Erste, vielfältige Eindrücke
Athen ist eine faszinierende Mischung aus Antike und Moderne, Tradition und Innovation. Meine erste Tour durch die Stadt war recht spontan und wie so oft werden dann die...

Veröffentlicht: 26.08.2026




















Heute geht’s endlich an die Archäologie 😊
Nachdem der Morgen noch für meine Vorbereitungen für die EAA2026 herhalten musste, war der Nachmittag frei für die Griechische Antike.
Zuerst ging es zu den Ruinen der Hadriansbibliothek, die vom römischen Kaiser Hadrian gestiftet wurde. Eine Erinnerung an die Zeit Athens unter römischer Herrschaft. Die ehemalige Größe der Bibliothek lässt sich heute nur noch durch die Ruinen der Grundmauern erahnen.
Danach besuchte ich die Antike Agora, den antiken Versammlung- und Marktplatz Athens. Die Geschichte der Agora beginnt bereits in der Jungsteinzeit (belegt durch Keramikscherben) und sie diente im Laufe der Zeit vielen Funktionen.
In urgeschichtlicher Zeit wurde die spätere Agora noch vorwiegend als Friedhof genutzt. Erst ab dem 5. Jhr. v. Chr. wurde der Platz allmählich zum öffentlichen Platz ausgebaut.
Mit einigen Unterbrechungen und Zerstörungen durch Kriege und Eroberungen, entstanden in den nächsten Jahrhunderten unter anderem der imposante Tempel des Hephaistos. Dieser gehört heute zu den besterhaltenen Tempeln aus antiker Zeit in ganz Griechenland.
Durch das Entstehen diverser Gebäude der Administration, sowie Tempeln und Händlergebäuden wurde die Agora zum politischen, religiösen und sozialen Zentrum. Wahlveranstaltungen und politische Debatten machten sie zum demokratischen Schwerpunkt der Stadt.
Ein trauriges Zeugnis der Alltagswelt ist der Agora Bone Well. In diesem Brunnen, der zumindest ins 2. Jhr. v. Chr. datiert, wurden die Überreste von mindestens 450 Säuglingen und Kleinkindern gefunden, sowie einige Hunde. Aktuell gehen Forschende davon aus, dass die Kinder über einen längeren Zeitraum hinweg in den Brunnen gerieten und nicht etwa durch ein großes Ereignis (z.b. eine Seuche) verstarben. Die Säuglingssterblichkeit war zu damaliger Zeit hoch und nicht unüblich war damals eben auch, dass so junge Kinder keine ordentliche Bestattung erhielten. Das bedeutet aber nicht, dass hinter jedem Kind, nicht trauernde Eltern stehen. Vielmehr ist dies als ein Verhalten zu sehen, dass sich damaligen Vorstellungswelten und sozialem Einfluss anpasste.
Von dort ging es über die restliche Agora in das heutige Museum. Dort waren neben vielen, vielen Keramiken (😅) auch zwei Kinderbestattungen aufgebahrt. Natürlich war auch die berühmte attische Keramik zu finden und die Keramikscherben, die als Ostraka bekannt sind. Das sind schlichtweg Bruchstücke, die als Schriftstücke für z.b. Einkaufslisten dienten, da Papyrus oder Pergament einfach nicht für jeden erschwinglich war.
Etwas interessantes aus meinem Fachgebiet machte den Abschluss. Die Rollbeine, Fußwurzelknochen, im letzten Bild dienten als beliebtes Würfelspiel. Hohe Wetteinsätze auf den Ausgang sorgten für den ein oder anderen finanziellen Ruin 😬 Es wird übrigens auch noch mit Rollbeinen gespielt und gewürfelt 😉
Das war jetzt ein sehr langer Text 😅 Aber die Archäologie ist es wert!