

Publicado: 17.02.2026






















































Es geht nach Süden in die Region der Cordillera de Tilarán – die Straßen sind wieder einmal alles von gut bis Schotter Rüttelpiste und führen sehr kurvig mit ständigem Bergauf – Bergab durch die hügelige Landschaft.
Ziel ist die „Bergstation“ Monteverde auf einer Höhe von etwa 1500 m über dem Meerspiegel. Hier herrscht ein spezielles Klima – kühler als im Tal und deutlich feuchter durch den fast ständig aus den Wolken über der Bergkette herunterkommenden feinen Sprühregen.
Wir machen im Senda Monteverde Hotel Station, einer sehr schönen Anlage mit kleinen Bungalows im Gelände. Neben der gepflegten Bepflanzung gibt es einiges an Tierwelt direkt hier zu sehen.
Wir besuchen die Curi – Cancha Reserve – eine Art Nebelwald Park. Die angepriesene Tierwelt versteckt sich wieder einmal etwas vor uns, aber wir können Agutis und allerhand Vögel ausmachen.
Die Flora bietet einige interessante Würgefeigen. Dieser Baum wächst von oben nach unten auf einem Wirtsbaum. Im Gegensatz zu einer Liane beginnt das Leben einer Würgefeige wenig spektakulär im Kronendach. Dort setzt ein fruchtfressendes Tier, zum Beispiel ein Vogel oder ein Affe, Kot und damit den Samen einer Würgefeige ab. Unter günstigen Bedingungen keimt der Same und die junge Feige beginnt zu wachsen. Anfangs lebt sie als Aufsitzerpflanze (Epiphyt) im Kronendach. Doch das wird bald anders werden, denn sie beginnt Luftwurzeln in Richtung Waldboden zu schicken – manche frei in der Luft, manche am Stamm des Wirtsbaums entlang.
Die Umarmung der Würgefeige hat natürlich Folgen für den Wirtsbaum. Dessen Stamm wird durch das enge Geflecht der Feige regelrecht stranguliert, seine Leitgefäße werden abgeschnürt. Und als ob dies nicht genug wäre, werden seine Blätter von der zwischenzeitlich mächtig gewachsenen Krone der Feige beschattet und verdrängt.
So stirbt der Wirtsbaum einen langsamen Tod, der Jahre oder auch Jahrzehnte dauern kann. Unterdessen ist das Geflecht der Feige so stabil geworden, dass sie auch ohne Stütze durch den Wirtsbaum bestehen kann. Während der Wirtsbaum stirbt und verrottet, bleibt letztlich nur die hohle Würgefeige übrig.
Wir besuchen auch die Farm El Trapiche – hier wird vor allem Zuckerrohr und Kaffee angebaut. Den Kaffeeanbau haben wir später nochmal in einer anderen Farm intensiver angeschaut, sodass wir uns hier auf die Kaffeebehandlung nach der Ernte konzentrieren. Angebaut wird ausschließlich Arabica Kaffee, der in diesen Höhenlagen besonders gut wächst, in verschiedenen Sorten. wir können den gesamten Prozess bis zur Röstung in den einzelnen Schritten verfolgen. Es gibt teilweise verschiedene Verfahren, wie z.B. die „Honey-Methode“. Hier wird im Gegensatz zur üblichen „gewaschenen“ Methode die glitschige Fruchtfleischschicht (Mucilage) der Kaffeekirsche nicht abgewaschen, sondern bleibt an der Bohne haften und der Zucker der Mucilage fermentiert während des Trocknens und zieht teilweise in die Bohne ein, was für eine besondere Süße sorgt.
Zuckerrohr ist eine Pflanze aus der Familie der Süßgräser. Etwa 70 % der weltweiten Zuckerproduktion basiert auf Zuckerrohr.
Die Anpflanzung des Zuckerrohrs geschieht über Stecklinge. Die erste Ernte, das Schneiden des Rohrs, kann 9 bis 24 Monate nach dem Auspflanzen erfolgen. Der Erntezeitpunkt richtet sich nach Zuckergehalt und Reifegrad. Die Halme werden direkt über dem Boden abgeschnitten und am oberen Ende der zuckerlose Blattapparat entfernt. Dies geschieht hier per Hand mit Macheten. Die „Halmstümpfe“ schlagen wieder aus und nach weiteren 12 Monaten kann die nächste Ernte geschnitten werden. Ein Zuckerrohrbestand kann bis zu acht Mal beerntet werden. Eine Zuckerrohrpflanze kann bis zu 20 Jahre alt werden.
Unser Guide betont, dass Trapiche als Familienbetrieb auf das Wohl seiner Arbeiter bedacht ist und sie auch ordentlich – nach lokalen Maßstäben - entlohnt. Die Erntearbeiter, für Zuckerrohr wie auch Kaffee kommen in Costa Rica heutzutage meist aus Nicaragua oder sind Indigene aus dem Norden Panamas. Zuckerrohr wird hauptsächlich für die Gewinnung von Zucker genutzt. Aus dem Rohr wird durch Quetschen der Zuckersaft gepresst. Als Nebenprodukt bleibt der faserige Anteil zurück, die Bagasse, die vor Ort vor allem als Brennmaterial Verwendung findet. Der Zuckerrohrsaft wird erhitzt, verliert an Wassergehalt und dickt dadurch ein. Daraus bilden sich dann die bekannten braunen Rohrzuckerkristalle.
Neben der Zuckerrohrmühle, die durch ein großes Wasserrad angetrieben wird, steht ein kleine Schnapsbrennanlage, die offiziell als „Museumsstück“ deklariert ist, aber, wie uns der Guide mit Augenzwinkern erzählt, voll betriebsbereit ist und manchmal - zu unauffälligen Zeiten – auch zum Einsatz kommt.
