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Brisbane

Veröffentlicht: 22.09.2024

06.09.2024:

Ankunft ins Brisbane:
Mein Flugzeug ist morgens um 5 Uhr gelandet und ich war somit um 7 Uhr im Hostel. Leider war ich aber sehr erkältet, weswegen alles anstrengender war und ich einfach nur schlafen wollte. Der Check-In war aber erst ab 14 Uhr möglich, sodass ich ein paar Stunden in einem Cafe und einem Park gelungert habe. Als ich endlich rein konnte, habe ich meinen Mitbewohner für die nächsten 3 Nächte begrüßt und wir haben uns gut verstanden. Er heißt Luke, kommt aus England und war mal beim Militär. Da ich aber super fertig war habe ich mich danach hingelegt und bis zum nächsten Morgen geschlafen.

07.09.2024:
Diesen Tag habe ich eigentlich komplett im Bett verbracht, um mich auszuruhen und wieder fit zu werden, denn ich den nächsten Tagen fange ich mal richtig mit der Jobsuche an. Ich habe einer Managerin von einer Autowaschanlage geschrieben und sie hat mich zum Probearbeiten eingeladen.

08.09.2024:

Ich bin um 7 Uhr aufgestanden, war kurz duschen und habe mir dann ein Uber zum Probearbeiten als Autowäscher genommen. Ich habe mir den Job so vorgestellt, dass ich einfach einen Wasserschlauch in der Hand halte und dann ein paar Autos abspritze oder ggfs. mit einem Schwamm die Scheibe sauber mache. Wie sich raus stellte war es deutlich mehr was ich zu tun hatte. Ich habe in einem Team mit 28 Chinesen und 2 Japanern gearbeitet. 5 Leute sind immer an einem Auto beschäftigt. Man muss alles mit Hand machen, von außen und von innen, von oben und tatsächlich auch von unten (macht für mich gar keinen Sinn, denn das untere sieht man eh nicht und es wird ja auch nach einer Fahrt wieder dreckig sein).
Man wäscht, saugt, putzt, klettert unter die Autos, etc. und das ist mit sehr viel Zeitdruck verbunden, denn die Autos sollen nach 5 min Bearbeitungszeit fertig sein.
Die Managerin war sehr unfreundlich, mir wurde keine einzige Frage gestellt, außer wie ich heiße und was ich für ein Visum habe. Sie war Asiatin und hatte einen sehr strengen Blick drauf. Es wurde nicht gefragt, ob es mir Spaß gemacht hat, ob ich Fragen habe oder sonst was. Ganz im Gegenteil, als ich Sie gefragt habe ob ich ein paar Fragen stellen kann, hat sie einfach nein gesagt und ist weg gegangen.
2 Stunden haben sich angefühlt wie 10 Stunden.
Dadurch dass ich immer noch ein bisschen erkältet war, war ich froh als ich wieder im Hostel war und mich hinlegen konnte.

09.09.2024:

Ich habe mir gedacht, dass ich mein RSA (Alkoholausschanklizenz) anfange, damit ich mir ggfs. einen Job in der Gastro suchen kann und nicht als Autowäscher arbeiten muss. Der Job als Autowäscher wurde mir zwar angeboten, aber ich habe abgesagt, weil es wirklich kein bisschen Spaß gemacht hat.

10.09.2024:
Heute habe ich mit einem Typ namens John geschrieben. Er hat ein 2-Mann Baumfäller Unternehmen und sucht jemanden, der die Baumstämme von A nach B trägt und dann in den Zerhexler schmeißt. Nach kurzem schreiben hat er gefragt, ob ich morgen Zeit habe und ich habe zu gesagt.

11.09.2024:

Aufgestanden um 6Uhr morgens habe ich mich schnell fertig gemacht und bin mit dem Zug 1 Stunde nach Birkdale gefahren, wo ich um 8 Uhr von Josh (dem Mitarbeiter von John) abgeholt wurde. Wir fuhren zu Johns Haus und er erklärte mir was meine Aufgaben für diesen Tag seien.
John ist 61 Jahre, war mal Polizist, war mal Pilot, war mal Apotheker und ist jetzt Baumfäller.
Josh ist 33 Jahre alt und arbeitet seit ein paar Jahren mit und für John.
Zu dritt sind wir zu dem Job gefahren. Wir mussten 6 Bäume komplett fällen und 2 nur etwas trimmen. Mein Job war es, die Baumstämme zum Zerhexler zu bringen, was sich einfach anhört, aber echt Knochenarbeit ist. Nach 10 Minuten war ich am ganzen Körper nass geschwitzt, weil die einzelnen Holzstücke teilweise 30KG wogen. Dennoch habe ich immer weiter gemacht, und gezeigt, dass ich den Job will. Es ist ein interessanter Job, denn somit brauche ich kein Fitnessstudio, was ich bezahlen müsste und die beiden Typen sind soweit ganz nett. Um 15 Uhr machten wir Feierabend und John hat uns auf was zu essen eingeladen, als Dank das wir so fleißig waren. Er meinte, er will, dass ich ihm in nächster Zeit häufiger helfe, was bedeutet ich habe für die nächsten paar Wochen einen Job :D.

12.09.2024:

Um 8:00 bin ich wieder in Birkdale angekommen und wurde diesmal von John selber abgeholt. Wir fuhren mit seinem Truck zu einem Kunden, der wollte, dass wir seinen Garten wieder schön aussehen lassen. Viele Pflanzenblätter von Palmen oder in Gebüschen war ausgetrocknet, es war Unkraut dort, die Büsche mussten getrimmt werden und ein Baum gefällt werden. Für mich war dieser Tag körperlich nicht so anstrengend wie am Vortag, allerdings musste ich mich sehr stark überwinden. Es sind heute mindestens 40 Spinnen über mein Gesicht und meinen Körper gekrabbelt. Die Gebüsche und Bäume hier sind voller Spinnen und Insekten. Man trägt hier keinerlei Schutzkleidung außer einen Helm und eine normale Sonnenbrille. Somit keine Handschuhe und keine speziellen Schuhe. Es ist verrückt, denn die erste Stunde bin ich sehr vorsichtig in die Büsche gegangen, damit ich bloß keine Spinne berühre, denn man weiß ja auch nicht, ob die giftig sind oder nicht. Aber nach gewisser Zeit wird es einem fast egal was man da berührt. Also danach habe ich nur noch probiert den Job so gut zu machen wie möglich.
Als wir beim nächsten Kunden angekommen sind und John einen Ast von einem großen Baum entfernte, war plötzlich eine fette Schlange neben mir. Sie wirkte sehr verwirrt, was kein Wunder war, denn sie lag auf dem Ast, der gerade aus 15 Metern höhe, runter geknallt ist.
Zum Glück ist diese Schlange nicht auf mich gefallen, denn sie war mindestens 1 Meter lang und bestimmt auch schwer.
Nachdem wir dort fertig waren, wurde ich zu einer Zugstation gefahren und bin dann mit dem Zug zurück ins Hostel gefahren.

13.09.2024 – 22.09.2024:


Ich kam in dieser Zeit nicht dazu den Blog täglich zu schreiben, weil ich eigentlich jeden Tag arbeiten war und nach der Arbeit vor Erschöpfung einfach nur noch ins Bett wollte. Am Samstag den 14.09.24 habe ich Emelie getroffen. Emelie ist 26 Jahre alt und sie ist eine Freundin von Esra. Somit kennen wir beide uns schon aus Köln und als sie damals gesagt hat, sie macht an der Gold Coast ein Auslandssemester, haben wir besprochen, dass wir uns dann hier in Brisbane treffen. Sie war mit einer Freundin und ein paar Freunden von Ihr unterwegs und wir sind zusammen in eine Skybar gegangen und danach noch in eine andere Bar. Um 21 Uhr ist die ganze Truppe jedoch Richtung Bahnhof gegangen, weil man mit dem Zug ca 2 Stunden zur Gold Coast fährt. Ich hatte aber noch Lust was zu machen und habe Luke (meinem vorherigen Mitbewohner) geschrieben. Er war mit einem anderen Engländer und einem Chinesen (Cameron & Hodaka) unterwegs. Wir haben ein paar Bierchen in einer Bar getrunken und sind danach Techno feiern gegangen. Der Club hieß „MET“ und war eigentlich ganz cool. Die anderen sind um 2 Uhr gegangen, aber ich bin dann noch alleine dortgeblieben bis kurz nach 4.
Am nächsten Morgen musste ich um 10 Uhr aus meinem Hostel auschecken. Ich war im YHA Hostel, was wirklich das beste Hostel ist, wo ich jemals war. Die Küche ist super groß und man hat mega viel Platz für seine Einkäufe etc. Ich war in einem 4er Zimmer was auch sehr ordentlich war. Als ich jedoch dann beim neuen Hostel eingecheckt habe, bin ich in mein Zimmer (10 Personen Zimmer) gekommen und dort war alles vollgestellt. Man konnte den Boden nicht mehr sehen und somit musste man zwangsweise über die Koffer und Klamotten der Mitbewohner rüber gehen. Das Hostel hatte eine Küche die maximal 15 m² groß war und es gab keinen Platz im Kühlschrank. 4 Pfannen für 140 Leute die da in dem Hostel wohnen. Durch das Pfannen- & Herdproblem hat man Reihen gebildet. Man stellt sich also ca 1 einhalb Stunden an, um eine Pfanne zu bekommen und dann muss man sich mega abhetzen um zu kochen und alle Leute aus der Schlange schauen einem zu. Das habe ich einmal gemacht und danach gesagt, dass es mein letztes Mal kochen in diesem Hostel war. Somit habe ich mir die nächsten Tage nach dem Arbeiten immer irgendwelche Fertigsnacks vom Supermarkt geholt und die Küche nicht mehr betreten. Es gibt zwar einen Aufenthaltsraum dort, aber auch der ist einfach viel zu klein. Das war bisher echt das schlechteste Hostel wo ich drinnen war.
Mein Job hat sich etwas erweitert, denn jetzt räume ich nicht nur die runtergefallenen Äste weg, sondern fälle und trimme die Bäume selber. Bisher nur die kleinen 10 Meter Bäume. Es ist sehr aufregend, denn davor hatte ich selber noch nie eine Kettensäge benutzt und bin das letzte Mal als kleines Kind einen Baum hochgeklettert. Nun klettere ich die 10 Meter Bäume hoch, wenn da oben was getrimmt werden muss. Man muss sich stark konzentrieren, denn man ist in keiner Hinsicht abgesichert. Meine Angst vor Spinnen, Käfern, etc. musste ich auch überwinden, denn wenn man da oben steht, dann darf man einfach keine Panik bekommen, wenn plötzlich diese Tiere auf einem rumkrabbeln.
Ich habe in den Baumkronen jedoch so schöne Momente gehabt, zum Beispiel war ich 1 Meter von einer Eule entfernt, die auf einem Ast gesessen hat. Das war meine erste freie Eule die ich aus so einer Nähe gesehen habe. Vor ein paar Tagen habe ich den ganzen Tag jedoch wieder nur das Holz weggeschleppt und es ist faszinierend, wie gut mir das tut. Ich sehe an meinen Armen schon eine leichte Veränderung und freue mich wirklich darauf morgens zur Arbeit zu fahren und zu wissen, dass ich mich richtig anstrengen muss. Am Freitag habe ich alleine 6 Tonnen Holz angehoben und in den Crusher geschmissen. 6 Tonnen in 7 Stunden.
Da John (mein Chef) sehr zufrieden mit mir ist, hat er jetzt mein Gehalt pro Stunde von 25 auf 30 AUD erhöht (was eigentlich immer noch zu wenig ist, denn ich arbeite wie eine Maschine, aber ich bin dennoch sehr zufrieden mit der ganzen Situation). Am Samstag war ich was trinken an der South Bank und bin danach wieder zurück ins Hostel gegangen. Im Hostel habe ich noch mit einem anderen Typ was getrunken und bin dann aber auch schlafen gegangen denn das war meine letzte Nacht in dem Scheiß Hostel und somit musste ich um 10 Uhr heute (22.09.24) auschecken. Ich bin seit heute wieder für die nächsten 8 Tage in dem YHA was mir direkt so ein tolles Gefühl gibt denn hier fühle ich mich deutlich wohler als in dem davor. Das Erste, was ich gemacht habe, war einkaufen gehen und mir dann Nudeln mit Spinat, Brokkoli, Spargel, Cherrytomaten und Pesto zu kochen. Es hat super geschmeckt und das Gefühl selber zu kochen, ohne jeglichen Druck von anderen, war auch sehr angenehm. Danach habe ich meine Wäsche gewaschen und habe mich jetzt hier hingesetzt und den Blog mal weitergeschrieben. 

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