sieht aber nicht einladend aus. Das machen die orangefarbenen Felswände, die mit Boabs bewachsen sind, wieder wett. Es war wieder mal ein überraschend attraktives Zwischenziel.
Nach einem kurzen Fotostop am Beginn der Gibb, kommen wir zum Höhepunkt des Tages, der Emma Gorge. Die Wanderung in die Gorge ist extrem abwechslungsreich und schön. Und das Bad im glasklaren Wasser des Pools am Ende macht richtig Spaß. Unter dem Wasserfall prasselt einem das Wasser mit großer Geschwindigkeit auf den Kopf, gerade noch auszuhalten. Unter einem tropisch bewachsenen Überhang regnet es sanft auf einen herunter. Unter einem Felsspalt wärmt eine heiße Quelle das Wasser. Ich lasse mich rücklings treiben und schaue die Felswände empor: Man kann seine Begeisterung kaum für sich behalten und möchte sie an liebsten hinausschreien! Wie toll!
Die Weiterfahrt zur El Questro Station ist ganz schön aufregend, denn wir müssen im Dunkeln ein paar Wasserdurchfahrten meistern. Bei der letzten sehen wir zuerst gar nicht das Ende. Es geht aber alles gut, schließlich sind hier schon viele andere auch durchgekommen. Der Campingplatz ist riesig und der Trubel heftig. Das lädt uns nicht gerade ein. Aber schließlich wollen wir hier nur Abendessen und schlafen.
