2025-01-11 Cat Ba, Vietnam
Cat Ba Excursión en barco


Publicado: 15.01.2025



































15.1.25 Dinh Lap -> Na Sam, 87km, 360hm. Aha, da ist ja wieder der Wind. Nur leider von vorne. Ich folge weiter der QL4B, die anscheinend auf ihrer gesamten Länge ausgebaut wird. Mich würde ja sehr interessieren, wie das Ganze organisiert wird. Die einzelnen Bauabschnitte sind sehr klein gestückelt. Als erstes wird wohl vermessen und Grenzsteine gesetzt. Dann die Elektrik verlegt und Berge abgetragen. An anderen Stellen wird aufgeschüttet und Wasserkanäle betoniert. Dann gibt es aber auch Abschnitte, da ist die Straße schon komplett fertig. Genauso wechselhaft ist heute der Verkehr. Insgesamt sind viele LKWs unterwegs, und die Straße ist voll. Dann auf einmal bin ich wieder ganz alleine unterwegs. Um 9: 30 Uhr erreiche ich Na Du'o'ng und frühstücke eine Suppe mit lecker Fleisch. Beim Bäckerladen kippt das Fahrrad um und der Spiegel bricht ab. Ich versuche das abgebrochene Holzstück mit dem Korkenzieher rauszuziehen. Es rührt sich nur wenig. Dann bohre ich ein Loch und schraube den Spiegel hinein. Nun kann ich ihn wieder nutzen, auch wenn er noch nach unten hängt. Heute dauert es länger, bis mir richtig warm wird. Erst als die Sonne etwas rauskommt, und der Wind, ziehe ich die langen Sachen aus. Auf vielen Kilometern gibt es heute nichts besonderes zu sehen. In Loc Binh stoppe ich, um über den Markt zu schlendern. Ein Mann fällt mir mit seiner orangenen Kleidung auf. Zu welcher Volksgruppe er wohl gehört? An einigen Ständen wird La Dong angeboten, der besonders zum Wechsel des Mondjahres am 29 Januar gefragt ist. Ich kaufe ein paar gebrannte Maronen und im Supermarkt eine Großpackung Kekse. Nun gibt es einige kleine Anstiege und Ausblick auf Berge. Es könnte der Núi Pá Sắn, 1175m sein, den gestern Vietnamese erwähnte. Um 12:30 Uhr mache ich Mittagspause am Feldrand. Ein Mann kommt vorbei und deutet an, ich könnte Grapefruit pflücken, aber die habe ich ja heute morgen schon gekauft. Am Ortsausgang von Long Son mache ich ein Nickerchen bei der Tempel Anlage. Nun nimmt der LKW Verkehr wieder drastisch zu, was vermutlich damit zusammenhängt, dass in Dong Dang ein Grenzübergang zu China ist. Ich komme der Grenze recht nahe und würde gerne ein Foto machen. Aber vorher ist schon ein Kontrollposten und ich darf nicht durch. Auch nördlich von Dong Dang gibt es große Parkplätze für LKWs, die im Moment aber wenig genutzt werden. Um 16 Uhr erreiche ich Na Sam. Auf Google Maps wird eine Pension angezeigt, die ich aber nicht finde. Im nächsten Hotel sind viele Frauen mit Essen Zubereitung beschäftigt, aber ich finde niemanden, der mir ein Zimmer vermieten könnte. Man schickt mich weiter zurück in die Stadt. Ich finde ein Haus mit der Leuchtreklame: Nha Nghi= Gästehaus. Der Zugang ist durch eine Garage. Mein Kommen wird durch eine Glocke signalisiert. Eine Frau kommt zur Rezeption und vermietet mir das Zimmer für 250000Ð. Ich stelle das Gepäck ab und fahre mit dem Rad zum Fluss und esse dort die Grapefruit. Auf dem Rückweg kaufe ich das obligatorische Bier. Nun dusche ich und beschäftige mich mit dem Blog. Zwischendurch montiere ich den Spiegel um.
16.01.25 Na Sam-> Quang Uyen, 96km, 1356hm in 7std/9:30std. Für heute habe ich mir den dritten Tag hintereinander fast 100 km vorgenommen. Und der Navi zeigt 1500 Höhenmeter an, was ja eigentlich viel zu viel ist. Hinzu kommt, dass ich über mein Ziel unsicher bin. Ich suche einen Ort, von dem aus ich dann morgen den Wasserfall, Thác Bản Giốc 板约瀑布, an der chinesischen Grenze besichtigen kann. Das kann Cao Bang oder Quang Uyen sein. Ich starte um kurz vor 7 Uhr. Mein Wecker erinnert mich an den Sonnengruß, den ich heute morgen vergessen habe. Oberhalb der Stadt, an der Zufahrt zur Müllkippe, hole ich ihn nach. Die Sonne lässt aber heute lange auf sich warten, sie wird erst gegen 14 Uhr kommen. So lange fahre ich durch grauen Dunst. Mit vielen Gegenanstiegen geht es am entfernten Ky Cung River flussabwärts, bis er sich vor That Khe nach Westen verabschiedet. Hier bekomme ich um 9: 15 Uhr mein Frühstück bei einer Frau aus Kambodscha. Ich weiß mal wieder nicht, was ich hier esse. Es ist eine Art Crepes, den ich mit Ei und Suppe serviert bekomme. Ich fahre mit dem Rad durch den Markt und sehe verschiedene Tiere in den Bambuskörben: junge Welpen, Ferkel und vor allem Hühner. Überhaupt sehe ich heute viele Metzger, die ihr totes Fleisch am Straßenrand anbieten. Am Ortsausgang entdecke ich dann mal wieder seit langer Strecke eine katholische Kirche. Es geht immer wieder mal steiler bergauf, was durch, 8, 9 oder 10% Schilder angekündigt wird. Ich bin jetzt häufig ganz alleine auf der Straße die immer gut geteert ist. Laster werden mit dünnen Holzstücken hoch beladen, die dann nur langsam vorankommen. Einem folge ich ein Stück im Windschatten. In Dong Khe frage ich nach einer Busverbindung nach Quang Uyen. Die gibt es aber nicht. So mache ich mich nun im Sonnenschein bei leichtem Rückenwind auf die nächsten 45 km. Beide Knie spüre ich inzwischen. Aber die Landschaft wird immer interessanter und die Sonne tut ihres dazu. Im Tal ab Hoa Thuan wird Zuckerrohr geerntet. Ich beobachte, wie Männer die Hölzer eines alten Hauses bearbeiten. Es soll aus touristischen Zwecken wieder aufgebaut werden. Nach einer letzten Anhöhe erreiche ich um 16h Quang Uyen, das ganz gemütlich aussieht zwischen den Zuckerhutbergen. Im zweiten Anlauf finde ich das Hotel Quang Nam. Ich buche ein Zimmer für zwei Nächte. Nach dem Duschen gehe ich im letzten Tageslicht in den Ort und suche etwas zu essen. Der Markt hat schon geschlossen. Ich kaufe frittierte Teilchen, eines ist süß, das andere mit Fleisch. Ich nehme noch mal nach und bin aber immer noch nicht satt. Dann kaufe ich noch etwas, das aussieht wie ein Brot, aber dafür zu schwer und zu teuer ist. Es stellt sich als Hackbraten heraus. Mit den obligatorischen zwei Bier gehe ich aufs Zimmer.
17.1.25 Quang Uyen, Bus zum Wasserfall Ban Gioc und Höhle Động Ngườm Ngao. Um 7h stelle ich mich an dle Straße und warte auf den Bus. Eine Frau bestätigt mir, dass er hier hält. Und tatsächlich kommt der gelbe Bus nach einer Weile mit dem Schild des Wasserfalls an der Windschutzscheibe. Die Fahrt kostet 45kÐ. Im Gang liegen Säcke mit Grapefruits und andere Pakete, die während der Fahrt ausgeliefert werden. Mit dem Bus sitzen noch zwei Touristen, die Trùng Khánh aussteigen. Immer mehr Frauen steigen zu. Die aufgehende Sonne lukt schön zwischen den Zuckerhüten hervor. Am Ende sitze ich nur noch mit Frauen im Bus, die alle eine Haltestelle vor mir aussteigen. Vor dem Eingang zum Wasserfall, 40kÐ, esse ich mir eine Instant-Suppe mit Ei. Am Wasserfall bin ich erst einmal alleine. Im Wasserfall ist wenig Wasser. Es fällt in drei Stufen die grünen bemoosten Hänge hinunter. Von chinesischer Seite fahren mehrere rote Boote zum Wasserfall. Oberhalb kann man den Weg zu einem Aussichtspunkt sehen. Auf vietnamesischer Seite fährt nur ein blaues Boot. Nachdem ich eine Weile den Wasserfall von unten beobachtet habe, suche ich mir durch die Baustelle einen Weg nach oben. Ausgetretene Stufen sind in Lehm und Fels arbeitet. Auf dem ersten Absatz treffe ich zwei Angler. Ich finde auch einen Weg nach ganz oben, der durch hohes Gras zu schiefen Bäumen am Fluss führt. Auf OSM ist von hier ein Übergang über den Fluss verzeichnet. Ich finde die Stelle und suche eine einfache Flussquerung. Ein Stück muss ich durch den Fluss warten. Von hinten komme ich in eine Hotelanlage und dann auf die Dorfstraße. Ich laufe die drei Kilometer bis zur Höhle. Auch hier ist wenig los. Alleine betrette ich die Höhle und werde nur von einer Frau in Motorrad Kleidung und einer vierköpfigen Gruppe überholt. Der Weg in der Höhle ist gut ausgebaut und die zahlreichen Stalagniten werden teilweise bunt angeleuchtet. Fast eine Stunde bin ich in der Höhle. Den halben Rückweg zur Hauptstraße nimmt mich ein Motorradfahrer mit. Hier warte ich auf dem Bus, der, wenn ich Pech habe, erst in eineinhalb Stunden kommt. In der Zwischenzeit versuche ich ohne Erfolg Autostopp. Doch zum Glück kommt der Bus nach einer halben Stunde. Diesmal sind nur wenig Leute im Bus, dafür werden mehr Pakete transportiert. Mir fallen unterwegs fast die Augen zu. Trotzdem kann ich auf dem Zimmer keinen richtiges Nickerchen machen, weil von außen zu viele Geräusche kommen. Gegen 16 Uhr drehe ich eine Runde durch den Ort, auf der Suche nach einem schönen sonnigen Sitzplatz. Nett wäre auch ein Café. Letztendlich finde ich nur ein paar Sitzbänke an der Hauptstraße im Schatten. Trotzdem lasse ich mich hier mit einem Bier zum Lesen nieder. Dann will das Bier wieder dringend heraus. Ich fahre zum Zimmer und gehe noch mal zu fuß los. An vier Straßenständen esse ich jeweils eine Kleinigkeit. Wieder auf dem Zimmer grüblich lange über meine weitere Route. Die Strecke bis nach Ha Giang, wo der Motorrad Loop startet, ist vermutlich zu lang. Busverbindung gibt es nicht. Ich will aber auch nicht nach Hanoi zurück, schon gar nicht auf dem gleichen Weg über Son Long, den ich gekommen bin. Die Idee ist ein Stück mit dem Bus, der vom Wasserfall kommt, bis nach Cao Bang und dann weiter mit dem Fahrrad nach Westen. Das Problem ist, dass ich nicht weiß wie anstrengend das wird, und ob ich andere Busverbindung finde? Vermutlich muss ich irgendwo in den Bergen meine Radtour abbrechen und ohne Fahrrad weiterreisen. Oder doch direkt nach Hanoi zurück? Ich weiß es nicht.
18.1.25 Quang Uyen->Na Phac mit Bus &Rad, 36km & 78km, 1551hm, 7/9std. Ich habe wieder auf meiner Therma-Rest geschlafen, weil das Bett hier so bretthart ist. Um sieben stehe ich mit dem gepackten Rucksack und dem Fahrrad am Straßenrand und warte auf den gelb roten Bus. Er ist noch fast leer, und der Kassierer hilft mir beim Einladen. Ich muss zwei Fahrkarten a 40kÐ bezahlen und während der Fahrt das Fahrrad im Auge behalten, weil es in den Kurven umkippen will. Kurz nach 8h starte ich in Cao Bang. Eine zehnspurige Straße führt leicht aufsteigend, schnurgerade aus der Stadt. Der Himmel ist grau und die Sonne wird sich heute leider gar nicht zeigen. So kann ich keinen Farbfilm machen, alles bleibt heute schwarz-weiß. (Gruß an Nina Hagen ) nach 8 Kilometern finde ich ein kleines Restaurant und bekomme meine Nudelsuppe mit Entenfleisch zum Frühstück. Nun geht es verschiedene Berge hinauf. Erst auf 400 Meter und wieder runter, und dann auf 700 Meter und wieder runter und zum Schluss auf 800 Meter. Der steilste Anstieg ist 10%, so dass ich alles gut fahren kann. Wie heißt das ruhig Immer wieder sind auch Busse auf dieser Strecke unterwegs und ich versuche zu erkennen, welche Routen sie fahren. Keinen einziges Mal sehe ich in einem Ort einen Bus an einer Haltestelle stehen. Ich hoffe dass, man mir im Hotel Auskunft geben kann. Zweimal mache ich auf Anhöhen Pause. Theoretisch hätte man hier einen tollen Ausblick auf die Berge und die dazwischen liegenden Felder, aber wegen des Dunstes ist kaum etwas zu erkennen. Nach circa 1000 Höhenmeter fragt das linke Knie wieder nach, was sich denn heute noch so vor habe. Aber es sind noch 500 Höhenmeter bis ich Na Phac erreichen. Kurz vorher will mich OMS noch durch einen unpassierbaren Weg schicken, so dass ich umdrehen und die Hauptstraße benutzen muss. Es fängt schon an zu dämmert, als ich das kleine Hotel Huong Que finde. Das Zimmer für 200kÐ. Ich frage den Hotelier nach einer Busverbindung nach Ba Be. Und er sagt mir , dass er in dieser Richtung arbeitet und mich morgen früh um 8 Uhr mitnehmen kann. Das wäre ja super! Nach dem Duschen bekomme ich im Restaurant nebenan ein sehr üppiges Abendessen mit verschiedenen Fleischsorten, lecker Bohnen und Reis. Ein paar, offensichtlich angetrunkene Gäste, wollen im Herausgehen mit mir Fotos machen. Ich erfahre, dass sie Weinen getrunken haben. Ich bleibe bei Bier.
19.1.25 Na Phac-> Xa Thi, 74km, 1323hm, (18km, 650hm davon gezogen). Um 7 Uhr gehe ich in die Lobby des Hotels und der Hausherr kommt auch um macht sich fertig. Gemeinsam gehen wir nach draußen, und ich denke er holt das Auto, aber er wartet auf dem Bus! Das hatte ich mir anders vorgestellt. Zumal er mir jetzt noch erklärt, das morgens die Busse sehr voll sind und deshalb das Fahrrad vielleicht nicht hineinpasst. Als nach einer dreiviertel Stunde der Bus immer noch nicht da ist, mache ich mich mit dem Fahrrad auf den Weg. Der ist anfangs auch ganz einfach, immer schön am Fluss entlang. Doch dann schneidet die Straße ein paar Schleifen ab, und es geht die Berge hinauf. Dort überholt mich nach einer Stunde der Bus. Was ich sehen kann, er ist auch auf dem Dach folgepackt mit grünen Säcken. Vermutlich wäre mein Fahrrad nicht hineingegangen. Mal schauen wie weit ich heute komme. Die Landschaft verschwindet heute Vormittag wieder im grau. Ich halte nach anderen Fotomotiven Ausschau. So drehe ich um, als ich an rosa Schweinen vorbeifahre. Genau in dem Augenblick kommt ein Laster, der die Schweine Weg transportieren soll. Ich schaue bei zwei Schweinen zu, wie sie einzeln gewogen, und dann auf den Laster getrieben werden. In Ba Be wird die Straße eng, weil Markt gehalten wird. Ich fahre hindurch bis die Straße ruhiger wird und finde einen Restaurant in dem ich meine Nudelsuppe zum Frühstück bekomme. Inzwischen ist es schon halb 12h. Hinter der Brücke über den Song Nang sehe ich eine große Krippe und davor auffällig viele Leute, die Säcke mit Kleidung verstauen. Die Kirchengemeinde gibt hier Kleiderspenden weiter. Nun beginnt die erste längere Berg Etappe. Es geht lange Zeit mit zehn Prozent auf 550 Meter hoch. Dann wieder hinunter zum Fluss. Vor dem noch längeren Auen stieg auf 700m mache ich eine Pause und versuche Motorräder anzuhalten. Tatsächlich reagiert einer, fährt dann aber doch weiter und kommt zu meiner Freude wieder zurück. Er hat einen langen Gummigurt dabei, den ich über den Lenker hänge, und schon geht es mit 30 km/h den Berg hinauf. Mensch, habe ich ein Glück. Zu den kurzen Abfahrten hänge ich das Gummi wieder aus, und der Motorradfahrer begleitet mich bis zum nächsten Anstieg. Zweimal denke ich, dass wir jetzt oben sind, aber es kommen noch weitere Steigungen. Insgesamt 18km und 650hm legen wir so zurück. Ich bedanke mich und gebe ihm 50kÐ. Jetzt kann ich in Ruhe die Aussicht genießen, und die Sonne kommt auch etwas raus. Auch die lange Abfahrt ist steiler und ich muss viel bremsen. Zum ersten Mal sind auch einige Schlaglöcher in der Straße. Um 16:30h finde ich das Hotel Karaoke. Die Hausherrin ruft den jungen Sohn, er soll mit mir Englisch sprechen. Das kann er aber nicht so gut, deshalb nutzen wir den Translator. Nachdem ich geduscht habe ist die Sonne schon unter, aber ich fahre trotzdem einmal auf die andere Seite des Sees und genieße im Restlicht die Aussicht auf die schöne Landschaft. Leider finde ich kein Restaurant, sie haben jetzt schon geschlossen. So kaufe ich Kekse und Obst und Bier und gehe damit aufs Zimmer.
20.1.25 Xa Thi ->Bac Me, 67km, 1460hm. Ich starte vor 7h, fahre aber nur bis an die Ecke, um dort erstmal Suppe zu essen. Da ich gestern kein richtiges Abendessen hatte, will ich heute auf jeden Fall mit einem richtigen Frühstück starten. Vom See zur Kreuzung hinauf ist es ein steiles Stück. Dann führt die Straße über kleine Anhöhen am See entlang, und ich habe immer wieder Ausblicke auf den im Dunst liegenden See. Der Wecker und die Sonne erinnert mich, dass ich den Sonnengruß noch nachholen muss. Am Ende des Sees, in Ban Cho, ist Markt, den ich aber links liegen lasse. Ich kaufe am nächsten Laden Brot und Obst. Ferdinand , der bekannte von Margit aus Neuseeland, meldet sich und wir telefonieren. Nun geht es die erste Anhöhe hinauf und die Sonne kommt raus. Sie bringt etwas Farbe ins Spiel, kann den Dunst aber nicht auflösen. In Na Thai steht ein Bus in Gegenrichtung und wird beladen. Ich frage ob es auch einen Bus in meine Richtung gibt. Das wird verneint, aber kurze Zeit später überholt mich ein Bus, den ich gerne genommen hätte, weil jetzt noch ein richtig langer Anstieg kommt. Mit der Verständigung ist das wirklich ein Problem hier. Aber vorher passiert mir noch ein großes Malheur. Ich will mit den Zähnen eine Lebensmittel Packung aufreißen, und reiße mir stattdessen den Eckzahn heraus. Ich hatte vergessen, dass er ja eine Krone und eine Wurzelbehandlung hinter sich hat. Auf dem Rest der Strecke muss ich den Ärger verdauen, und grüble, wie ich den Zahn versorgt bekomme. In Ha Giang zeig mir Google zwei Zahnärzte an. Ich versuche dem ersten eine SMS zu schicken, um einen Termin für morgen 16 Uhr zu vereinbaren. Aber die SMS wird nicht gesendet. Dann werde ich halt heute Abend mit Unterstützung vom Hotel versuchen dort anzurufen. Bei dem letzten Anstieg bis auf 740m mache ich noch mal eine Pause und bekomme Besuch von Jugendlichen, die ein Foto mit mir machen wollen. Immer wieder zeigt man mir anerkennt den Daumen, das muntert mich bei der ganzen Anstrengung auf. Und nach rauf geht's ja auch wieder runter und diesmal richtig lange. Hinter der Brücke über den grünen Gam River, geht es auf der QL34 flussabwärts. Um 16 Uhr erreiche ich hinter dem Ortseingang das Hotel Dong Que und bekomme für 250kÐ ein Zimmer. Die Frau mit dem kleinen Kind an der Rezeption, frage ich nach einem Zahnarzt. Sie verweist auf das Krankenhaus. Bei Google sehe ich, das ist jetzt geöffnet hat und beschließe noch in Fahrradklamotten direkt dorthin zu fahren. Es liegt auf der anderen Seite vor dem Ort. Hier gibt es leider keinen Zahnarzt, aber man verschreibt mir Tabletten, nachdem ich von meiner Sorge über eine Entzündung erzählt habe. Die Apotheke soll gegenüber der Tankstelle sein. Dort frage ich noch mal nach und landet dann aber bei der Tierarzt Apotheke. An der für Menschen bin ich vorbei gelaufen. Für 110kÐ bekomme ich Tabletten, die bei allen Zahnproblemen helfen sollen. Was die nun genau bewirken weiß ich nicht, und ich werde sie auch nicht einnehmen, sondern später dem Zahnarzt auf den Roller legen. Von der Apothekerin erfahre ich, das es hier sehr wohl einen Zahnarzt im Ort gibt. Leider treffe ich in der offenen Zahnarztpraxis niemanden an und mein Anruf nützt nichts, weil wir uns nicht verstehen. Von netten Leuten erfahre ich, dass es sogar noch einen Zahnarzt gibt, den ich dann auch mit weiterer Hilfe finde. Man führt mich über den offenen Vorraum, der einer Garage gleicht, durchs Wohnzimmer, in einen Behandlungsraum. Dahinter liegen noch weitere Wohnräume. Wir kommunizieren wieder über den Translator, was diesmal auch ganz gut klappt. Mehrfach bietet er mir an, den Zahn wieder zu befestigen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das hält und bitte nur den Vortrag Kanal zu versiegeln. Am Ende lese ich dann, dass die Wasserleitung nun zu ist. Der Zahnarzt möchte nicht mals eine Bezahlung haben, ich soll es als Gastgeschenk ansehen. Ich möchte ihm aber trotzdem etwas geben und hole 200kÐ heraus. Er lehnt aber weiterhin ab und macht den Vorschlag, ich könne der Tochter ein paar Euros als Glücksgeld für Neujahr geben. Zum Glück habe ich einen 5er im Handy. Das muss per Foto festgehalten werden. So jetzt aber erstmal duschen. Als ich dann essen will, schließt das Restaurant schon, und ich bekomme nur noch ein paar Reste. Immerhin etwas. Nun bin ich so müde, dass ich beschließe, erstmal zu schlafen und in der Nacht dann die Bilder für den Block hochzuladen.
21.1.25 Bac Me->Ha Giang, letzte Rad Etappe, 51km, 851hm. Ich fühle mich unausgeschlafen. In der Nacht war ich für eine Stunde wach, aber jetzt könnte ich noch länger schlafen. Auf der letzten Etappe sind meine Beine ganz schön schwer. Die vielen Höhenmeter durch das graue Wetter sind doch ganz schön anstrengend. Ich überlege, was ich mit den Tabletten mache, von denen ich nicht weiß, wofür sie eigentlich sind. Vielleicht hat der Zahnarzt Verwendung dafür. Da ich dort niemanden antreffe, lege ich sie aufs Motorrad. Dann geht das wieder durch die Stadt, am Krankenhaus vorbei und den Fluss entlang. Die Brücke über den Fluss ist bei 130m. Jetzt kommt der erste Anstieg auf 420m. Hier oben mache ich ein kleines Video. Dann geht es in engen Kurven wieder hinunter. Die Straße ist dem schlechten Zustand und ich muss auf Schlaglöcher aufpassen. In Na Nuong kaufe ich mir zwei belegte Baguettes und fahre damit an den dunkelgrünen Fluss. Er sieht rechts sauber aus, obwohl bestimmt viele Abwasser drin sind. Aber zum Schwimmen gehen ist es zu kalt. Die Baguettes haben gut geschmeckt, so dass ich mir ab nächsten Stand direkt doch zwei zum Mitnehmen kaufe. Im kurzen auf und ab geht es dem Fluss hinauf und dann noch mal über einen letzten Pass von 320m nach Ha Giang. Das ging jetzt doch schneller als ich dachte. Ich halte nach Fahrradläden Ausschau und Frage zweimal, ob sie meinen Rad kaufen möchten. Aber sie haben nur neue Räder im Laden. So erreiche ich das Hotel. Die Frau an der Rezeption spricht sogar Englisch. Nachdem ich mich frisch gemacht habe, Buche ich bei ihr für drei Millionen eine drei Tage Motorrad Rundtour. Auf der Karte entdecke ich einen Aussichtspunkt oberhalb der Stadt zu dem es recht steil hinauf geht. Ein letztes Mal strenge ich mich mit dem Fahrrad richtig an. Die Aussicht ist aber schön, so dass es sich gelohnt hat. Nach und nach gehen die Lichter an und ich sitze mit einem Smoothie und Ungarn im Restaurant. Er ist Englisch Lehrer und reist so durch die Welt. Leider hat der Pech mit der Firma, die hier die Englischkurse organisiert hat deshalb ist der jetzt als Online-Lehrer aktiv. Kurz habe ich Hoffnung, dass er mir mein Fahrrad abkauft. Wir gehen dann noch unten in einem Restaurant zusammen essen. Wieder auf dem Zimmer fällt mir ein, dass ich noch Geld holen muss. Die Bankautomaten sind darauf der anderen Fluss Seite und ich finde leider keinen von der Agri Bank, so dass ich von der BIDV abhebe. Die nehmen fünf Euro Gebühr. Eigentlich will ich den Vorgang abbrechen, aber der Automat spuckt doch das Geld aus, was ich erst gar nicht bemerke. Zum Glück weist mich ein junger Mann daraufhin. Damit ist meine Fahrradtour nach drei Wochen beendet und morgen mit dem Motorrad Loop beginnt dein neues Abenteuer.
