Panorama & Pizza
Freitagmorgen: Das Haus wackelt und besorgt schauen wir über den Rand unserer Kaffeetassen nach draußen. ‘Western wind is the wildest’ murmelt Ola… kurz darauf - Stromausfall....

Veröffentlicht: 03.12.2016
Dieses Wochenende sind Ola und Einy mit den Kindern bei Ola's Bruder, und Haus- und Hofherrschaft wurde in meine Hände gelegt. Neben "Juhuu, Sturmfrei! Netflix in meiner Gewalt!" bedeutet das vor allem jede Menge Arbeit. Und Verantwortung! Aussagen wie "Wenn der Strom ausfällt, musst du ganz schnell die brennenden Holzscheite aus dem Ofen nehmen und aus dem Fenster werfen, sonst explodieren die Rohre!" können einen da schon etwas verunsichern. Aber zumindest hab ich jetzt eine Erklärung für die zig verkohlten Hölzer vorm Haus. Nun, bisher ist mir die Elektrizität noch wohlgesonnen. Anders als die beiden Pferde, die die Abwesenheit ihres Frauchens Einy gleich mal ausgenutzt haben, um Freitag unbemerkt aus der Koppel auszubüchsen. Nachdem ich also vergeblich mit Stirnlampe und Futtereimer bewaffnet ins Leere geschnalzt habe und frustriert zurück zum Stall gestapft bin, fand ich die Rabauken fröhlich mampfend in eben diesem vor. Wo auch immer die beiden sich zuvor rumgetrieben hatten, meine Abwesenheit und die Chance der offenen Stalltür wurde natürlich genutzt, um sich am Futtervorrat zu bedienen. Nachdem ich den Zaun gecheckt, aber keine Fehler finden konnte, hab ich sie morgens wieder auf die Koppel entlassen - ich im Schlafanzug mit Gummistiefeln - das ist das Schöne an Sturmfrei ;) Das Problem ist jedoch, dass bei dem vielen Schnee der Elektrozaun nicht richtig funktioniert und die beiden das wohl raus gefunden haben. Denn Samstagabend dann die Steigerung - Ausbüchsen Level 2: ich komme eben aus der Dusche, da ruft mich Einy ein - "Ein Nachbar hat zwei Pferde gesehen, Ola's Mama ist auf dem Weg zu dir, ihr müsst sie einfangen". Hooray. Also Overall über den Schlafanzug, mal wieder Gummistiefel an, Mütze auf die nassen Haare und los. Mit Taschenlampen stapfen wir eine geschlagene Stunde durch kniehohen Schnee und versuchen, aus den zahllosen Hufabdrücken schlau zu werden. In der Scheune einer nahegelegenen Farm finden wir sie dann endlich und bugsieren sie widerwillig zurück nach Hause. Ich bin fix und fertig, und könnte direkt wieder in die Dusche gehen. Yeah, so stellt man sich doch seinen Samstagabend vor ;) Demnächst steht also dringend eine Zaunoptimierung an! Auf den Fotos seht ihr Lilja beim Training. Einy möchte ihr beibringen, das erlegte Wild nach der Jagd aus dem Wald zu ziehen. Geübt haben wir mit den Innereien der Schafe, die wir Sonntag geschlachtet hatten. Ich hatte dann auch die Ehre, die Säcke im Wald zu entleeren, siehe Foto :D Ansonsten bin ich fleißig am Spachteln und Streichen, damit bis zu Einy's Geburtstag in 2 Wochen eines der alten Wohnzimmer fertig renoviert ist - Ziel: die
schweinchenrosa
Rumpelkammer in ein schickes TV- und Spielzimmer zu verwandeln, wo die beiden eingefleischten Zocker dann auf Leinwand rumballern können. Haha, denkt bloß nicht, dass die hier im Hinterland nur Rommé kennen ;) Dabei fällt mir ein, dass ich euch noch gar nicht mein kleines Herzens-Handwerksprojekt aus Innset gezeigt habe! Das ist ein Spark, ein alter Kinderschlitten den Björn vom Schrottplatz mitgenommen hat. Ich hab mich seiner verrotteten Gestalt angenommen und ihn in einen kleinen Weihnachtsschlitten verwandelt... was meint ihr? :) Eric, wenn du das liest - pass bloß auf, dass er gut behandelt wird, sonst komm ich ihn holen und fahr damit zurück nach Deutschland! :D