Prolog
Ehrlich gesagt hatte ich von San Francisco als Stadt gar nicht mal soo viel erwartet. Dass die Golden Gate Bridge und The Rock Highlights werden würden war klar, aber die Stadt selber? Meh! Wie so oft ist man Hinterher immer klüger. Ja, die Golden Gate Bridge und Alcatraz sind absolute Banger, aber auch ohne diese beiden Sehenswürdigkeiten hätte sich der Ausflug nach San Francisco mehr als gelohnt. Die Stadt hat einen vollkommen anderen Flair als z.B. LA, aber eben einen sehr geilen Flair. Die Vertikalität der Stadt, die sich im Auf und Ab der teils pervers steilen Straßen zeigt, die Offenheit und Leichtigkeit der Franziskaner und das sehr angenehme Klima; San Francisco hat uns verzaubert.
Pier 39
Begonnen haben wir unsere Tagestour am Pier 39, dem Pendant zum Santa Monica Pier. Und auch wenn ich Häfen und Piers on der Regel wenig abgewinnen kann (ich bin eine Landratte und mag weder Fisch noch Krabben oder sonstiges Zeug aus dem Meer), fand ich das Pier 39 bzw. besser gesagt dem Hafenbereich deutlich interessanter als das Santa Monica Pier. Zur "Stärkung" für den restlichen Tag gings zunächst in die "Candy World" und anschließend dann zum Pier 33, wo die Alcatraz-Fähren liegen.
Alcatraz bzw. The Rock
Mittlerweile sollte klar sein, dass ich ein großer Fan von The Rock bin (zufälligerweise bin auch ein großer Fan vom anderen The Rock, aber den gabs auf der Tour natürlich nicht zu sehen (allerdings haben wir seine Wachsfigur in Hollywood gesehen)). Dies hat natürlich viel mit dem gleichnamigen Film zu tun, der nach wie vor zu meinen Top 3 Actionfilmen aller Zeiten gehört (die anderen beiden sind Terminator 2 und Sirb Langsam), weil der Film einfach viele ikonische Szenen bietet und Alcatraz als Location einfach perfekt für einen Actionfilm ist; aber es hat auch was mit der generellen Geschichte ubd dem Mythos von Alcatraz zu tun. Immerhin war es das Gefängnis für Gefangene, die in anderen Gefängnissen Scheiße gebaut haben und geflohen sind ("Break the rules and you go to prison. Break the prison rules and you go to Alcatraz."). Bei der Planung unsere Amerika-Reise waren für mich nur wenige Sehenswürdigkeiten gesetzt: Hollywood, Golden Gate Bridge, Yosemite und - klar - Alcatraz. Vermisst hier wer Las Vegas? Wird mit Sicherheit cool, war für mich persönlich aber kein Must Have.
Die Fallhöhe für The Rock war also nicht ohne. Aber schon bei der Fahrt zur Insel war klar: das wird geil. Der Wind heult einem um die Ohren, man hat einen tollen Ausblick auf San Francisco und The Rock selbst bietet ebenfalls einen imposanten Anblick mit seinem hochaufragenden Gefängniskomplex. Spätestens wenn man dann auf dem Dock steht, hat einen Alcatraz gefangen (haha). Gleichzeitig wird man aber auch spätestens hier, eigentlich aber schon auf der Fähre selbst, mit dem aus meiner Sicht einzigen "Problem" konfrontiert, nämlich dem penetranten Geruch nach Meer und Meeresvögeln. Wie gesagt bin ich kein großer Meeresfan und einer der Gründe dafür ist der Meergeruch. Bestimmt auch einer Gründe, warum ich Städte wie Berlin Städten wie Hamburg jederzeit vorziehe. Da The Rock mittlerweile ein Naturschutzgebiet für Meeresvögel darstellt, sind entsprechend viele dieser Viecher auf der Insel und verrichten dort ihr Geschäft. In den Zellenblöcken merkt man davon aber zum Glück nichts, was mich zur Zellblock-Führung bringt. Schon im Yosemite war ich beeindruckt von der gereichten Karte in perfektem Deutsch, Alcatraz hat das noch auf die Spitze getrieben. Auf dem Dock kann man sich für Einen Dollar eine Broschüre in Deutsch holen und die ohnehin schon spannende Audio-Tpur durch die Zellenblöcke wurde in perfektem Deutsch eingesprochen. In der selbstgeführten Zellblock-Tour bekommt man Einblicke in alle relevante Bereiche der Zellenblöcke (normale Zellen, Isolationszellen, "Erholungs-Zellen", Essensraum, Freiganggelände etc.) und bekommt auf anschauliche Art und Weise den (sehr bedrückenden) Alltag auf The Rock vermittelt. Nach der Tour ist einem klar, wie Alcatraz seine Insassen regelrecht gebrochen hat.
Ebenfalls nice: man kann die Insel mehr oder weniger auf eigene Faust erkunden. Manche Bereiche sind zwar aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich, aber insgesamt ist man bei der Erkundung von The Rock wenig eingeschränkt.
Ein Besuch von The Rock ist zwar verhältnismäßig teuer (knapp 50$ pro Ticket), aber auf jeden Fall lohnenswert.
Chinatown und Lombard Street
Ebenfalls Pflichtprogramm war für uns der Besuch von Chinatown sowie das Befahren der berühmten Lombard Street mit ihren 8 engen Kurven. Gerade auf dieser Straße erlebt man vermehrt ein Phänomen, welches einem in San Francisco an vielen Straßenübergängen begegnen kann: Menschen, die beim Überqueren der Straße stehen bleiben um noch schnell (oder auch weniger schnell) ein, zwei Fotos der steilen Straßen zu machen. Ich selber musste mich ebenfalls dazu zwingen, nicht bei jedem Übergang in der Mitte stehen zu bleiben und Fotos zu machen. Der Anblick dieser Steilstraßen hat fast etwas hypnotisches.
To be continued...
Gelaufene Kilometer: 12
Gelaufene Schritte: 16.000
PS: auch wenn die anderen Brücken der Bay bei weitem nicht so bekannt sind wie die Golden Gate Bridge, sind diese doch nicht (viel) weniger imposant. Gerade die von uns für den Hin- und Rückweg nach Fremont genutzte Bay Bridge ist ebenso spektakulär wie die Golden Gate Bridge. Aus Richtung Oakland kommen sind es da mal eben 16 Spuren, die auf die Brücke zuführen (und durch ein Ampelsystem bestehend aus 16 Ampeln auf 4 Spuren reduziert werden). Eine weitere Besonderheit der Brücke ist, dass diese quasi dreigeteilt ist: der westliche Teil von San Franscio zur Yerba Buena Insel ist zweistöckig, im östlichen Teil von der Yerba Buena Insel nach Oakland verlaufen die beiden Fahrbahnen dann parallel und der Mittelteil (also der auf der Yerba Buena Insel) ist ein Tunnel