Purnululu #2
Nachdem wir uns gestern auf die einfach zugänglichen Primärattraktionen im Südteil des Parks konzentriert haben, wollen wir heute eine etwas längere Wanderung machen. Das Ziel...

Veröffentlicht: 10.06.2025
Was für ein Tag! Vollgepackt mit Action. Am Ende kommen wir zu dem Schluss, dass man so ein Programm eigentlich auf 3 Tage aufteilen sollte. Nicht weil man dann mehr Zeit für die Aktivitäten hätte, sondern weil man so viele Eindrücke gar nicht mehr verdauen kann.
Da es gestern Abend schon früh kühl wurde, waren wir zeitig im Bett. Entsprechend früh sind wir heute aufgestanden. Gut, so konnten wir uns gemütlich vorbereiten, denn um 7:40 Uhr waren wir am Flugplatz für unseren Helikopterflug verabredet.
Um kurz nach 8 Uhr heben wir ab. Die Maschine ist klitzeklein, da passen gerade so 4 Personen (inkl. Pilot) rein. Die Seiten sind komplett offen, nur vorne gibt’s eine Scheibe. So hat man das Gefühl, der Natur noch näher zu sein. Für Birgit, die neben dem Piloten sitzt, ist das allerdings ziemlich aufregend. Vor allem wenn er in Steilkurven einen Zickzackflug über die Schluchten hinlegt, befürchtet sie rauszufallen. Wahrscheinlich hat sich noch nie jemand so an diesem Sitz festgehalten. In der halben Stunde überfliegen wir den gesamten gebirgigen Teil des Parks. Von hier oben wird erst klar, was für ein Meer an Bienenkörben das ist und wie es sich dazu entwickelt hat. Ich habe riesigen Spaß und jauchze vor mich hin. Trotz unserer Daunenjacken und Skiunterwäsche haben wir am Ende aber ganz schön kalt. Kein Wunder, bei 15 Grad und 200 km/h! So ein Flug ist eine tolle Sache, und eine wunderbare Ergänzung zu den Wanderungen, aber kein Ersatz! Zu Fuß erfährt man diesen Park am intensivsten.
Nach dem Frühstück geht es dann in den nördlichen Purnululu. Der sieht komplett anders aus, keine Bienenkörbe, aber auch sehr sehr schön. Auf dem Niveau von Kata Tjuta.
Als erstes besuchen wir die Echidna Chasm, mit der Cathedral Gorge die zweite Top-Attraktion des Parks. Dabei handelt es sich um eine immer enger werdende Schlucht. Am Ende passt man gerade noch so durch die senkrecht aufragenden Felswände. Wir sind zum Sonnenzenit dort, denn nur dann gelangen die Sonnenstrahlen für wenige Minuten auf den Boden der Felsspalte. Dieses Spektakel wollen viele sehen und stehen bewaffnet mit ihren Monsterkameras und Stativen bereit. Wir reihen uns brav ein und lauern auf den perfekten Moment. Aber der ist, um ehrlich zu sein, auch nicht perfekter als die anderen davor und danach. Beim nächsten Mal würden wir zu einem anderen Zeitpunkt kommen, denn die Chasm weiß auch sonst zu begeistern. Am besten gefällt mir der Zugang mit den leuchtend orangefarbenen zerklüfteten Felswänden zu beiden Seiten und tropischen Palmen am Wegrand. So spannend es im engen Teil der Kluft auch ist, man ist dann doch froh, wenn man draußen wieder unbeschadet ankommt. Überall klemmen heruntergefallene Felsbrocken über einem und man hofft, dass kein Erdbeben die Wände verschiebt.
Nach einem kleinen Snack geht’s dann weiter in die „Mini Palms Gorge“. Schon der Weg zur Gorge ist ganz wundervoll. Das warme Licht der Spätnachmittagssonne tut das Ihre, um uns zu entzücken. Hier will man gar nicht mehr weg. In der Schlucht selbst, es überrascht kaum, wachsen kleinwüchsige Palmen. Der Weg ist wieder mal kurzweilig, weil mit zahlreichen kleinen Schikanen gespickt. Am Ende der Schlucht sind dann Stahltreppen und Aussichtsplattformen. Wir glauben das dient dem Schutz des Palmennachwuchses vor Wanderstiefeln. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit haben wir die Schlucht und den Rückweg komplett für uns alleine. Es ist so friedlich hier, alles um uns herum ist in warme Töne getaucht, es fühlt sich so richtig kuschelig an. Wundervolle Wonnemomente im australischen Outback. Man vergisst vollkommen die Gefahren, die um einen herum lauern.
Nach einer saukalten Nacht (8 Grad als wir bei Sonnenaufgang den Campingplatz verlassen) machen wir uns auf den Weg nach Kununurra zurück, um uns für die folgenden Tage auf der Gibb River Road vorzubereiten. Vor allem die Vorräte auffüllen, damit wir bis zu 12 Tage autark sein können. Aber wenn wir schon mal da sind, gibts noch leckere Raspberry Muffins beim Bäcker.
