Abenteuer âAlt werdenâ!đ
Wer kann sich nicht Hineinversetzen in das GefĂŒhl, dass einen Menschen kurz vor dem letzten Drittel des Abenteuers âMenschseinâ ĂŒberkommt? Auch ich fĂŒhle mich hin- und...

Veröffentlicht: 16.07.2022
Gedanken ums Altwerden.
Hallo Ihr Lieben,
ich bin schon lĂ€nger in so einer Euphorie, wo ich DenkeâŠ.das Alter hat durchaus auch Vorteile. NatĂŒrlich komme ich ins knackige Alter - mal knackst hier, mal knackst da. Ich kann durchaus noch so ziemlich Alles, brauche allerdings etwas lĂ€nger dafĂŒrđđ
Der erste Vorteil, der mir schon frĂŒh auffiel: Wenn ich etwas vergessen habe (Geburtstage, Einkaufsliste, Namen der Geliebten vertauschtđâŠwozu war âErâ nochmal dađ?), dann konnte ich das glaubhaft aufs Alter schieben.
Ich geh ja immerhin auf die 70 zu, wenn auch mit mehr oder weniger groĂem AbstandâŠ
Na ja. Da ist auch noch die Erfahrung, ein unbestreitbares Kapital gegenĂŒber jĂŒngeren Menschen.
Da war doch noch wasâŠJa, vielleicht die Einsicht oder Aussicht bei den ganzen Diskussionen um zukĂŒnftige Finanzierungen der Altersrente, daĂ Diese fĂŒr mich voraussichtlich noch sicherer ist als fĂŒr die folgenden Generationen. Auch aus diesem Grund könnte man mir 20 oder 30 Jahre schenken - ich wollte nicht mit JĂŒngeren tauschen wollen.
Aber auch damit ist es so, wie mit anderen Dingen. âJeder ist seines GlĂŒckes Schmiedâ! Wenn ich im Alter nicht in Armut und Unzufrieden leben möchte, muĂ ich frĂŒh die Weichen stellen. Die heutige Jugend weiĂ ziemlich genau, was auf sie zukommt. Da gibts spĂ€ter kein Grund sich zu BeschwerenâŠEs wird darauf hinaus laufen, daĂ der Wohlstandsstaat - so wie wir ihn kennen - in dieser Form wie heute gar nicht mehr zahlungsfĂ€hig sein wird. Mit den Einnahmen aus einer 40-Stunden Woche wird ein âOtto-normal-Verdienerâ keine RĂŒcklagen fĂŒr den Ruhestand ansparen können. Wir werden mehr arbeiten mĂŒssen. Wir werden lĂ€nger arbeiten mĂŒssen. Den Zweitjob gab es schon immer, er war bei uns nur nicht immer erforderlich.
Meiner Generation hat damals Minister BlĂŒmchen noch versprochen, daĂ die Renten sicher seienđ . So richtig geglaubt hat ihm das damals wohl keiner. Wer damals an die Zukunft gedacht hat, hat sich noch ein HĂ€uschen zusammen gespart und das war auch gut so! Heute sieht das anders aus. Unsere Jugend muĂ umdenken. Bauen wird Dank gestiegener Zinsen und als Nebenwirkung des Krieges in der Ukraine fast unbezahlbar. Durch die horrend gestiegenen Energiekosten erwarten Mieter vierstellige UmlagennachzahlungenâŠWer zahlt, wenn immer mehr Menschen nicht zahlen können, in die Armut rutschen?
Alleine nur Wohneigentum reicht im Alter zudem auch kaum noch aus, denn das Rentenniveau wird massiv sinken und von welchem Geld soll die Stromrechnung & Co dann bezahlt werden? Wie unzufrieden sind jetzige und werden kĂŒnftige RuhestĂ€ndler, wenn sie sich weder Auto noch Urlaub noch Kommerz leisten können?
Wie lange wird es dauern und was wird passieren, wenn das System kollabiert?
Wie sollen zukĂŒnftige Generationen eine Schuldenlast stemmen, die jetzt in Billionen Höhe verursacht wurden?
Im Moment hab ich mit kleineren Problemen zu kĂ€mpfen. Ab August in Rente und eigentlich wollte ich âLosfahrenâ. MuĂ nun verschoben werden - meine beiden in Frage kommenden Nachfolger haben abgewunken. Nun, mit viel Geld und einer selbststĂ€ndigen Position alleine ist Heute wohl niemand mehr zu ködern. Da zĂ€hlt fĂŒr die nachkommende Generation auch, ob man auch ja nicht etwas frĂŒher Aufstehen oder etwas weiter Fahren muĂđđ« - kaum zu glauben: âBurnout mit Mitte 20 lĂ€Ăt grĂŒĂenââŠ.Dummheit, NaivitĂ€t oder geht es uns einfach noch zu gut?
Ich merke, Alter verhindert nicht, sich Gedanken zu machen. Ich befĂŒrchte, ich mache mir mehr Gedanken, als es manch jĂŒngere Menschen tunđłâŠ
Ăber Corona, Krieg und Energiepreise mache ich mir ein anderes Mal Gedankenđ