Tag 21: Vorbereitung auf Holi
Hampi ist wunderschön! Felsbrocken in sämtlichen Größen liegen verteilt in der ganzen Stadt. Die Blöcke erscheinen fein säuberlich geschliffen und zeigen nur wenige Ecken und...

Veröffentlicht: 17.03.2017
Früh am Morgen weckten mich die ersten Kinder mit wildem Geschrei. Ein kurzer Blick aus dem Fenster reichte um zu sehen, dass Holi im vollen Gange war. Die ersten Kinder rannten durch die engen Gassen der kleinen Stadt und befeuerten sich mit leuchtenden Farben, die sich auf dem Körper zu wilden, bunten Kreationen vermischten.
Auf der Straße angekommen dauerte es nicht lange bis auch ich in Farbnebel getunkt war. Jede noch so winzige, freie Stelle Haut wurde sofort ins Visier genommen und befeuert. Die einheimischen Kinder umringten mich und wollten unbedingt auf meine Schulten um mich als Geschützturm zu missbrauchen. Von oben feuerten sie auf alles was sich bewegte. Dass ich dabei am meisten abbekam, störte sie nur wenig. Im Eifer des Gefechts suchte ich mir einen zweiten Schützen, der mich in der Schlacht unterstützen sollte. Das bunte Treiben wurde von äußerst engagierten Trommlern begleitet, die wie im Rausch auf ihre Trommeln einprügelten, um auch die abgelegenen Haushalte an Holi zu erinneren. Dank zahlreicher Tipps badete ich gleich zu Beginn meinen Körper und meine Haare in Kokosöl. Entgegen der Annahme handelte es sich nicht um Lebensmittelfarben sondern um reine Chemie die zum Färben von Kleidungsstücken verwendet wird, die nicht ganz ungefährlich sind. Da ist es keine Überraschung, dass auch noch Wochen später Farbreste am Körper an ein unvergessliches Fest erinnern.
Nach 4 ausgiebigen Duschen packte ich auch wieder meinen Rucksack und begab mich auf dieselbe holprige Reise zurück nach Goa.