02.06.2015 Wohnhaft in Perth, Scarborough
Wohnhaft in Perth Halli Hallo ihr Lieben,bis wir weiter reisen, kann es noch eine Weile dauern, also wird es auch ein wenig dauern, bis ihr hier neue Einträge sehen werdet. Wir...


Veröffentlicht: 03.05.2019
Farmwork Woche 1
Leider können wir uns erst jetzt melden, da wir in Northcliffe - unserem jetzigen Wohnort, kaum Empfang haben. Nach einer 4,5 stündigen Autofahrt waren wir endlich in Northcliffe angekommen, einem kleinen süßen Ort nähe Pemberton und Manjimup, war sie also, die Farm, auf der wir die nächsten Monate arbeiten werden.
Die Farm ist sehr hübsch und irgendwie auch sehr hügelig, sie erinnert uns ein wenig an die Landschaft in Bayern oder zumindest wie wir uns Bayern vorstellen. Der Farmer und somit auch unser Boss, Michael Armstrong, empfing uns zusammen mit seiner Frau Frances sehr freundlich. Er besprach alle Einzelheiten mit uns (Bezahlung, Arbeitszeiten usw.) und zeigte uns dann seine große Milchfarm.
Wir wohnen in einem kleinen eigenen Haus mit süßem Garten und einer Terrasse. Das Haus hat bestimmt über 100 qm. Es ist jedenfalls sehr gemütlich und ist mit einem Kamin ausgestattet :-)). Ihr fragt euch jetzt bestimmt, wieso ein Kamin? Ihr seid doch in Australien? :-D. Momentan ist hier Winter und auch Monsunzeit, also regnet es seeeeehr oft, stürmt und ist teilweise ziemlich kalt. (8 - 9 Grad tagsüber)
Zum Einkaufen muss man hier in das ca. eine Stunde entfernte Manjimup fahren, das ist die nächstgelegene "Großstadt" hier. (Zum Vergleich - Manjimup ist deutlich kleiner als Bremervörde.) Somit werden wir alle zwei Wochen einen Großeinkauf starten.Die erste Woche der Arbeit bestand darin, dass wir beide zusammen die Kühe eintreiben und melken mussten. Zunächst hört sich das ziemlich einfach an, jedoch mussten wir feststellen, dass diese Aufgabe überhaupt nicht einfach ist! Zwar arbeiten wir "nur" 3,5 Tage die Woche, aber dafür an einem Tag auch von 4 - 9 Uhr morgens, dann Pause von 9- 14 Uhr und dann wieder von 14 - 19 Uhr. Eigentlich können wir nach der Arbeit auch um 20 Uhr schon wieder schlafen gehen, da wir um 3 Uhr morgens wieder aufstehen müssen. Aber naja, man gewöhnt sich an alles und die Arbeit an sich macht auch ziemlich Spaß :-).
Ein typischer Arbeitstag sieht wie folgt aus:3:00 Uhr morgens - der Wecker klingelt3:30 Uhr - Ja ok, wir stehen ja schon auf ! Kurzes Frühstück und Arbeitskleidung anziehen und ab zur "Diary" (Melkstation)4:00 Uhr - die Melkstation für die Kühe vorbereiten (die richtigen Tore und Wege öffnen), Helm aufsetzen und mit dem Quad die Kühe holen :-).5:00 Uhr - endlich sind die Kühe bei der Melkstation angekommen und wir können die Melkstation mit Hilfe einiger Steps starten. (Boden nass machen, damit er sich später besser reinigen lässt, Maschine starten, Schläuche"umbasteln", Futtermaschine betätigen und noch mehr)ca. 5:45 - 8 Uhr - Melken (Hierbei müssen wir beachten ob Kühe evtl. geimpft werden müssen, aussortiert und auf ein separates Feld gebracht werden müssen, falls sie humpeln oder eine Spritze bekommen müssen, um die Schmerzen zu lindern.) Falls eine Impfung oder Spritze vorgenommen werden muss, gehört dies ebenfalls zu unseren Aufgaben.
8 - 9:30 Uhr - Säubern der Melkstation (ziemlich nervig...das frisst immer soo viel Zeit!)- PAUSE - wir frühstücken dann noch einmal und machen "Mittagsschlaf" bis 13 Uhr :-)
die zweite Schicht von 14 - 19 Uhr verläuft eigentlich genau wie die erste Schicht, nur dass man hier vor dem Melken die richtigen Felder öffnen und schließen muss, damit die Kühe nach dem Melken zum richtigen Feld laufen und die Person, die am nächsten Morgen melken muss, die Kühe vom richtigen Feld wieder abholt.
IMPFEN und SPRITZEN: Als Michael das erste Mal gezeigt hat, wie eine Kuh eine Spritze bekommt oder geimpft wird, dachten wir uns "Oh Gott, das kriegen wir nie hin!". Geimpft wird eine Kuh in eine Zitze am Euter und ja hierbei kann sie auch schonmal kräftig nach hinten treten, keine Sorge eine Metallstange schützt uns hierbei zumindest ein wenig vor der Hufe.
Zur Linderung von Schmerzen bei z. B. einem geschwollenen Fuß bekommt die Kuh eine ca. 10 cm lange Nadel mit Spritze in den Rücken gerammt, was gar nicht so einfach ist, da die Kuh hierbei auch schnell mal agressiv wird.Das Impfen und Spritzen haben wir aber die erste Woche gut meistern können. Wir hätten allgemein nie gedacht, dass Kühe so intelligente Tiere sind. Michael erklärte uns, dass Kühe es spüren können ob du Angst hast oder schlecht bzw. gut gelaunt bist.
Sie sind wesentlich unruhiger und treten öfter aus wenn du ängstlich bist. Somit darf man auch beim Impfen und Spritze geben, nicht mit Angst herangehen. (Nicht einfach :-D)Ab der nächsten Woche soll Jenny das Melken ganz allein bewältigen (Sie hat schon ziemlich Angst, dass sie das alles nicht in der Zeit schafft..) und Mike wird eine andere Arbeit machen müssen. Wir wissen noch nicht genau, was Mikes Aufgabe sein wird, aber so wie wir das raushören konnten, wird er Traktor fahren, Maschinen reparieren, sich um Bullen kümmern und andere Dinge. Wir werden auf jeden Fall berichten :-)Da wir wie gesagt, kaum Empfang haben und auch ziemlich schlechtes Internet, werden die Bilder folgen.Bis Bald :-)
