
Veröffentlicht: 16.09.2016
So es ist alles gepackt:
1 Pullover, 2 T-Shirt´s, 1 Short, 3 Paar Socken, 1 Leggins, Regenhose und Regen-Poncho, 3 x Unterwäsche, Bikini und meine Wanderschuhe. Weiterhin noch eine Treckinghose, 1 Vliesjacke, noch ein Shirt und Flip-Flops, welches ich auf dem Flug tragen werde.
Dazu kommen noch meine Treckingsstöcke, 1 Trinkflasche, Blasenpflaster, Ohrstöpsel, Wäscheleine, IPad mit Ladekabel, Wachs für die Schuhe, Brustbeutel, 1 Microfaser-Badehandtuch, Schlafsack, Autan, Shampoo, Creme, Zahnzeug, Deo, meine Tabletten, Karte und Reiseführer, Stirnlampe, Reisetagebuch.
Ausserdem 2 Steine (einen für mich und einen für meine Mama). Denn es ist Brauch einen Stein von zu Hause mitzunehmen und auf dem 1500 Meter hohen Pass von Rabanal am Cruz de Ferro diesen Stein abzulegen um seine Sorgen, Ängste, Trauer dort zurückzulassen. Der Rucksack wiegt übrigens insgesamt 7 Kilo.
Und am Montag kann ich dann sagen... der MOP ist unterwegs :-)) MOP steht für:
M (that´s me)
O für meinen Rucksack Otto
P für meinen Schlafbären Paul
Ich weiß, ganz schön bescheuert als erwachsene Frau einen Bären mitzunehmen, aber dann fühle ich mich nicht so allein. Und meinem Rucksack den Namen Otto zu geben war ja klar, weil ein anderer Name kam dafür gar nicht in Frage. Wegen Otto hatte ich im letzten Jahr ganz spontan den Flug nach Pamplona gebucht; das war an seinem 6. Todestag und ich habe den Zeitpunkt so gewählt, damit ich an seinem 7. Todestag in Santiago ankomme, um für ihn um 15.42 in der Kathedrale von Santiago eine Kerze zu entzünden, damit ich endlich loslassen kann. Otto war ein schwarzer Kater, den ich über alles geliebt habe. Als er gestorben ist, ist für mich eine Welt zusammen gebrochen. An die ersten beiden Jahre nach seinem Tod kann ich mich kaum noch erinnern, ich weiß nur das es keinen Tag gab an dem ich nicht geheult habe.
Heute ist mir bewusst, dass dies der Auslöser für meine erste fette Depression war; leider kämpfe ich noch immer gegen diese Krankheit und dies ist ebenfalls ein Grund, warum ich mich auf den Weg mache.
Allerdings wußte ich zum Zeitpunkt der Buchung noch nicht, was mich in den kommenden Monaten noch so alles erwartet.... weitere 4 Katzen von mir sind in den letzten 12 Monaten verstorben: Opi, Lotte, Eddie und Samara und dann vor 2 Monaten noch meine Mama
Auch möchte ich mir unterwegs Gedanken darüber machen, ob ich meine Ehrenamtliche Tätigkeit weiter ausüben will. Die letzten drei Jahre habe ich mir in jeder freien Minute den Hintern für diesen Verein aufgerissen mit dem Ergebnis, daß diese Leute kein Verständnis dafür hatten, das ich nach dem Tod meiner Mutter unbedingt eine Auszeit haben wollte.
Mit Tieren komme ich wesentlich besser klar als mit Menschen und wenn ich daran denke, dass ich meine Fellnasen in den kommenden 5 Wochen nicht sehen werde, habe ich einen dicken Klumpen im Hals. Aber sie sind in guten Händen; mein Mann versorgt unsere 12 Katzen und meine Tiersitterin Christiane kümmert sich um die beiden Hunde.
So, das war´s für erste. Ich hoffe ich überlebe die nächsten 3 Tage, denn ich hab eine scheiss Angst, wovor genau weiß ich allerdings nicht?!? Angst davor allein 730 Kilometer durch die spanische Pampa zu laufen... Angst es nicht zu schaffen, zu versagen?
Der Weg ist das Ziel, also Augen zu und durch