Südschweden-Tour - Tag 8
Heute haben wir ein bisschen die Umgebung erkundet. Unser Weg führte uns nach Störlinge, wo noch 7 Mühlen in einer langen Reihe stehen.
Der häufigste Mühlentyp auf Öland ist die sogenannte Stumpfmühle mit drehbarem Mühlenhaus, auch Stangenmühle genannt. Das sind die Mühlen, die auch in Störlinge zu sehen sind. Dieser Mühlentyp ist die typische Öland-Mühle, von der es auf der Insel noch einige hundert Exemplare gibt.
Da auf Öland die Landwirtschaft der wichtigste Erwerbszweig war (und neben dem Tourismus immer noch ist), waren viele der Einwohner der Insel Bauern. Dazu kommt, dass die flache Landschaft der Insel und Nähe zur offenen Ostsee den Betrieb von Windmühlen sehr begünstigt. Die Anzahl der Mühlen auf Öland stieg bis auf 2000 an. Jeder Hof deckte mit einer Mühle den Eigenbedarf. Da aber im Laufe des 20. Jahrhunderts Windmühlen immer mehr an Bedeutung verloren, verfielen eine Menge von ihnen und wurden abgerissen. Heutzutage sind nur etwa 400 noch erhalten und zieren das Landschaftsbild der Ostseeinsel.
Nachdem wir die Störlinger Mühlen von außen und innen besichtigt haben, machten wir uns auf den Weg zur Kirche von Gärdslösa.
Die Kirche und der Friedhof von Gärdslösa liegen westlich der Straße zwischen Bredsätra und Långlöt, nördlich der Dörfer Norra und Södra Gärdslösa. Die Kirche steht auf dem Gelände der Burg, und nördlich davon befindet sich der Störlinge Södra Kvarnbacke, ein Gräberfeld mit erhöhten Steinen und Steinsetzungen.
Wie die gefundenen Runensteine belegen, muss an dieser Stelle bereits im 11. Jahrhundert eine Holzkirche gestanden haben. Irgendwann in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Holzkirche jedoch durch eine Steinkirche ersetzt. In der Kirche finden sich auch diverse alte Wandmalereien. Diese konnten wir jedoch nicht besichtigen, da die Kirche geschlossen war.
Weiter ging's mit unserem weißen Schimmel (unser Roller) zum Öland-Museum Himmelsberga.
Himmelsberga ist ein zweireihiges Dorf, was bedeutet, dass auf beiden Seiten der kleinen Dorfstraße Scheunen stehen und das Wohnhaus weiter in den umliegenden Bauernhöfen liegt. Auf den Bauernhöfen gibt es Häuser und Umgebungen aus dem 1700. und 1800. Jahrhundert mit Möbeln und Geräten, die zum Leben auf dem Land auf Öland gehörten.
Die historischen Bauernhöfe zeigen komplett eingerichtete Innenräume und geben einen Einblick in ein ölandisches Reihendorf von einst.
Zu sehen ist z. B. ein torfgedecktes, anderthalbstöckiges Doppelhaus in Fachwerkbauweise aus dem späten 18. Jahrhundert, überwiegend aus Eichenholz. Das Doppelhaus war bis Mitte des 19. Jahrhunderts der vorherrschende Wohntyp auf Öland. Es besteht aus einem Vorraum und einer Kammer in der Mitte und einem Wohnzimmer mit integrierter Küche im Südgiebel. Das Dachgeschoss weist nur einfache Balkenräume auf, die als Abstellräume genutzt wurden.
Eigentlich wollten wir uns danach noch die Schlossruine Borgholm ansehen, aber das klappte nicht mehr, da es in Himmelsberga so viel zu sehen gab, dass wir uns zu lange dort aufgehalten haben.
Abends hatten wir noch einen schönen Sonnenuntergang, obwohl es danach auch noch nicht dunkel war.Im Juni ist es in Südschweden nachts hell, da die Tage sehr lang sind. Die Sommersonnenwende, auch Mittsommer genannt, fällt auf den 20. bis 26. Juni, und um diese Zeit ist es kaum dunkel. In Borgholm, auf Öland, wird es gegen Mitternacht etwas dunkler, aber es ist nicht richtig dunkel.