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Von Bangkok nach Bali mit Umwegen Tag 2

Veröffentlicht: 12.12.2024

Kultur, Pracht und ein Hauch von Königlichkeit


Der zweite Tag meiner Reise begann mit einer klassischen „0815-Tour“ – eine perfekte Wahl, um Bangkoks kulturelle Highlights zu entdecken. Auf dem Programm standen der Königspalast, Wat Arun und ein Besuch des King Power Mahanakhon, um den Sonnenuntergang zu genießen.


Der Königspalast: Eine Welt voller Staunen


Wow. Ich glaube, dieses eine Wort beschreibt meinen ersten Eindruck des Königspalastes am besten. Egal, wohin ich blickte, ich war überwältigt – von der schieren Größe der Gebäude, den unglaublich detaillierten Verzierungen und der tiefen religiösen Symbolik, die überall zu spüren war.


Ich schlenderte durch das Areal, fotografierte fleißig und versuchte, den großen Reisegruppen möglichst auszuweichen. Ein absolutes Highlight war der berühmte Smaragd-Buddha, der in einem prächtigen Gebäude untergebracht ist. Obwohl Fotografieren hier verboten war, hinterließ allein die schiere Menge an Gold und Edelsteinen, die in der Dekoration verwendet wurden, einen bleibenden Eindruck. Wandgemälde, die bis zur Decke reichten, verstärkten die ehrfürchtige Atmosphäre.


Der Garten des Königs


Nach meinem Rundgang durch das Tempelareal führte mich der Weg in den weitläufigen Garten des Palastes. Plötzlich wurde es still, und ich merkte, wie die Menschen um mich herum zur Seite traten und ihre Handys zückten.


Von weitem hörte man bereits das gleichmäßige Klappern von Schuhsohlen. Die Königsgardisten marschierten vorbei – ein beeindruckender Anblick! Ihre makellos gepflegten Uniformen und der perfekte Gleichschritt sorgten für einen Moment voller Würde und Faszination.


Ein Abstecher ins königliche Kleidermuseum


Bevor ich den Königspalast verließ, entschied ich mich, noch das Kleidermuseum der Königin zu besuchen. Nach dem Motto „Wenn man schon mal da ist“ betrat ich die Ausstellung – und wurde nicht enttäuscht.


Die gezeigten Kleider und Stoffe waren wahre Meisterwerke. Jedes Stück schien eine eigene Geschichte zu erzählen, von aufwendiger Handarbeit bis hin zu königlicher Eleganz. Leider durfte ich keine Fotos machen, doch allein der Anblick bleibt mir unvergessen.


Der Besuch des Königspalastes war ein Erlebnis, das ich jedem empfehlen würde. Es ist nicht nur ein architektonisches und künstlerisches Highlight, sondern auch ein Ort, der tief in der Geschichte und Kultur Thailands verwurzelt ist.


Nächster Stopp: Wat Arun – und ein weiterer faszinierender Einblick in die Schönheit Bangkoks.


Von Wat Arun bis in die Wolken


Nach meinem Besuch im Königspalast sollte der nächste Stopp Wat Arun sein. Um dorthin zu gelangen, entschied ich mich für ein Tuk-Tuk – und das Abenteuer begann, noch bevor ich den Tempel überhaupt erreichte.


Mit dem Tuk-Tuk zum Wat Arun


Ich sprach einen Mann an, der am Tuk-Tuk-Stand stand und den ich für einen Guide hielt. Welche Funktion er tatsächlich hatte, war mir nicht ganz klar, aber er sah aus, als ob er etwas zu sagen hätte.


„Klar, gib mir einen Augenblick“, meinte er und winkte einen jungen Fahrer zu sich. „Das ist mein Sohn“, erklärte er. „Hast du es eilig?“
„Nein“, antwortete ich etwas verdutzt.
„Gut, dann steig ein. Wir holen zuerst meinen zweiten Sohn ab, dann fahrt ihr zum Wat Arun.“


Und so begann meine Fahrt – zunächst in die komplett entgegengesetzte Richtung, um den Bruder des Fahrers aufzusammeln. Danach ging es mit Vollgas Richtung Wat Arun. Die Fahrt war wie eine Side-Seeing-Tour auf Speed: 40 Minuten lang durch die Straßen Bangkoks, vorbei an kleinen Gassen und großen Boulevards, während der junge Fahrer, der höchstens 15 zu sein schien, das Tuk-Tuk mit beeindruckender Sicherheit steuerte.


Ich muss zugeben, als Adrenalin-Fan hat mir die Fahrt Spaß gemacht, auch wenn ich gleichzeitig das Gefühl hatte, die Kontrolle völlig aus der Hand gegeben zu haben. Aber: Dieser Junge konnte definitiv fahren.


Wat Arun: Architektonische Faszination


Am Wat Arun angekommen, beeindruckte mich sofort die Höhe und Eleganz des Tempels. Er war zwar bei weitem nicht so prunkvoll wie der Königspalast, doch seine steilen, detailreich verzierten Wände ließen mich staunen.


> Wie haben sie das bloß gebaut


Ich schlenderte um den Tempel, bewunderte die Architektur und machte zahlreiche Fotos. Nach mehreren Stunden in der prallen Sonne entschied ich mich, in den umliegenden Gärten eine Pause einzulegen.


Die unerwartete Ankündigung

Während ich im Schatten saß und versuchte, der Hitze zu entkommen, bemerkte ich eine gewisse Unruhe im abgesperrten Bereich des Gartens. Arbeiter putzten, wässerten den Rasen und richteten Stühle immer wieder gerade.


Neugierig wie ich bin, fragte ich einen der Mönche, der inzwischen zum dritten Mal den Rasen bewässerte, was vor sich ging. Seine Antwort war knapp, aber aufschlussreich:
„Der König kommt heute Abend.“


Dieser Moment machte die Magie des Ortes für mich perfekt – der Gedanke, dass sich bald die höchsten Würdenträger Thailands hier versammeln würden, gab dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre.


Mit dem Boot nach Downtown Bangkok


Mein Zeitplan drängte, und so machte ich mich schließlich auf den Weg nach Downtown Bangkok. Die Fahrt führte mich vom Wat Arun mit dem Boot vorbei an großen Gebäuden und Parks mitten ins Herz der Stadt.


Schon während der Bootsfahrt fühlte ich mich überwältigt. Bangkok war für mich – als jemand vom Land – ein Kulturschock. Städte wie Mailand, Prag oder Berlin waren bisher das Größte, was ich erlebt hatte. Doch im Vergleich zu Bangkoks fast 15 Millionen Einwohnern wirkten diese Städte plötzlich klein und überschaubar.


King Power Mahanakhon: Über den Dächern von Bangkok


Mein Ziel war das höchste Gebäude der Stadt: der King Power Mahanakhon. Von der Skytrain-Station aus war es nicht zu übersehen – zumindest, solange man davor stand. Denn schon eine Straße weiter verschwindet es zwischen den anderen gigantischen Gebäuden der Stadt.


Nach einer Sicherheitskontrolle und dem Vorzeigen meines Tickets ging es in den Aufzug. Die Fahrt in den 74. Stock dauerte keine Minute – und der Ausblick, der mich dort erwartete, war einfach atemberaubend.


Erst hier, hoch über den Dächern Bangkoks, wurde mir die wahre Größe der Stadt bewusst. Hochhäuser reihen sich aneinander, und die Skyline erstreckt sich so weit, wie das Auge reicht.


Mutprobe auf dem Skywalk

Ich hatte mir den Besuch bewusst für den Sonnenuntergang ausgesucht. Doch bevor ich die goldene Stunde genießen konnte, musste ich mich einer persönlichen Herausforderung stellen: dem Skywalk.



Der Skywalk ist nichts anderes als eine riesige Glasplattform – nur eine Glasplatte trennt einen von der 300 Meter tiefen Leere. Für mich, der Höhen mit durchsichtigen Böden nicht gerade liebt, war das ein echter Test.


Nach kurzem Zögern wagte ich den ersten Schritt. Herzstillstand. Vorsichtig ging ich ein paar Schritte weiter, wagte es aber nicht, direkt nach unten zu schauen. Mein Puls raste, und ich fühlte mich unsicher, aber dennoch stolz, diese Herausforderung gemeistert zu haben.


Der Sonnenuntergang über Bangkok


Nach der Mutprobe gönnte ich mir über den Dächern Bangkoks einen Gin, genoss die entspannte Musik und beobachtete, wie sich der Himmel langsam in goldene und rote Farbtöne tauchte. Es war der perfekte Abschluss eines intensiven Tages.


Der Patpong Night Market: Skurrile Eindrücke


Nach dem beeindruckenden Sonnenuntergang im King Power Mahanakhon ging es wieder hinunter in den Großstadtdschungel – zum berüchtigten Patpong Night Market. Diese Gegend ist so speziell wie skurril: ein Nachtmarkt, umgeben von unzähligen Etablissements, die alles rund um die „Liebe“ anbieten – außer der Liebe selbst.


Die Atmosphäre war surreal. Zwischen leuchtenden Marktständen, die Souvenirs, Kleidung und allerlei Kuriositäten anboten, reihten sich Bars, Clubs und andere, weniger diskrete Einrichtungen. Amsterdam? Harmlos dagegen.


Während ich durch die Gassen schlenderte, konnte ich mich der drängenden Fragen nicht entziehen:


> Wie endet man hier? Wie fühlt es sich an, in einem solchen Umfeld zu leben oder zu arbeiten?


Doch so neugierig ich war, stand für mich fest: Jede Form der Ausbeutung von Menschen widerspricht meinen Prinzipien. Die Schattenseiten dieser Industrie waren für mich allgegenwärtig, auch wenn viele Touristen dies zu ignorieren schienen.


Ein zwiespältiger Abschluss


Der Patpong Night Market hinterließ bei mir gemischte Gefühle. Einerseits konnte ich die lebhafte und fast hypnotisierende Atmosphäre eines typischen Nachtmarkts erleben, mit all seinen Farben und Geräuschen. Andererseits war ich auch mit der Realität einer Industrie konfrontiert, die für viele Menschen kaum eine Wahl lässt und oft mit schwierigen Lebensumständen verbunden ist.


Dieser Ort zeigte mir eine andere, weniger glamouröse Seite von Bangkok – eine, die mich persönlich zum Nachdenken angeregt hat und die mich noch lange begleiten wird.


Dies war mein letzter Abend alleine, bevor am nächsten Tag die Tour nach Singapur begann – mit 20 neuen Reisegefährten, die ich in den kommenden Tagen kennenlernen würde.


Um einen möglichst guten ersten Eindruck zu hinterlassen, beschloss ich, den Abend entspannt an der Bar meines Hotels ausklingen zu lassen. Ein kühler Drink in der Hand, umgeben von der ruhigen Atmosphäre der Hotelbar, ließ ich die Eindrücke der letzten Tage noch einmal Revue passieren: 
die majestätischen Tempel, das Chaos der Stadt, die überwältigende Skyline und die faszinierenden, aber auch nachdenklich stimmenden Erlebnisse.


Ein unerwarteter Moment: Von Ruhe zu Straßenkunst


Ein leiser Moment der Ruhe vor dem nächsten großen Abenteuer – so dachte ich zumindest. Doch Bangkok zeigte sich wieder von seiner wilden, spontanen Seite:
Plötzlich, wie aus dem Nichts, versammelte sich eine Gruppe Breakdancer auf der Straße vor mir. Hip-Hop-Musik schallte laut aus einer mitgebrachten Box, und die Jungs legten eine beeindruckende Show hin. Mit fließenden Bewegungen, waghalsigen Spins und purer Energie zogen sie die Aufmerksamkeit der Umstehenden auf sich.
Doch ebenso schnell, wie sie gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden. Ein kurzer Moment, der zeigte, wie lebendig und überraschend diese Stadt ist. Bangkok bleibt unvorhersehbar – und genau das macht es so einzigartig.



Fazit des Tages: Ein Kaleidoskop der Eindrücke


Dieser Tag hat mir eindrucksvoll gezeigt, warum Bangkok eine der faszinierendsten Städte der Welt ist. Von den kulturellen Höhepunkten wie Wat Arun und dem Königspalast über die atemberaubende Skyline und den Adrenalinkick auf dem Skywalk bis hin zu den lebhaften und skurrilen Momenten auf dem Patpong Night Market – Bangkok ist eine Stadt voller Gegensätze, die ständig überrascht.


Die spontane Breakdance-Performance am Abend fasste den Charakter der Stadt perfekt zusammen: Sie ist chaotisch und wild, gleichzeitig aber voller Leben und Energie.


Es war ein Tag, der mir nicht nur die kulturelle Tiefe und die architektonische Schönheit Bangkoks näherbrachte, sondern auch dessen rauere, nachdenklich stimmende Seiten. Jeder Moment, von der prallen Sonne bis zur nächtlichen Straßenkunst, hat sich tief eingeprägt.


Bangkok fordert und belohnt gleichermaßen – eine Erfahrung, die ich noch lange in Erinnerung behalten werde.





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